
Auf dem Partnertag der Deutschen Telekom in Bonn ging es in einem Workshop um die Digitalisierung in der Pflegebranche. Marc Stürz, Geschäftsführer von Caretronic, erörterte zusammen mit Mario Riedel von der Telekom, wie moderne Technologien die Pflegelandschaft revolutionieren könnten.
Stürz unterstrich die Notwendigkeit, dass technologische Lösungen nicht nur eingeführt, sondern auch in den Alltag integriert werden müssen, um echte Veränderungen zu bewirken. „Digitalisierung ist immer ein Prozess“, erklärte Stürz und verwies auf die Bedeutung individuell angepasster Technologien.
Er präsentierte innovative Ansätze wie Pflegeroboter mit Wärmebildkameras und die Nutzung von Tablets als Datenhubs in Bewohnerzimmern, die den Pflegeprozess direkt am Point of Care digitalisieren. Diese Technologien können laut Stürz administrative Aufgaben reduzieren und Pflegekräften mehr Zeit für die Betreuung der Patienten geben. Bis zu 37 Prozent ihrer Arbeitszeit könnten Pflegekräfte einsparen, die sonst für Dokumentationsaufgaben benötigt wird. Wichtig sei vor allem die fortlaufende Überwachung von Vitaldaten wie Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung.
Vital-Daten
Digitale Technologien ermöglichen es, diese Vitalparameter kontinuierlich zu erfassen und zu analysieren:
Wearables und Sensoren: Moderne tragbare Geräte können Vitaldaten rund um die Uhr überwachen und drahtlos an Pflegepersonal und Ärzte übermitteln. Dies ermöglicht eine sofortige Reaktion auf potenzielle gesundheitliche Abweichungen, bevor sie zu ernsthaften Problemen führen.
Automatisierte Alarme: Bei der Erkennung von Anomalien in den Vitaldaten können automatisierte Systeme Alarme auslösen. Dies gewährleistet, dass Pflegepersonal schnell eingreifen kann, was insbesondere nachts oder bei unterbesetztem Personal lebensrettend sein kann.
Integrierte Pflegesoftware: Die Integration dieser Daten in elektronische Patientenakten ermöglicht eine umfassende Betrachtung des Gesundheitszustands der Pflegebedürftigen. Ärzte und Pflegekräfte können Behandlungspläne auf Basis aktueller Daten anpassen und optimieren.
Sturzprävention
Stürze stellen ein häufiges und ernstes Risiko für ältere und pflegebedürftige Menschen dar. Digitale Technologien können dazu beitragen, Stürze zu verhindern und die Reaktionszeiten bei Sturzereignissen zu verkürzen:
Bewegungssensoren und intelligente Bodenmatten: Diese Geräte können erkennen, wenn eine Person aufsteht oder ungewöhnliche Bewegungen ausführt, die auf ein Sturzrisiko hinweisen könnten. Pflegepersonal wird umgehend informiert und kann unterstützend eingreifen, bevor ein Sturz passiert.
Kamerabasierte Überwachungssysteme: Moderne Systeme nutzen Algorithmen zur Mustererkennung, um die Bewegungen von Pflegebedürftigen zu analysieren. Sie erkennen sturzgefährdete Verhaltensweisen und alarmieren das Personal.
Umfeldanpassungen durch Analyse: Langzeitdaten aus digitalen Systemen können dazu genutzt werden, risikobehaftete Bereiche in der Umgebung der Pflegebedürftigen zu identifizieren und entsprechend anzupassen. Dies umfasst die Optimierung der Raumgestaltung und die Installation von Hilfsmitteln, die das Sturzrisiko minimieren.
Ein weiteres zentrales Thema war die Nutzung von Fördermitteln zur Unterstützung digitaler Investitionen in der Pflege. Die Telekom unterstützt durch ihr Programm „Schubkraft“ Pflegeeinrichtungen dabei, entsprechende Förderungen zu beantragen und zu nutzen. Stürz sieht hier einen wichtigen Beitrag für Pflegeeinrichtungen, um moderne Technologien finanzierbar zu machen und so den Pflegealltag nachhaltig zu verbessern.
Die vorgestellten Technologien reichen von intelligenten Trinkbechern, die die Flüssigkeitsaufnahme von Patienten überwachen, bis hin zu sensorgesteuerten Windeln, die Pflegern signalisieren, wenn ein Bewohner versorgt werden muss. Diese Beispiele illustrieren, wie spezialisierte Technologien dazu beitragen können, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen zu erhöhen und gleichzeitig die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu verringern.
Die richtigen Förderprogramme finden
Mario Riedel von der Deutschen Telekom erläuterte auf dem Partnertag der Telekom ausführlich, wie das Programm „Schubkraft“ Einrichtungen unterstützt, diese Fördermittel optimal zu nutzen.
„Unser Ziel ist es, die Komplexität der Förderlandschaft zu entwirren und unseren Partnern dabei zu helfen, nicht rückzahlbare Fördermittel zu sichern, die ihre digitalen Transformationen erleichtern“, so Riedel. Man müsse individuell passende Förderprogramme identifizieren, da „die Förderkriterien je nach Bundesland und Programm variieren können.“
Riedel erklärte weiter, dass das Schubkraft-Programm dabei hilft, den richtigen Förderansatz zu finden: „Wir unterstützen bei der Antragstellung und sorgen dafür, dass die Projekte unserer Kunden den Förderkriterien entsprechen.“ Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Förderung für kleinere Einrichtungen, die oft nicht die Ressourcen haben, um die Möglichkeiten voll auszuschöpfen.
Das Programm bietet eine strukturierte Unterstützung, von der ersten Beratung über die Antragsstellung bis hin zur finalen Umsetzung der geförderten Projekte. „Nicht nur die Verfügbarkeit der Fördermittel, sondern auch unsere Unterstützung bei der technischen Umsetzung der geförderten Projekte, macht Schubkraft so wertvoll“, so Riedel. Er verwies darauf, dass technologische Lösungen wie die von Caretronic vorgestellten, oft erst durch solche finanziellen Hilfen möglich werden.
Abschließend machte Riedel deutlich, dass Fördermittel nicht nur finanzielle Erleichterungen bringen, sondern auch strategische Projekte ermöglichen, die ohne diese Unterstützung nicht realisierbar wären. „Jede Investition, die durch Fördermittel unterstützt wird, trägt dazu bei, dass Pflegeeinrichtungen ihre Dienstleistungen verbessern und gleichzeitig wirtschaftlich nachhaltig agieren können.“
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