Was passiert mit den Crash-Propheten, wenn der Crash überhaupt nicht kommt?

Ich habe mich in New York beim Fachkongress der National Retail Federation mit vielen Wirtschaftsexperten und Verbrauchern unterhalten, wie hart die Wirtschaftskrise ausfallen wird. Es gab fast durchweg sehr optimistische Prognosen. Spätestens in einem halben Jahr werden wieder positive Wirtschaftsmeldungen erscheinen. Man überwindet die Rezession schneller, als es die Crash-Propheten an die Wand malen und damit gutes Geld verdienen. In einem Blog-Beitrag habe ich ja auf den sehr schmalspurigen theoretischen Unterbau der Kassandra-Rufer hingewiesen: Wer sich jetzt sehr pessimistisch äußere, werde kaum geprügelt werden, wenn es nicht so schlimm kommen sollte. „Das ist eine ziemlich schnoddrige Haltung. Vielleicht servieren uns die gutdotierten Wirtschaftsprognostiker Ende 2009 noch die Story, dass ihre apokalyptischen Vorhersagen für ein rasches Eingreifen der Politiker gesorgt haben und deshalb eine Rezession verhindert werden konnte“, so der Einwand von Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer IT-Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.com/de.

Ein weiterer Beitrag beleuchtet die sehr fragwürdige Mathematisierung der Volkswirtschaft. Das Ganze könnte ausgehen wie bei den Weltuntergangsthesen des Club of Rome, die sich fast alle als heiße Luft herausgestellt haben. Erinnert sei auch an die penetrante „Jahr 2000-Computer-Gau-Debatte“, die wahrscheinlich von Verkäufern der Security-Softwarebranche vorangetrieben wurde. Oder wie war das mit der BSE-Hysterie, die von 100 auf null gefallen ist. Man sollte aber bei einem Ausbleiben des Crashs nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern den Wirtschaftsforschungsinstituten die Steuergelder streichen. Dann haben die nämlich einen richtigen Crash und können ihre Unternehmen dichtmachen – arbeitsmarktpolitisch wäre es zu verkraften, wenn ein paar Ökonometriker arbeitslos werden. Sie hätten es verdient!!!