Threads statt Blogs? Twitter als #Bloghäppchenaneinanderreihungstool – @annetteschwindt im Gespräch mit @Johannes

Annette Schwindt und Johannes Mirus beschäftigen sich mit kuriosen Webnutzungs-Entwicklungen. Dazu zählen die beiden Endlos-Threads, die mich in der Regel nerven. Annette schreibt:

„Fangen wir also bei den Twitter-Threads von 10, 20 oder mehr Beiträgen an, die alle hintereinander einen fortlaufenden Text bilden. Geantwortet wird mittenrein und das Ganze verzweigt sich irgendwann zu einem unübersichtlichen Gewirr. Wir beide haben uns unabhängig voneinander gefragt, warum jemand sowas macht. Denn eigentlich sind das zerstückelte Blogbeiträge und keine Kurznachrichten.“

Antwort von Johannes:

„Twitter wird als Bloghäppchenaneinanderreihungstool missbraucht. Über die Gründe bin ich mir immer noch nicht ganz im Klaren. Natürlich ist es einfacher und schneller, vor allem, wenn man noch kein Blog hat. Und das Publikum ist schon da, muss nicht erst rüber wechseln. Aber das kann doch nicht alles sein.“

Besonders perfide werde die Thread-Nutzung ja, wenn ein Dienst wie Thread Reader App verwendet wird, um aus den Häppchen wieder einen zusammenhängenden Text zu basteln. „Schön garniert mit Werbung und wieder auf einer Drittplattform. Beim Bloggen hat sich ja auch einiges verschoben. Ganz früher haben wir die Kurzpostings noch auf die eigene Website gepackt. Dann kam Twitter und die Linktipps wanderten dorthin. Für Blogs blieben dann eher die längeren Beiträge. Es ist auch ein bisschen lustig, dass sich ausgerechnet der Kurznachrichtendienst nun auch noch diese Beitragsart sozusagen einverleibt…..Als Blogger der (ganz) alten Schule bedauere ich es trotzdem, dass so viele Inhalte an Drittanbieter verschenkt werden. Ich kann zwar nachvollziehen, warum man lieber einen Blogbeitrag twittert, aber ich habe schon so viele Dienste kommen und gehen sehen und denke mir dann jedes Mal: Ein Glück, dass ich alles Wichtige auf meinem eigenen Webspace habe.“

Was auch immer der Beweggrund ist, von Zeitmangel bis zu „Hallo-ich-habe-jetzt-etwas-ganz-Wichtiges-zu-posten“, es ist flüchtig, schlecht lesbar und kaum anschlussfähig für weitere Debatten im Netz.

Was denkt Ihr?

Was sonst noch interessant ist im Netz:

Ständig wird bei Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung interveniert. Eine höchst zweifelhafte Entwicklung.

4 Gedanken zu “Threads statt Blogs? Twitter als #Bloghäppchenaneinanderreihungstool – @annetteschwindt im Gespräch mit @Johannes

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  3. Ich mag Twitter Threads 🙂 Es hat nicht jede:r ein Blog und das dazugehörige Durchhaltevermögen. Und: Es ist sehr nützlich für Tweets zu einem Vortrag oder einer Konferenz – so stoße ich auf einen Aspekt, nach dem ich gesucht habe und kann dann im Zusammenhang die Tweets insgesamt dazu lesen.

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