
Es ist wieder soweit. Ein weiterer Abend, ein weiterer Gast, ein weiteres Kapitel in der still wachsenden Reihe jener Gespräche, die nicht aus Sendungsbewusstsein, sondern aus echtem Interesse erwachsen. In Bonn-Duisdorf, wo der Widerspruch gepflegt wird wie ein guter Rotwein, empfangen Paul Remmel und ich morgen einen Autor, dessen Werk mehr ist als Literatur – es ist gelebte Erinnerung, verdichtete Existenz. Willi Achten kommt, um mit uns zu sprechen.
Sein neuer Roman, Die Einmaligkeit des Lebens, erschienen im Piper-Verlag, ist ein Buch über Brüder, über Landschaften, über den Abschied und über jene Zeitlichkeit, die uns mit zunehmendem Alter immer fremder und zugleich immer vertrauter erscheint. Es ist die Geschichte von Simon und Vinzenz Brougen, die einst, in der Osterwoche 1988, in der katholischen Provinz ihrer Kindheit ein kleines Sakrileg begingen – der Judas stürzte vom Altar – und zugleich eine Bindung erfuhren, die größer war als jedes moralische Gesetz.
Der Roman folgt diesen Brüdern durch Jahrzehnte. Als Vinzenz 2017 zurückkehrt, ist die Unbeschwertheit der Kindheit längst verklungen. Etwas ist anders. Etwas ist falsch. Und bald zeigt sich: Es ist nicht die Zeit, die Wunden schlägt, es ist die Natur selbst, die mit dunkler Konsequenz den Körper befällt. Vinzenz bittet: „Rette mich.“ Und Simon, einst Getrösteter, wird zum Tröstenden.
Achten hat kein Buch der großen Gesten geschrieben. Sondern eine stille, beinahe zärtliche Erzählung vom Füreinander-Dasein, das so selten geworden ist in einer Welt, die sich selbst vergisst. Er erzählt von der Landschaft des rheinischen Braunkohlereviers, das hier mehr ist als Kulisse – es ist Metapher, Schicksal, Spiegelbild.
Wir sprechen mit ihm über diese Geschichte. Über das Schreiben unter dem Eindruck von Verlust. Über das Erinnern, das mehr ist als Rückblick – nämlich ein Aufbegehren gegen das Vergessen. Und wir sprechen über Trost. Nicht den billigen, sondern jenen, der sich einstellt, wenn das Unsagbare gesagt, das Unfassbare betrachtet wird.
Das Gespräch beginnt am Samstag, den 26. April, um ca. 19:20 Uhr, live übertragen auf Facebook, LinkedIn, TwitterX, YouTube und überall dort, wo das Wort noch zählt.
Ein Abend über das Leben. Und seine Einmaligkeit.

