Die Werkstatt der Öffentlichkeit: MediaCampNRW in Bochum am 21. Februar 2026

Um 9:30 Uhr wird in Bochum nicht nur Kaffee eingeschenkt, sondern Entscheidungslast verteilt: Wer hierherkommt, übernimmt für einen Tag Mitverantwortung dafür, worüber gesprochen wird – und wie. Das MediaCampNRW findet am Samstag, 21. Februar 2026, im WerkRaum der GLS Bank, Christstraße 9, statt; Ende 16:00 Uhr. Veranstalter ist das MediaLab.NRW, unterstützt von der Bochum Wirtschaftsentwicklung. Teilnahme gibt es nur mit vorheriger Ticket-Buchung.

Die große Frage, die über diesem Format steht, ist weniger pathetisch als sie klingt: Wie bleiben Medien in einer Zeit der Multi-Krisen orientierungsfähig – und wie bleibt das Wichtige sichtbar, wenn das Aufgeregte überall ist? Barcamps geben darauf keine Theorie, sondern eine Praxis. Nicht die Podien definieren das Programm, sondern die Teilnehmer. Mehrere 45-Minuten-Sessions, teils parallel; die Vorschläge kommen aus dem Raum, das Programm entsteht zu Beginn gemeinsam. Das Ergebnis ist keine „Agenda“, sondern ein Lagebild: Was brennt wirklich, was ist nur Buzzword, was lässt sich sofort ausprobieren?

Rückblick: Was beim letzten MediaCampNRW tatsächlich zählte

Wer beim vergangenen MediaCampNRW dabei war, erinnert sich weniger an einzelne Thesen als an die Mischung aus Handwerk und Gegenwart. Da standen Sessions nebeneinander, die in klassischen Konferenzprogrammen getrennt werden: Social-Media-Trends neben konkreten Tipps für Video und Podcast, Debatten über KI-Tools neben dem, was auf dem Papier nach Nebensache klingt – bis es plötzlich Sinn ergibt. Sogar Stricken tauchte als Sessionthema auf: nicht als Gag, sondern als Erinnerung daran, dass Kreativität selten in Ressorts passt. Und nach dem offiziellen Teil blieb man länger zusammen als geplant, weil genau dort die Verbindungen entstehen, die später Projekte tragen.

Das ist der stille Wert dieser Tage: Man geht nicht mit einer „Botschaft“ nach Hause, sondern mit einem Werkzeugkasten, den man nicht bestellt hätte. Wer etwas vorstellt, bekommt keine höfliche Zustimmung, sondern Rückfragen. Wer eine Idee mitbringt, bekommt Gegenbeispiele. Wer nur zuhört, merkt schnell, welche Fragen 2026 wirklich strukturieren.

Warum Bochum, warum jetzt?

Die Medienökonomie der Aufmerksamkeit ist unerquicklich geworden: Reichweiten sind volatil, Vertrauen ist teuer, Empörung ist ein Geschäftsmodell, und die technische Infrastruktur verschiebt sich schneller als die Redaktionskonferenzen. In dieser Lage ist ein Barcamp nicht Wohlfühlformat, sondern Realitätsprüfung. Es zwingt zur Klarheit: in 45 Minuten, ohne Schutzgeländer. Die Fragen sind groß, die Antworten müssen praktisch sein.

Bochum passt dazu als Ort. Der WerkRaum ist kein Festsaal, sondern ein Arbeitsraum: geeignet für Menschen, die nicht „über“ Kommunikation reden wollen, sondern an ihr arbeiten. Eingeladen sind Kreative, Entwickler, Gestalter, Erzähler, Storyteller – kurz: alle, die Medien nicht nur konsumieren oder verwalten, sondern herstellen.

Anmeldung als Selbstbehauptung

Wer sich über die Zukunft der Medien beklagt, kann das weiterhin tun – und wird damit in den üblichen Schleifen landen. Wer sich anmeldet, macht etwas anderes: Er setzt sich in einen Raum, in dem Fragen nicht dekorativ sind, sondern produktiv. Genau darum geht es am 21. Februar 2026 in Bochum.

Wenn du Themen hast, die du endlich einmal jenseits von Folien und Fraktionsdisziplin diskutieren willst: Bring sie mit. Wenn du keine hast: Noch besser – dann gehst du mit welchen nach Hause.

Man hört, sieht und streamt sich in Bochum.

https://pretix.eu/MediaLabNRW/MediaCampNRW26

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