
Am 17. November 2023 fand an der Humboldt-Universität zu Berlin die zweite Ausgabe der LEF ACADEMY statt, zu der das Ludwig-Erhard-Forum für Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen hatte. Als Referent der Vorlesungsreihe konnte Professor Markus K. Brunnermeier begrüßt werden. In seinem Vortrag zum Thema „Resiliente Ordnung in fragilen Zeiten“ erläuterte er die Bedeutung von Resilienz und deren Unterschiede zu Risiko und Robustheit.
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, nach einem negativen Schock wieder zurückzufedern. Im Gegensatz dazu geht es beim Risikomanagement darum, Risiken zu vermeiden oder zu reduzieren. Resilienz ist ein dynamischer Ansatz, der es ermöglicht, Risiken einzugehen und dennoch flexibel auf negative Ereignisse zu reagieren. Dabei spielt die Fähigkeit zur Rückkehr zum Mittelwert und die Halbwertszeit eine wichtige Rolle.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterscheidung zwischen Resilienz und Robustheit. Während Robustheit bedeutet, dass ein System auch unter extremen Bedingungen funktioniert, ist Resilienz die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen und flexibel zu reagieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Schilfrohr, das sich im Sturm biegt, aber nicht bricht.
Resilienz ist auch eng mit Nachhaltigkeit verbunden. Während Resilienz eine hinreichende Bedingung für Nachhaltigkeit ist, bedeutet Resilienz allein nicht automatisch Nachhaltigkeit. Um Resilienz zu erreichen, müssen bestimmte Resilienzbarrieren überwunden werden. Ein Beispiel hierfür sind negative Rückkopplungseffekte, die zu einer Eskalation von Problemen führen können. Um diese Effekte zu vermeiden, ist es wichtig, rechtzeitig zu reagieren und die Erwartungsbildung anderer Akteure zu berücksichtigen.
Beim Resilienzmanagement geht es darum, sowohl Puffer und Reserven aufzubauen als auch die Agilität und Anpassungsfähigkeit zu verbessern. Es ist wichtig, kleine Krisen zuzulassen, um daraus zu lernen und für größere Krisen gewappnet zu sein. Auch die Diversifizierung spielt eine Rolle, jedoch nicht, um das Risiko zu minimieren, sondern um flexibel auf negative Ereignisse reagieren zu können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vermeidung von Ungleichgewichten und das Aufstauen von Spannungen. Durch eine rechtzeitige Reaktion und die Vermeidung von Ungleichgewichten kann die Resilienz gestärkt werden. Auch die Einbeziehung von Querdenkern und die Förderung von Innovationen sind wichtige Elemente des Resilienzmanagements.
Prof. Brunnermeier betonte die Bedeutung von Kipppunkten und Übergängen. Es ist entscheidend, diese Übergänge gut zu gestalten und kontinuierliche Veränderungen anzustreben, anstatt abrupte Sprünge zu machen.

