Website-Icon ichsagmal.com

Alles nur KI? – Warum die Zukunft menschlicher bleibt, als viele denken

Kaum ein Begriff dominiert die Personalmessen derzeit so sehr wie Künstliche Intelligenz. Von Chatbots über Matching-Algorithmen bis zu automatisierten Bewerbungsprozessen: KI gilt als Lösung für alles – und weckt zugleich die Sorge, dass der Mensch im Unternehmen überflüssig werden könnte. Im Gespräch mit Ines Larsen-Schmidt von MB Energy Holding auf der Zukunft Personal Europe zeigte sich jedoch: Der Zauber der Zukunft liegt nicht in der Allmacht der Maschinen, sondern im richtigen Verhältnis von Technik und menschlicher Perspektive.

Larsen-Schmidt brachte es pragmatisch auf den Punkt: KI ersetzt nicht Empathie. Sie kann Texte vergleichen, Hotlines entlasten oder Übersetzungen liefern. Aber sie bleibt ein Werkzeug. Die eigentliche Kunst besteht darin, zu erkennen, wo sie sinnvoll eingesetzt wird – und wo weiterhin menschliche Erfahrung, Neugier und Urteilskraft unverzichtbar sind. Genau hier entsteht die neue Balance: Automatisierung im Detail, menschliche Intuition im Entscheidenden.

Besonders spannend wurde das Gespräch, als es um Transformation ging. Jahrzehntelang schwangen Schlagworte wie „Change Management“ und „VUCA“ durch die Managementliteratur. Heute wirken sie verbraucht. Larsen-Schmidt betont, dass Wandel nicht Anfang und Ende kennt, sondern eine ständige Bewegung ist – eine Metamorphose. Unternehmen, die diesen Prozess als Dauerzustand begreifen, entwickeln eine andere Resilienz. Sie erkennen: Komplexität lässt sich nicht wegdefinieren, sondern nur gestalten.

Der Bezug zur Energiebranche verdeutlicht die Dimension. Ob geopolitische Konflikte, schwankende Handelsströme oder der Druck der Nachhaltigkeit: Hier ist nichts stabil. Doch anstatt Komplexität zu verdrängen, gilt es, Stückwerk zu betreiben – Schritt für Schritt Lösungen zu entwickeln, Fehler zu korrigieren, neue Perspektiven einzubeziehen. Helmut Schmidt nannte das einmal „Stückwerkstechnik“ – und es ist erstaunlich aktuell geblieben.

KI kann dabei unterstützen. Sie entlastet von Routinen, strukturiert Daten und liefert Entscheidungsgrundlagen. Aber sie ersetzt nicht das offene Gespräch im Team, den Perspektivenwechsel zwischen Disziplinen oder die Neugier auf Neues. Genau dieser menschliche Faktor entscheidet, ob Organisationen den permanenten Wandel meistern.

„Alles nur KI?“ – die provokante Frage dieser Session beantwortet sich damit fast von selbst: Nein. Es ist die Mischung, die zählt. KI ist Werkzeug. Transformation ist Dauerzustand. Und der Mensch bleibt das Element, das Komplexität nicht nur erträgt, sondern ihr Sinn und Richtung gibt.

Die mobile Version verlassen