Generalprobe zur größten (virtuellen) Konferenz für politische Bildung am 7. Juni @bpb_de #AktionstageNetzpolitik #StreamingKonferenz

Generalprobe für den Livestreaming-Marathon am Donnerstag, den 7. Juni von 10 bis 22 Uhr.

Hier unsere kleine Live-Aufnahme. Wir wollten mal schauen, ob es mit unserer LTE-Box hinhaut und auch die Schaltungen via Skype funktionieren. Equipment wird dann nächste Woche größer und besser sein:

Man hört, sieht und streamt sich am nächsten Donnerstag – via Facebook Live auf der Seite des bpb.

Meinungsbildung von unten nach oben – Live-Talk in der Bundeszentrale für politische Bildung #FutureHubs #D2030

Parteienkrise heißt nach Auffassung von Jürgen Wiebicke auch, dass es keine wirklich funktionierende, gesellschaftlich breit verankerte Versammlungsdemokratie mehr gibt.

„Die wenigsten Ortsvereine der Parteien sind noch lebendige Organismen, die die Meinungsbildung von unten nach oben strukturieren. Diese deprimierende Erfahrung werden vermutlich viele derer machen, die nach der Trump-Wahl online in eine Partei eingetreten sind.“

Demokratie beginne mit dem öffentlichen Gespräch. Sie benötigt Orte, an denen wir uns als Bürger begegnen und feststellen, welche Probleme besonders drängend sind und ob die Lösung im Konsens oder im Streit zu suchen sei.

Wiebicke plädiert dafür, solche Orte in der eigenen Umgebung zu schaffen. Er sieht die Krise der Demokratie vor allem als Kommunikationsstörung. Mit digitalen Mitteln werde sich diese Kommunikationsstörung nicht beheben können. Die Antwort müsse analog sein. Aber warum baut der Autor des Buches „Zehn Regeln für Demokratie-Retter“ nicht auf Formate, die beides zusammenbringen?

Vorbild Mafia

Wiebicke ist doch davon überzeugt, dass man mit wenigen Gleichgesinnten solche Orte schaffen kann. Wenige können viel bewirken. Und er baut auf Menschen, die unterschiedliche Talente und Zeitbudgets mitbringen. Bei Partizipation gilt: Jeder das, was er kann. Wiebicke erwähnt das Community Organizing-Konzept.

„Es ist in den 1930er-Jahren in den USA in einem Slum von Chicago entstanden. Der Soziologe Saul Alinsky, selbst ein ehemaliges Getto-Kid, hatte damals die so simple wie geniale Idee, wie Demokratie von unten neu belebt und sozialer Zusammenhalt organisiert werden kann: Er kopierte die Strukturen der Mafia! Was in der Halbwelt die Paten waren, waren bei Alinsky sogenannte Schlüsselpersonen. Der Gedanke ist einfach: Netzwerke sind dann stabil, wenn Menschen in ihnen wirken, an denen sich andere orientieren, von denen sie sich mitreißen lassen. Schlüsselpersonen sind Menschen, die das Vertrauen einer jeweiligen Gruppe genießen, in ihrem Namen sprechen zu dürfen. Ein erfolgreiches Netzwerk besteht dann aus Schlüsselpersonen, die sehr verschiedene Gruppen repräsentieren, die vorher meist gar keinen Kontakt miteinander hatten.“

Starke und schwache Knoten

Alinsky habe es geschafft, Gewerkschafter, Katholiken und Geschäftsleute an einen Tisch zu bitten, die zunächst nur die eine Gemeinsamkeit hatten, dass sie aus eigener Kraft etwas gegen die Verelendung vor der eigenen Haustür tun.

„In die Sprache der digitalen Welt übersetzt: Es sind die starken Knoten, zu denen alles hinstrebt, mit denen sich alle schwachen Knoten verlinken wollen. Alinsky hat, bevor er daranging, die sogenannte Bewegung der Hinterhöfe zu gründen, erst einmal Nosing around betrieben, wie er seine Methode nannte, um Schlüsselpersonen im Quartier zu identifizieren und mehr über die drängendsten Nöte zu erfahren. Lokale Demokratie beginnt also mit aktivem Zuhören, lange bevor gehandelt wird. Daran zu erinnern, scheint mir heute besonders wichtig zu sein, wo doch viele Diagnosen zum Vertrauensverlust von Politik darin übereinstimmen, dass sich viele Gewählte sehr weit von der Lebenswelt entfernt haben, in der die harten Probleme zu Hause sind“, so Wiebicke.

Kiez-Diskurse im Netz

Aber warum sollte man Austausch über öffentliche Angelegenheiten auf den eigenen Kiez beschränken? Man kann doch beides machen. Kleine Initiativen im eigenen Wohnviertel verbinden sich über das Netz mit Initiativen in anderen Wohnvierteln. Warum sollte man also öffentliche Diskurse nicht für alle verfügbar machen? Warum setzt man nicht auf kollektive Intelligenz, die sich lokal und im Internet formiert? Dezentral, virtuell, vernetzt, offen und kuratiert. Das analoge Engagement wird dadurch beflügelt und animiert zur Nachahmung.

Etwa bei den Diskursen, die die D2030-Initiative anstößt. Es geht dabei um Brücken für neue Ideen, Kombinatorik, überraschende Verbindungen und Erkenntnisse, dauerhafte und fortlaufende Gespräche sowie offene Begegnungen. Das läuft über Future Hubs, die Deutschland überparteilich weiterdenken. So erhöht man die Wahrscheinlichkeit, starke und schwache Verbindungen zu unterschiedlichen Interessen und Themen zu finden.

