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Höhenwindräder: Die Zukunft der Energie – dezentral, nachhaltig, revolutionär – Mitmachen beim #GreenMonday

Im Vorfeld des Green Monday in Dresden, der am 25. November stattfindet, sprach Ingo Senftleben, Bereichsleiter der GICON®-Großmann Ingenieur Consult GmbH, über ein visionäres Projekt, das die Energieversorgung in Deutschland revolutionieren könnte. Gefördert durch die Agentur für Sprunginnovationen (SPRIND), arbeitet die GICON-Gruppe an Höhenwindrädern, die mehr als doppelt so hoch sind wie der Kölner Dom. Mit einer Höhe von bis zu 350 Metern bieten diese Windräder nicht nur technische Innovation, sondern auch politische und wirtschaftliche Perspektiven, die die Energiewende auf ein neues Fundament stellen könnten.

„Mit dieser Technologie betreten wir eine völlig neue Dimension der Energieerzeugung“, erklärte Senftleben. Diese Dimension ermöglicht es, die kraftvollen und beständigen Höhenwinde zu nutzen, die in niedrigeren Höhen nicht verfügbar sind. Dadurch könnten diese Windräder nicht nur deutlich mehr Energie erzeugen, sondern auch in Regionen wie Bayern oder Baden-Württemberg zuverlässig arbeiten – Gebiete, die bislang als ungeeignet für Windkraft galten. Das Projekt, so Senftleben, habe das Potenzial, bestehende Strukturen grundlegend zu verändern und dabei Konflikte um Infrastrukturprojekte wie Stromtrassen oder Offshore-Windparks zu lösen.

Ein Paradigmenwechsel in der Energieinfrastruktur

Die politischen und wirtschaftlichen Implikationen des Projekts sind weitreichend. Senftleben skizzierte, wie Höhenwindräder die Notwendigkeit großer Stromtrassen von Nord nach Süd erheblich reduzieren könnten. Diese Trassen, die aktuell erforderlich sind, um Strom aus Offshore-Anlagen und norddeutschen Windparks in den Süden zu transportieren, sind nicht nur teuer, sondern auch umstritten. „Es ist schlicht nicht mehr notwendig, den Strom über weite Entfernungen zu transportieren, wenn wir ihn vor Ort erzeugen können“, betonte Senftleben. Auch der Bau von Offshore-Windparks könnte durch die Höhenwindräder an Bedeutung verlieren. „Die Errichtung eines Höhenwindrads an Land ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch einfacher zu warten und zu reparieren“, erklärte er. Lokale Handwerksbetriebe könnten Wartung und Aufbau übernehmen, was Kosten spart und die regionale Wirtschaft stärkt. „Höhenwindräder sind ein Gewinn für die regionale Wirtschaft“, ergänzte Senftleben. „Wir können die Baukomponenten vor Ort herstellen und müssen keine Schwertransporte quer durch Deutschland schicken.“ Dieses dezentrale Modell schafft Arbeitsplätze und stärkt die Akzeptanz in der Bevölkerung. Ist doch fürs BMWK super spannend Robert Habeck.

Technische Meisterleistungen und ökologische Vorteile

Ein Schwerpunkt des Interviews lag auf den technischen Herausforderungen. GICON hat ein innovatives Konstruktionssystem entwickelt, das es ermöglicht, die Masten vor Ort zusammenzusetzen und in die Höhe zu ziehen – ohne den Einsatz extrem hoher Kräne. „Wir haben hier ein System geschaffen, das einzigartig ist und die Errichtung solcher Anlagen überhaupt erst ermöglicht“, so Senftleben. Ökologisch sind die Höhenwindräder ebenfalls vorteilhaft: Zugvögel und andere Tiere bewegen sich selten in Höhen von über 300 Metern, sodass die Anlagen den Naturschutz weitgehend berücksichtigen. „Das ist ein Gewinn für den Naturschutz“, hob Senftleben hervor.

Eine Vision für die Zukunft: Grundlastfähige grüne Energie

Ein zentraler Punkt des Projekts ist die grundlastfähige Energieversorgung. Bisher wird erneuerbare Energie oft für ihre Abhängigkeit von Wetterbedingungen kritisiert. Doch die Höhenwindräder, kombiniert mit anderen Energiequellen und Batteriespeichern, könnten eine stabile Energieversorgung sicherstellen. „Unser Ziel ist es, ein grünes Hybridkraftwerk zu schaffen, das das ganze Jahr über konstant Energie liefert“, erklärte Senftleben. In Bayern, wo Höhenwindräder ebenfalls eingesetzt werden könnten, sieht Senftleben eine steigende Akzeptanz. „Wir brauchen keine großen Stromtrassen, wenn wir den Strom direkt vor Ort erzeugen und speichern können“, sagte er. Denkanstoß für Dr. Markus Söder.

