
Die Experten des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben ihren neuen Weltrisikobericht vorgestellt und dabei einen eher pessimistischen Eindruck hinterlassen. Die Umfrageergebnisse spiegeln die aktuelle Lage der Welt und die Stimmung vieler Menschen wider. Zwei Drittel der befragten Führungskräfte erwarten in den nächsten zehn Jahren schwere Krisen.
Der Bericht des WEF basiert auf Daten von rund 1400 Unternehmen weltweit und berücksichtigt auch Ansichten aus Politik, Wissenschaft und der globalen Zivilgesellschaft. Die Ergebnisse zeigen einen starken Anstieg des Pessimismus. Während ein Drittel der Befragten für die nächsten zwei Jahre Risiken schwerer Krisen sieht, rechnen zwei Drittel der Teilnehmer mit solchen Entwicklungen in den kommenden zehn Jahren.
Die größten Risiken für die Jahre 2024 und 2025 sind Desinformation, Extremwetter, gesellschaftliche Polarisierung, Datenunsicherheit und Krieg.
Auch das Thema Extremwetter nimmt seit Jahren eine Spitzenposition in den Risikoberichten des WEF ein. Viele Unternehmen weltweit haben erkannt, was der Klimawandel bedeutet, sind jedoch nicht immer bereit, angemessen darauf zu reagieren. In der Vorschau der größten Risiken für die nächsten zehn Jahre belegen Klima- und Umweltprobleme sogar die ersten vier Plätze.
Und in Deutschland rangiert bekanntlich das jährlich von Allensbach ermittelte Stimmungsbarometer auf einem historischen Tiefstwert wie zu Zeiten des Korea-Krieges Anfang der 1950er Jahre. Wo bleibt da die Wirtschaftspolitik als Staatskunst im Sinne von Rüdiger Altmann, dem früheren Berater von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard? Oder Bidenomics? Das große Rad drehen, um die Unternehmen für Investitionen und Innovationen zu ermutigen: Um wieder in den Aufschwung-Modus zu kommen, brauchen wir mehr Optimismus. Darauf hat der Informatik-Professor Karl Steinbuch bereits 1979 hingewiesen. Steinbuch berechnete, dass eine seit 1949 jeweils zum Jahresende vom Institut für Demoskopie Allensbach gestellte Frage „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen“ in dem Prozentsatz der Antworten „mit Hoffnungen“ der Entwicklung des realen Bruttosozialprodukts vorauseilt. Der Verlauf des Optimismus folge nach Erkenntnissen von Steinbuch wie das Wachstum des Bruttosozialprodukts Zyklen mit einer Dauer von etwa vier bis fünf Jahren und der Optimismus in der Bevölkerung hinke nicht hinter der Konjunktur her, sondern gehe ihr voraus: Zuerst Optimismus, dann Wachstum.
Die Sparpolitik der Ampel-Regierung trägt nicht die Züge einer klugen antizyklischen Konjunkturpolitik, sondern besitzt eher den Charakter einer zänkischen internen Zerstückelung der Koalitionspartner – auf Kosten der Allgemeinheit.
Folgen wir doch den Anregungen des WEF-Reports: Lokale Strategien, die Investitionen und Regulierung nutzen, können die Auswirkungen der unvermeidlichen Risiken, auf die wir uns vorbereiten können, verringern, und sowohl der öffentliche als auch der private Sektor können eine Schlüsselrolle spielen, um diese Vorteile auf alle auszuweiten.

