
NEW YORK | CUPERTINO | BONN – OpenAI übernimmt Jony Ives Hardware-Startup Io für 6,5 Milliarden Dollar – die bislang größte Akquisition des ChatGPT-Entwicklers. Doch der eigentliche Paukenschlag ist nicht der Deal selbst, sondern das, was daraus entstehen könnte: eine neue Geräteklasse für das KI-Zeitalter, die das Ende des Smartphones einläuten soll.
Warum „Project KAIROS“? – Der Name ist Programm
„Kairos“ bezeichnet im Altgriechischen den richtigen Moment, den entscheidenden Einschnitt, in dem Neues möglich wird. Anders als „Chronos“, der die lineare Zeit beschreibt, steht Kairos für den Augenblick, der Wandel ermöglicht.
Wenn Sam Altman und Jony Ive ihr Projekt so benennen, dann deuten sie an: Es geht nicht nur um Hardware – sondern um eine neue Art, mit Technologie zu leben.
Fama als Prinzip – Der Jobs’sche Schatten
Die wenigen Details, die bisher durchgesickert sind, folgen einem alten Muster: der Kunst des Gerüchts, wie sie Steve Jobs einst perfektionierte. In einem Beitrag von ichsagmal.com aus dem Jahr 2010 beschrieben wir dieses Prinzip als „Luftstreiche“ – strategische Unschärfen zur Erzeugung maximaler Spannung.
Jobs agierte nach den Lehren von Baltasar Gracián: Nicht die Tat selbst, sondern die Erwartung ist der eigentliche Hebel der Macht. Auch Altman und Ive könnten diese Taktik übernommen haben – mit orchestrierten Andeutungen, kalkulierten Leaks und einem Mythos im Entstehen.
Mögliche Funktionen (noch nicht bestätigt):
- Intelligente Konversations-KI mit emotionalem Kontextverständnis
- Lernfähige Routinen durch personalisierte Spracherkennung
- Haptisches Feedback statt Visualisierung – spürbare Antworten
- Projektionstechnologie „on demand“, ähnlich dem AI Pin – aber ausgereifter
- Integrationen mit IoT, Autos, Räumen und Kleidung
Das Ende des Bildschirms als Leitmedium
KAIROS könnte ein Zeitalter einleiten, in dem Informationen nicht mehr primär visuell, sondern auditiv, taktil und kontextuell vermittelt werden – was nicht nur die User Experience, sondern auch digitale Suchmuster grundlegend verändern könnte.
Wer schon eingeweiht ist
Nach Informationen von Sohn@Sohn sind in die Vorbereitungen neben Ive und Altman auch folgende Persönlichkeiten involviert:
- Adam Cheyer, Mitentwickler von Siri – verantwortlich für den Conversational Flow
- Bethany Bongiorno, Ex-Apple Engineering Director – sie leitet den operativen Rollout
- Tony Fadell, „Vater des iPod“ – wurde als Berater angefragt, seine Zusage steht noch aus
- Ein Stanford-Team, spezialisiert auf Neuroadaptive Interfaces, entwickelt derzeit ein KI-System, das erkennt, wie du sprichst – nicht nur was du sagst
Der Zeitplan – und ein gewagtes Ziel
Intern heißt es: Bis Q4 2025 soll ein marktfähiger Prototyp bereitstehen. Der Launch ist für das Frühjahr 2026 geplant. Die erste Charge soll über ein Invite-System verteilt werden – analog zu den ersten Phasen von Gmail oder Clubhouse. Zielgruppe: Early Adopters, Entwickler, Vordenker.
Sam Altman soll in internen Runden erklärt haben, dass er 100 Millionen Geräte verkaufen wolle – schneller als je ein anderes Tech-Produkt zuvor.
Ein Kairos-Moment für die Technikgeschichte?
Noch ist vieles unklar. Doch Project KAIROS wirkt wie der ernsthafteste Versuch seit Einführung des iPhones, das Verhältnis von Mensch und Maschine neu zu verhandeln. Mit Ive als Design-Ikone, Altman als KI-Visionär – und dem Schatten von Steve Jobs im Hintergrund – könnte dieses Projekt tatsächlich den „rechten Moment“ treffen, um Geschichte zu schreiben.
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