
Sag – hast du sie gesehen?
Nicht die Miliana auf Fotos, nicht die auf Urkunden, oder in Mails.
Ich meine sie – so wie sie war.
Die, die plötzlich lachen konnte,
mit einem Blick, der ganze Räume wärmte.
Ich habe manchmal Angst, dass ich vergesse,
wie sich ihre Stimme anhörte,
wenn sie meine Ironie durchschaut hat
und dann einfach nur leise den Kopf schüttelte.
Nicht vorwurfsvoll. Sondern mit diesem Blick.
Diesem Blick, der am 6. Mai 2019 verschwand.
Aber wenn ich die Augen schließe –
dann sehe ich sie manchmal noch.
Ganz kurz.
So wie sie war,
bevor sie ging.
Heute wäre sie 53 geworden.
Ich sehe sie vor mir, wie sie in der Küche zaubert –
mit Hingabe, Ruhe und diesem besonderen Funkeln in den Augen.
Am Tisch: die engste Familie, ein paar liebe Cousinen, vielleicht alte Freunde.
Goran Bregović läuft im Hintergrund, leise, dann wieder laut – ganz wie sie.
Der Duft ihres Essens zieht durchs Haus – kein Menü, sondern ein Geschenk.
Der Wein ist auf den Punkt, das Lächeln echt, die Stimmung warm.
Und sie – in ihrem Element, voller Herz, voller Leben.
Ich bin heute nicht bitter.
Nur etwas leer.
Und das vergeht nicht.
Es war schön, solange es dauerte.
Viel zu kurz.
Aber es war.
Ich wünschte, ich könnte dich heute umarmen.
Nicht, um dich zurückzuholen.
Sondern nur,
um dich noch einmal zu sehen,
so wie du warst –
the way you were before.