Wir werden lernen müssen, Stürme zu reiten @AlexandVerne @DGN_MUC @HoheLuftMagazin

„Wir werden lernen müssen, Stürme zu reiten und strategische Planung als liquide Landschaften unserer Vorstellung zu verstehen, in denen wir auch Kurskorrekturen vornehmen können“ und müssen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer können die Metaphorik von Lars Immerthal, Autor von DigitalX, zur Zeit sicherlich gut nachvollziehen. Und das ist mitnichten neunmalklug oder hämisch gemeint.

Es gibt Entwicklungen, die innerhalb von Stunden alles auf den Kopf stellen und vorhergehende Überlegungen pulverisieren. Ich selbst reagiere dabei eher mit Demut und Zurückhaltung als mit der Geste des Allwissenden, der im nach hinein immer alles genau beurteilt und einordnet. Solche Ex-Post-Aburteilungen gehen mir auf die Nerven. Gefragt ist außenpolitische Solidarität, schnelle Hilfe für die betroffenen Menschen in Afghanistan und ein kluges Management von Kontingenz.

Das ist nicht nur beim Umgang mit Krisen wichtig, sondern in jeder Organisation essentiell. Und darauf müssen sich die Führungspersönlichkeiten verständigen: „In pandemischen Zeiten können wir unterschiedliche politische Kulturen in verschiedenen Ländern, aber auch in Unternehmen beobachten, die diese Form der Verständigung über Risiken und Nichtwissen mehr oder weniger zulassen oder beherrschen und damit mehr oder weniger Vertrauen schaffen“, schreibt Immerthal in einem Beitrag für „Hohe Luft kompakt“ mit dem Schwerpunkt Metanoia.

Die Kontingenz, das Auch-anders-sein-können als ein schillerndes Gesicht der Wirklichkeit bietet jedem Handeln den eigentlichen Ansatzpunkt. Nachzulesen bei Rüdiger Bubner im Sammelband „Kontingenz“ in der Wissenschaftsreihe Poetik und Hermeneutik. Handeln steht mit dem Zufall in Konkurrenz. „Nur dasjenige, was ebensogut auch ausbleiben oder anders eintreten kann, bietet unserer zielgerichteten Aktivität Raum zu Entfaltung“, so Bubner.

Sogar unterwegs, während das Handeln sich vollzieht, stehe es weiter unter dem Vorzeichen des Anders-sein-könnens. Der gelingende Vollzug ist nicht garantiert. Wie man damit umgeht, zeigen Rückversicherungen. Also die Berechnung von Eintrittswahrscheinlichkeiten. Und dann gibt es die positiven Seiten der Kontingenz: Überraschungen etwa bei der Entdeckung von Innovationen.

Darüber sprechen wir mit Deepa Gautam-Nigge (SAP) im Vorfeld der Digital X. Mittwoch, 18. August, 11 Uhr.

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