
Ein Gespräch mit Melanie Williams im Messe-TV-Studio der Zukunft Personal Süd über die Zukunft der Führung – und warum der Kommandoton der Macho-Manager ins Archiv gehört.
Die Frage war nicht ganz fair, aber sie musste gestellt werden:
„Was, wenn ich einfach eine Führungskraft sein will, vor der man Angst hat?“
Melanie Williams blieb ruhig. Kein Stirnrunzeln, kein didaktischer Reflex, kein Pädagogenzeigefinger. „Dann klären wir erstmal, welches Bedürfnis dahinter steckt“, sagte sie. „Denn Angst ist kein Führungsstil, sondern ein Schutzmechanismus.“
Williams ist keine, die das Wort „Transformation“ ins Schaufenster stellt, aber nichts dahinter hat. Sie ist Coach, Mediatorin, Buchautorin („Legendär führen“) – und sie hat genug erlebt, um zu wissen, wie tief der Reflex reicht, Macht mit Wirkung zu verwechseln. Besonders bei denen, die sich im Innersten klein fühlen. „Viele, die mit Angst führen, fürchten sich eigentlich nur vor sich selbst.“
Führung nach dem Homeoffice-Schock
Nach Corona, nach Burnout, nach der Great Resignation – man hätte meinen können, dass das „Command & Control“-Denken ein für alle Mal erledigt sei. Aber kaum sind wieder alle an Bord, hört man die altbekannten Sätze:
„Zurück ins Büro – basta!“
„Ich will Präsenz!“
„Die sollen wieder funktionieren!“
Führung à la Trump ist nicht tot. Sie brüllt nur leiser. Melanie Williams nennt das: „Grenzen setzen mit den Methoden der alten Welt.“
Doch das funktioniert nicht mehr. Die Belegschaften sind wacher, transparenter, gut vernetzt. Sie wissen, wie toxisches Verhalten aussieht – und dass man kündigen kann.
„Heute musst du nicht mehr mit Macht führen. Du musst mit Klarheit führen.“
Vom faulen Apfel im Team und den guten Gründen, ihn auszusortieren
Natürlich redeten wir auch über die Realität: über Querulanten, Schattenbeamte, Dauerkranke mit Nebenjob, Schwarzarbeit oder Kündigungsschutzpanzer. Melanie kennt sie alle – und sie schönt nichts.
Aber sie bleibt klar: Erst die Mediation, dann die Konsequenz. Erst Kommunikation, dann Eskalation. Und wenn es sein muss, auch: Trennung.
„Ein fauler Apfel macht den ganzen Korb schlecht.“
„Und Führung bedeutet: diesen Apfel zu erkennen – und etwas zu tun.“
Der Titel ihres Buches klingt nach Pathos:
„Legendär führen. Werde die Führungskraft, die du schon immer sein wolltest.“
Aber dahinter steckt kein Instagram-Coaching-Bling. Sondern eine einfache Botschaft:
„Legendär ist nicht, wer laut ist. Legendär ist, wer Spuren hinterlässt – weil andere ihm oder ihr folgen wollen.“
Und: Ja, auch der Leiter der Finanzbuchhaltung kann legendär sein. Gerade dann.
📕 Das Buch: Legendär führen – Das Geheimnis erfolgreicher Führungskräfte
📍 Der Ort: Zukunft Personal Süd, Halle 10, Messestand 43F
📬 Kontakt: melaniewilliams.de