Geist, Geld und verschwurbelte Ansichten über Blogger – Über das neue Buch des sueddeutsche.de-Chefs

Thomas Knüwer hat in seinem Blog die richtige Antwort auf das neue Buch von Hans-Jürgen Jakobs, Chef von sueddeutsche.de, gegeben. „Geist und Geld“ heißt das Werk und wird wohl sehr schnell ins moderne Antiquariat wandern. Warum sollten festangestellte Redakteure wie Knüwer oder Niggemeier nicht bloggen? Gibt es ein Reinheitsgebot für Blogger? Hier sieht Jakobs einen Unterschied zu den USA: „Auffällig ist, dass einige der bekanntesten deutschen Blogs von ausgewiesenen Journalisten gemacht werden, die bei fest etablierten Medienunternehmen arbeiten oder dort zumindest doch regelmäßig schreiben können.“

Was ist mit den US-Bloggern von großen Wirtschaftszeitschriften, von Fachmagazinen, von Publikationen wie Wired etc.? Querverbindungen von Printjournalisten zu anderen Formaten gab es doch schon zu allen Zeiten. Vor allen Dingen in den USA: Print-Chefredakteure mit eigener Fernsehsendung etc.

Jeder kann einen Blog aufmachen – das erweitert den Horizont.

Nachtrag zu Konjunkturprognosen: Günter Ogger, Autor des Buches „Nieten in Nadelstreifen“ empfiehlt einen Dummschwätzer-Boykott

Als Reaktion auf meinen Blog-Beitrag zu den Forderungen von DIW-Chef Zimmermann schickte mir Bestseller-Autor Günter Ogger http://www.guenterogger.de folgende Mail:

Versuchen Sie es doch mal mit einer Initiative „Dummschwätzer-Boykott“:
Wenn man die Chefredakteure der sog. Leitmedien dazu verpflichtete, ab sofort die Nonsens-Verlautbarungen der Ökonomen und Analysten zu ignorieren, würde das zur Medienhygiene beitragen. Volkswirtschaft
ist nun mal keine Wissenschaft, sondern Religionsersatz. Wenn schon
Gesundbeterei erwünscht ist, dann sollte sie als solche deklariert werden und nicht im Gewand preusdowissenschaftlichen Geschwätzes daherkommen.
Freundliche Grüße,
Günter Ogger

Das sollten wir beherzigen. Weiterführend sind auch die Xing-Beiträge unter: https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16477028;articleid=16478516#16478516 

So schreibt Knut Eric Wingsch:
Die Experten, Politiker und Manager haben ihre Kopfnuss kassiert. Um alle Klischees zu bedienen bitte ich um Hinzufügung der Banker ;-))

Das die Experten, die über Experten, Politiker, Manager und Banker richten, sich selbst zu Experten stilisieren wird auffallend häufig nicht berücksichtigt oder nur dann, wenn es in die eigene Story passt. Komischerweise werden die Berufsgruppen nie gelobt, wenn alles bestens läuft und die Vorhersagen im positiven Sinne zutreffend sind – ist doch irgendwie eigenartig oder?

Und Michael R. RUOFF meint:

Glaube keinem Experten, er redet nur pro Auftraggeber.
Glaube keiner Prognose, sie sind alle zweckorientiert.
Glaube keiner Statistik und daraus abgeleiteten Analysen. Denn auch Statistiken sind oft gefälscht durch Weglassen und Ausgrenzen. Wer es noch nicht kennt, dem rate ich zur Lektüre: Walter Krämer, So lügt man mit Statistik.
Praktische Beispiele findet man jeden Tag in der FAZ, beim ZDF, im Spiegel und in den Regierungspublikationen. Vor allem in den Schaubildern. Beispiel: Ölpreisentwicklung in Dollar, Benzinpreiskurve in der gleichen Grafik in Euro. Sah dann so aus, als ob der Benzinpreis kaum sinkt.
„Get your facts first, and then you can distort them as you please“ (Mark Twain, 1835-1910)

Die Debatte wird uns wohl längere Zeit beschäftigen, Gruß GS