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Das Gründungsprinzip des Ungewissen: Warum Deutschland mehr Mut zur Breite braucht – Auf zur Startup-Night in Dresden am 25. November #GreenMonday @rafbuff @martenmickos

Google Glass für den mobilen Journalismus

Google allmächtig?

Mårten Mickos brachte es auf TwitterX auf den Punkt: „Throw lots of darts at the board. It’s the Y Combinator model.” Man wirft viele Pfeile aufs Ziel, nicht in der Erwartung, dass jeder ein Treffer ist, sondern weil die Summe der Versuche eine höhere Chance auf bahnbrechende Ideen bietet. Dieses Geschäftsmodell des berühmten Inkubators Y Combinator setzt auf Vielfalt und Mut: Hunderte Startups werden mit Kapital und Ressourcen versorgt, in der Hoffnung, dass ein Teil von ihnen zum nächsten großen Ding wird. Diese Philosophie hat die Startup-Kultur weltweit verändert und zeigt, was möglich ist, wenn man Risiko als Bestandteil des Erfolgs akzeptiert.

https://twitter.com/rafbuff/status/1853735086962708808

Rafael Laguna de la Vera, Leiter der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), bringt es ebenfalls auf den Punkt: „We don’t bet on the horse, we bet on the race.“ Diese Herangehensweise steht im starken Kontrast zur klassischen Industriepolitik in Deutschland, die oft mehr Wert auf Sicherheit und Kontrolle legt als auf kreatives Risiko. Laguna zitiert einen ehemaligen DARPA-Direktor, dessen pragmatisches Bild vom Rennen statt vom Einzelpferd bei SPRIND zum Leitmotiv wurde. Die Idee ist, nicht auf einen bestimmten Gewinner zu setzen, sondern darauf, den gesamten Prozess zu fördern und dadurch bessere Chancen auf Erfolg zu schaffen.

Google hat diesen Weg des experimentellen Wachstums beispielhaft vorgelebt. Schon früh setzte der Tech-Gigant auf das Schrotflinten-Prinzip, indem er viele Projekte gleichzeitig anstieß, wohlwissend, dass nicht alle erfolgreich sein würden. Der Konzern zielt darauf, zahlreiche Zukunftsfelder zu besetzen und auf diese Weise auf Veränderungen vorbereitet zu sein. Das mobile Internet war noch kaum verbreitet, als Google mit Google Maps bereits eine essentielle Anwendung entwickelt hatte. Die Vision bestand darin, nicht nur in Technologien zu investieren, die sofort profitabel waren, sondern jene zu schaffen, die zukünftig unabdingbar sein könnten. Als die mobile Revolution begann, war Google bereits bestens aufgestellt, während andere Unternehmen erst begannen, die Bedeutung dieser neuen Entwicklung zu begreifen.

Und hier zeigt sich eine verpasste Chance für Deutschland. Während in den USA und Asien die Schrotflinte geschultert und auf Innovationsfelder aller Art gezielt wird, bleibt Deutschland in seiner Industriepolitik oft statisch. Statt auf Experiment und Breite zu setzen, dominiert das Denken in einzelnen Großprojekten und „sicheren“ Investitionen. Ein kritischer Blick auf die traditionellen deutschen Industriegrößen wie Volkswagen zeigt ein fundamentales Defizit: fehlende Vernetzungskompetenz. Während Unternehmen im Silicon Valley längst verstanden haben, dass die Zukunft in der Verbindung von Daten, Software und Algorithmen liegt, bleibt die deutsche Automobilindustrie oft in isolierten Strukturen und althergebrachten Prozessen verhaftet. Der Übergang vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsanbieter, der digitale und intelligente Lösungen für Städte und Verbraucher entwickelt, wird von vielen Firmen nur zögerlich vollzogen. Was fehlt, ist die Fähigkeit, die Vernetzung als Kernelement der Geschäftsentwicklung zu begreifen und neue digitale Infrastrukturen konsequent zu erschließen. Das Schrotflinten-Prinzip bleibt ein fernes Konzept, und die Verweigerung dieses Innovationsweges könnte sich langfristig rächen.

Hier setzt ein Format wie der Green Monday an, das nun am 25. November in Dresden stattfinden wird. Die Veranstaltung zeigt, wie Wirtschaftsförderung im Sinne des Schrotflinten-Prinzips funktionieren kann: In der Startup Night „TechBoost für die Energiewende“ stellen fünf Green Tech Startups ihre Ideen vor, darunter enerthing GmbH, SUSTAYN, eClever Systems GmbH, I3DEnergy und Greenflash. Frank Barz moderiert die Pitches und bietet dem Publikum die Möglichkeit, als Jury die besten Ideen zu prämieren. Dieses Format bietet genau die Art von experimenteller Vielfalt, die wir brauchen: eine breite Bühne für neue Ideen, die vielleicht nicht alle sofort erfolgreich sein werden, aber deren Summe das Innovationspotenzial in den Bereichen Nachhaltigkeit und Technologie entfalten kann.

Der Green Monday ist ein Beispiel dafür, wie man es in Deutschland besser machen könnte. Statt auf Einzelprojekte zu setzen und vermeintliche Sicherheit über alles zu stellen, braucht es mehr Mut zur Breite. Die Wette auf den Prozess statt auf das einzelne Ziel – das ist der Weg in eine nachhaltige und innovative Zukunft.

Man hört, sieht und streamt sich auf dem Green Monday am 25. Oktober.

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