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Von Shenzhen bis Silicon Valley: Der Wandel globaler Wirtschaftscluster #NEO23

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Die Diskussionen auf der Next Economy Open im vergangenen Jahr beschäftigten sich mit der Entwicklung von speziellen Wirtschaftszonen, ähnlich wie in Shenzhen oder Silicon Valley, jedoch mit einem Fokus auf thematische statt geografische Gebiete. Dieser Ansatz zielt darauf ab, spezifische Technologien und Branchen wie erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und künstliche Intelligenz zu fördern. Statt sich auf regionale Cluster zu beschränken, wird vorgeschlagen, nationale oder sogar europaweite Initiativen zu entwickeln, die sich auf Schlüsselthemen konzentrieren.

Ein zentrales Thema ist, wie man Start-ups und Innovationen am besten fördern kann, wobei Experten eine Abkehr von der rein regionalen Förderung hin zu einer zentralisierten, themenorientierten Herangehensweise befürworten. Die Idee ist, dass der Staat bestimmte Bereiche identifiziert, in die investiert werden soll, und dann gezielte Unterstützung bietet, etwa durch Steuererleichterungen oder direkte Förderungen.

Interessant ist auch der Blick auf die Rolle der EU in diesem Kontext. Die Frage, wie die EU die Entwicklung bestimmter Technologien oder Missionen unterstützen und fördern kann, ist besonders relevant im Hinblick auf das Ziel, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Die Herausforderungen liegen dabei nicht nur in der Auswahl und Förderung der richtigen Projekte, sondern auch in der Balance zwischen Technologieoffenheit und den notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen.

Die Sessions auf der Next Economy Open weisen auf eine Verschiebung hin zu einem mehr themen- und impactorientierten Ansatz in der Innovationsförderung, weg von der traditionellen regionalen Clusterbildung. Es geht um die Schaffung von Eco-Systemen, in denen Innovationen abseits starrer Regulierungen und kultureller Einschränkungen gedeihen können, was besonders wichtig ist in einer zunehmend vernetzten und virtuellen Welt.

Wir thematisierten das auch auf der Fleischerei-Fachausstellung (IFFA) in Frankfurt: Die Digitalisierung und Vernetzung im Maschinenbau schreitet voran, doch die Herausforderung liegt in der Kompatibilität der Systeme. Dr. Marius Grathwohl, ein Experte auf diesem Gebiet, erläuterte die aktuelle Situation und mögliche Zukunftsszenarien.

Viele Maschinenhersteller präsentierten auf der IFFA eigene digitale Produkte und Smart Services. Grathwohl betont, dass der erste Schritt der Digitalisierung oft darin besteht, sich mit Produkten für das eigene Portfolio zu beschäftigen. Der wesentliche nächste Schritt sei jedoch die Gestaltung von Schnittstellen und die Kooperation mit anderen Partnern, um eine ganzheitliche Lösung für den Kunden zu schaffen.

Das Projekt Industrie 4.0, das vor über einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde, hat bereits einige marktreife Konzepte hervorgebracht. Ein solches Beispiel ist die Verwaltungsschale, die es ermöglicht, Stammdaten von Produkten zu publizieren und Kunden bereitzustellen. Diese Technologie bietet auch die Möglichkeit, digitale Zwillinge zu formen und diese in einem Ökosystem kommunizieren zu lassen.

Grathwohl hebt die Wichtigkeit der Herstellerunabhängigkeit hervor. Diese Offenheit ist nicht nur für Hersteller, sondern auch für Kunden entscheidend, da sie eine Abkehr vom traditionellen Shop Floor hin zur Cloud-Nutzung bedeutet.

Die Diskussion um Cloud-Dienste, speziell die „Cloud Made in Germany“ oder europäische Alternativen zu amerikanischen und chinesischen Tech-Giganten, ist ein weiteres wichtiges Thema. Obwohl Initiativen wie GAIA-X Hoffnung auf eine europäische Antwort bieten, bleibt Grathwohl skeptisch hinsichtlich der schnellen Entwicklung einer ernstzunehmenden Alternative zu den etablierten Anbietern. Damit liegt er richtig.

Im deutschen Maschinenbau und im Datenmanagement gibt es bereits viele Initiativen, die aufzeigen, dass durch bilaterale Partnerschaften schnell und unkompliziert Mehrwerte für Kunden entwickelt werden können. Grathwohl sieht den ersten Schritt in der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen als einen wichtigen Anfang, der den Weg für weitere Kooperationen ebnet.

Abschließend spricht Grathwohl über die Rolle der Politik und empfiehlt, dass diese mehr auf das hören muss, was im Markt tatsächlich passiert. Fördermaßnahmen und eine stärkere Beachtung von Industrieinitiativen könnten hier viel bewirken.

In einem sich schnell wandelnden Umfeld wie dem Maschinenbau bleibt die Frage, wie die Industrie und Politik gemeinsam die Herausforderungen der Digitalisierung meistern können, um ein effizientes und vernetztes Ökosystem zu schaffen.

Bemerkungen am Rande: Es gibt Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt

Fand ich schon immer langweilig: Wetten, dass…?!

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