Darüber spreche ich am Freitag, um 11 Uhr mit Daniel Kraft von der Bundeszentale für politische Bildung. Eine Wiederbelebung der Agora ist dabei das Ziel. Man hört, sieht und streamt sich auf Facebook in unserer Future Hubs-Aktion zur Zukunftskonferenz der D2030-Initiative, die am 6. und 7. Juli in Berlin stattfindet und die Ergebnisse der Diskurse aufnehmen wird.

#BonnerRepublik #BorninBonn Demokratie stärken – Zivilgesellschaft fördern #smcbn meets #BpB @kraft_bpb

smcbnbpb

Doku zum gestrigen Abend des Social Media Chat Bonn #smcbn in der Bundeszentrale für politische Bildung.

War einer der informativsten Abende des #smcbn 🙂

Wir sollten die Demokratie-Sessions häufiger machen. Museum König, Kanzler Bungalow, Beethovenhalle, Langer Eugen, Bundestag, Wasserwerk, Kanzleramt und und und #WegderDemokratie Da gibt es einige Möglichkeiten, den Geist der Bonner Republik in Deutschland wieder zu stärken.

Terrorismus kann man nur mit Ideen, Bildung und Dialog besiegen – Karikaturen aus Syrien

Karikaturen aus Syrien

Seit Monaten beherrscht das Thema Flucht die Schlagzeilen in unserem Land. Deutschland steht als Zufluchts- und Exilland mit der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge vor einer großen Herausforderung, der sich vor allem die politische Bildung stellen muss. Bildung ist wohl auch das Schlüsselwort, mit dem man den faktenarmen Hasstiraden der so genannten besorgten Bürger entgegentreten muss, die jedes noch so dümmliche Gerücht über Flüchtlinge aufgreifen, um ihren Alltagsrassismus mit neuer Nahrung zu versehen.

Jetzt eröffnete im Medienzentrum der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn die Ausstellung „Karikaturen aus Syrien – Zeichnungen von Hussam Sara“. Die Zeichnungen des syrischen Karikaturisten berichten von der politischen Situation in seinem Heimatland, vom Krieg, der Unterdrückung durch den syrischen Diktator Bashir al-Assad und von der syrischen Zivilbevölkerung, die zwischen die Fronten gerät und fliehen muss.

In der ersten Präsentation seiner Werke in Deutschland zeigt Sara 16 aktuelle Karikaturen sowie eine Auswahl früherer Arbeiten. Nach der Begrüßung durch Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung, gab es von Abbas Al-Khashali, Redakteur der arabischen Redaktion der Deutschen Welle, einen kurzen Exkurs zur aktuellen Lage in Syrien und im Nahen Osten. Hussam Sara bedankte sich in einer kurzen und emotionalen Rede für die Aufnahme in Deutschland und für die öffentliche Plattform, um das Leid der syrischen Menschen und die perfide Machtpolitik unterschiedlicher Protagonisten, die das Land ins Unglück stürzen.

Seine Karikaturen dokumentieren den Blickwinkel des Betroffenen:

„Verdichtet zu Bildern, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Sie erzählen von den politischen Zuständen in Syrien, vom Krieg, der immer die Falschen trifft, von der Zivilbevölkerung, die zwischen die Fronten der Konfliktparteien gerät und immer wieder von Bashir al-Assad, seiner Grausamkeit und seinem Machterhaltungstrieb auf Kosten der Bevölkerung“, so Daniel Kraft in seiner Ansprache.

Syrien hat sich mittlerweile zu einem Schlachtfeld von lokalen und globalen Mächten entwickelt.

„Den Menschen bleibt nichts anderes übrig als ihr Heimatland zu verlassen“, so Abbas Al-Khashali.

Sie suchen Frieden und sehnen sich nach Ruhe. Europa kann sich aus diesem Konflikt nicht mehr heraushalten, auch wenn wir lange glaubten, der Konflikt im Nahen Osten sei weit von uns entfernt. Mit der Flüchtlingsbewegung hat sich das geändert. Dafür brauchen wir ein Konzept und das sollte sich nicht wie in Libyen auf militärische Mittel beschränken. Die Folgen des völligen Zusammenbruchs des Gaddafi-Staates bekommt Tunesien schmerzhaft zu spüren mit dem importierten Terror in Tunis.

„Terrorismus kann man nur mit Ideen, Bildung und Dialog besiegen“, sagte sehr treffend Al-Khashali.

Musikalisch begleitet wurde das Programm in der Bundeszentrale vom syrischen Sänger und Oud-Spieler Khater Dawa. Der Musiker flüchtete zu Beginn des Konflikts in Syrien 2011 über Ägypten nach Deutschland. In seinen Liedern verarbeitet er die Veränderungen in der arabischen Welt und seine Hoffnung auf eine friedliche Lösung.

Die Ausstellung „Karikaturen aus Syrien – Zeichnungen von Hussam Sara“ ist noch bis zum 11. Februar 2016 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr in der Adenauerallee 86 in Bonn zu sehen. Zwischen den Feiertagen (28. bis 30.12.2015) ist die Ausstellung jeweils von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen zur Ausstellung unter: www.bpb.de/karikaturen-aus-syrien

Allensbach-Umfrage: Mehrheit fühlt sich über Flüchtlinge einseitig informiert. Untermauert die Initiativen der Bundeszentrale für politische Bildung, Begegnungen mit Flüchtlingen aus Syrien zu ermöglichen.