Green Monday: Vision trifft auf Praxis

Am 25. November wird Ingo Senftleben auf dem Green Monday in Dresden das Projekt präsentieren und die Bedeutung dieser Innovation diskutieren. Besonders der Roundtable „GreenTech Cluster Dresden“, an dem Senftleben teilnehmen wird, verspricht tiefgehende Einblicke. Dort werden Akteure wie Schipke, Mandy (Energy Saxony) und Martin Hermenau (Heliatek) über Chancen und Herausforderungen in der Region sprechen.

Die Startup Night: Neue Ideen für die Energiewende

Um 20:00 Uhr beginnt die Startup Night „TechBoost für die Energiewende“, in der fünf GreenTech-Startups ihre Visionen vorstellen. Jeder Teilnehmer bringt seine Perspektive auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der Energiewende ein.

Michael Niggemann von enerthing hebt die Bedeutung der Datengrundlage für Gebäude hervor. „Gebäude laufen oft blind, ohne Daten zum Raumklima oder zur Luftqualität“, erklärt er. Sein Unternehmen setzt auf nicht-invasive Sensortechnologie, die mit Photovoltaik betrieben wird. „Wir liefern Echtzeitdaten, ohne in die Bausubstanz eingreifen zu müssen, und ermöglichen so effizientere und umweltfreundlichere Betriebsprozesse.“

Janik Seitzer von Sustayn betont, wie wichtig die Motivation von Mitarbeitenden für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist. „Nachhaltigkeit gelingt nur, wenn alle im Unternehmen mitziehen“, sagt er. Sustayn bietet Micro-Content-Impulse für den Arbeitsalltag und ergänzt diese durch ein Gamification-Programm. „Wir motivieren Teams durch Herausforderungen und digitale Währungen, die für nachhaltige Aktivitäten gesammelt werden können.“

Rachel Maier von Twinetic beschreibt die Herausforderung, die steigenden Energiekosten und die CO₂-Bilanz in den Griff zu bekommen. „Viele Kommunen und Unternehmen haben keine vollständige Übersicht über ihre Energieverbräuche“, erläutert sie. Twinetic bietet eine Plattform, die Datenquellen vereint und Ineffizienzen automatisiert erkennt. „Unsere Lösung unterstützt Entscheidungsträger, Ressourcen gezielt zu sparen und die Emissionen zu reduzieren.“

Oliver Raguse von eclever spricht über Elektromobilität und die Herausforderungen des Ladeprozesses. „Die Reichweitenangst ist für viele ein Hindernis“, meint Raguse. „Unsere Software hilft Nutzern, Ladezeiten besser zu planen und die Abrechnung zu vereinfachen.“ Mit einer umfassenden Datenanalyse, die Fahrverhalten und Akkuzustand berücksichtigt, bietet eclever eine flexible Lösung für die Mobilität der Zukunft.

Denis Voss von Greenflash stellt maßgeschneiderte Energiesysteme vor, die von Photovoltaikanlagen bis zu Ladeinfrastrukturen reichen. „Wir bieten eine Rundum-Lösung, die spezifische Kundenbedürfnisse adressiert“, erklärt Voss. „Unsere Systeme integrieren verschiedene Technologien für langfristige Effizienz und Nachhaltigkeit.“

Die Zuschauer der Startup Night haben die Möglichkeit, die Ideen dieser fünf Startups direkt zu erleben und ihre Stimme abzugeben, um den Sieger zu küren. Das Event endet um 22:00 Uhr mit der Verkündung des Gewinners und zeigt, wie unterschiedlich und zugleich zukunftsweisend die Ansätze für eine nachhaltige Energiewende sein können.

Ingo Senftleben wird nicht nur für Fragen rund um die Höhenwindräder zur Verfügung stehen, sondern auch die Möglichkeit bieten, diese Innovation in den größeren Kontext der deutschen Energiewende einzuordnen. Der Green Monday schafft so eine Plattform, auf der Visionäre, Praktiker und Entscheider miteinander ins Gespräch kommen, um konkrete Schritte in Richtung einer nachhaltigen Zukunft zu machen.

Green-Monday-Veranstaltungsort: Riesaer Str. 5, 01129 Dresden

Weitere Informationen zur Anmeldung und zum vollständigen Programm finden Sie unter: https://www.eventbrite.de/e/5-green-monday-von-barocker-pracht-zur-nachhaltigen-zukunft-tickets-1038877048217

Teilnahme via Zoom: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZcpfuuhqjwuHNW0omlPOgq60Th6IauaPgHg#/registration

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