Website-Icon ichsagmal.com

Großteil der Personalverantwortlichen hat Bedenken gegenüber Künstlicher Intelligenz: Schlecht für die Rekrutierung von KI-Fachpersonal

open to new opportunities lettering text on black background

Photo by Anna Tarazevich on Pexels.com

code projected over woman
Photo by ThisIsEngineering on Pexels.com

Laut einer aktuellen Umfrage von Randstad-ifo haben 86 Prozent der deutschen Personalverantwortlichen Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) in ihren Unternehmen. Die häufigsten Gründe dafür sind fehlendes Know-how (62 Prozent), rechtliche Aspekte (48 Prozent), mangelndes Vertrauen in KI (34 Prozent) und fehlende Akzeptanz (25 Prozent). Darüber hinaus sehen 22 Prozent keinen Mehrwert in der Nutzung von KI aufgrund des damit verbundenen Aufwands (19 Prozent) und der hohen Kosten (18 Prozent).

Aktuell nutzen lediglich 5 Prozent der befragten Unternehmen KI in ihren Personalabteilungen, während weitere 25 Prozent dies in Zukunft planen. „Die Personalverantwortlichen sehen in der Rekrutierung, dem Bewerbermanagement und in der Automatisierung von Personalprozessen Chancen für die KI“, erklärt Johanna Garnitz, Forscherin am ifo-Institut.

Die Befragten schreiben dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Personalplanung im Unternehmen eher geringe Bedeutung zu. 84 Prozent gehen davon aus, dass KI in den nächsten fünf Jahren keinen Einfluss auf die Personalplanung haben wird. Lediglich 13 Prozent rechnen damit, dass der Einsatz von KI zu einem Personalabbau führen wird. Besonders im Handel (17 Prozent), der Industrie (15 Prozent) und bei Dienstleistern (9 Prozent) wird mit einem solchen Abbau gerechnet.

Das sind erschütternde Befunde. Wie wollen denn die Unternehmen KI-Fachpersonal an Bord holen? Oder ein Thema wie Prompt-Engineering mit Leben erfüllen? Im öffentlichen Sektor sind die Folgen dieser Geisteshaltung gut zu beobachten:

Im Hinblick auf die Kompetenzen einer digitalen Verwaltung verzeichnet man zur Zeit eine doppelte Kompetenzlücke.

Zum einen fokussieren aktuelle Kompetenzmodelle für E-Government auf IT-Rollen als die für eine IT-gestützte Verwaltungsmodernisierung zuständigen Spezialisten. Unter der Bezeichnung E-Kompetenzen werden hierbei primär spezielle technikzentrierte Kenntnisse und Fähigkeiten betrachtet, wobei Methoden- und Sozialkompetenzen zur Entwicklung und Einführung technischer Lösungen inkludiert werden. Wenig Berücksichtigung finden allerdings digitale Kompetenzen, die auf Fachseite von Verwaltungsbehörden dringend benötigt werden, um unter Betonung von Innovations-, Kollaborations- und Agilitätsaspekten aktiv am fortwährenden digitalen Wandel teilzuhaben und die Digitalisierung der Verwaltung über alle Ebenen und in der gesamten Breite voranzutreiben.

Zum anderen lässt sich in Ergebnissen der Stellenanzeigenanalyse erkennen, dass diese digitalen Kompetenzen in aktuellen Stellenanzeigen für fachliches Verwaltungspersonal mit einer relativen Häufigkeit von unter einem Prozent so gut wie gar nicht nachgefragt werden.

Dies könnte im besten Fall mit der Verwendung ungeeigneter Fachbegriffe bei der Datenanalyse begründet sein, nach anderer Lesart aber auch darauf hindeuten, dass bei der Personalgewinnung für die öffentliche Verwaltung digitalen Kompetenzen wenig oder keine Relevanz für die Durchführung fachlicher Verwaltungsaufgaben beigemessen werden.

Um in der KI Ballhöhe zu erreichen, sollten die Personalverantwortlichen sehr schnell ihre Abwehrhaltung gegenüber ChatGPT und Co. ablegen.

Die mobile Version verlassen