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Ein Buch über Tautologien – die eleganteste Form des Irrtums

Es gibt Sätze, die sind so wahr, dass sie nichts riskieren – und genau deshalb regieren sie. Ich arbeite gerade an einem wissenschaftstheoretischen Buchprojekt über Tautologien: nicht als Logik-Spielerei („A ist A“), sondern als Kulturtechnik – als diese glatte, glänzende Satzform, die Diskussionen gewinnt, ohne die Wirklichkeit zu berühren.

Das Buch wird eine Expedition durch Disziplinen und Lebenswelten:
Ökonomie, Management, Soziologie, Naturwissenschaften, Pandemie-Debatten bis hin zum Gottesbeweis.
Immer mit derselben Leitfrage: Wie entstehen Wahrheiten, die unangreifbar sind – und gerade dadurch leer werden?

Worum geht’s wirklich?

Um Sätze, die wie Türen aussehen, aber eigentlich Vorhängeschlösser sind.
Um Modelle, die als Fenster verkauft werden, obwohl sie Spiegel sind.
Um Kennzahlen als moderne Liturgie.
Um Moral als Lackschicht, auf der jede Kritik abperlt.
Und um den Moment, in dem „Evidenz“ nicht mehr Erkenntnis bedeutet, sondern Zuständigkeit beendet.

In dem Opus sollst Du Tautologien nicht nur erkennen, sondern riechen.
Steril (logisch), weich (sprachlich), lackiert (methodisch), kreisförmig (argumentativ).
Tautologien kommen selten im Schulbuch-Outfit. Sie kommen als Lebenshilfe, als Talkshow-Ton, als Führungskräfte-Satz, als „gesunder Menschenverstand“.

Talkshow-Prinzip

Wenn nach einer hitzigen Sendung sowohl die Empörten von rechts als auch die Empörten von links dich gleichzeitig zerlegen wollen, hast du nicht automatisch recht – aber ziemlich sicher einen wunden Punkt getroffen.

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Gesundheit & Lifestyle

Politik & Öffentlichkeit

Wissenschaft, Zahlen, Kurven

Warum ich das schreibe

Weil ich den Eindruck habe, dass unsere Zeit zwei Dinge gleichzeitig liebt:
Komplexität (als Ausrede) und Gewissheit (als Beruhigung).
Tautologien sind das perfekte Bindemittel zwischen beiden.

Und weil ich glaube: Die interessantesten Sätze sind nicht die, die immer stimmen.
Sondern die, die scheitern könnten – und gerade deshalb etwas riskieren.

Wenn du das verfolgen willst

Ich werde hier auf dem Blog regelmäßig kurze Auszüge posten:

Wenn du magst, schreib mir in die Kommentare:
Welche Alltagstautologie begegnet dir am häufigsten?
Ich sammle sie – und einige landen (anonymisiert) im Buch.

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