Eine literatur-historische Sensation nach 87 Jahren: Die überfällige Veröffentlichung als Buch des Romans „Die braune Pest“ von Frank Arnau – Vorgestellt im literarischen Sommerinterview in Bonn

Ausblick auf das literarische Sommerinterview am Freitag, 13. August, um 19 Uhr mit dem Verleger Adrian Jesinghaus. Eine literatur-historische Sensation nach 87 Jahren: Die überfällige Veröffentlichung als Buch des Romans „Die braune Pest“ von Frank Arnau! Das bis heute unauffindbare Werk Frank Arnaus, von dem der Autor selbst schrieb, dass es verschollen sei, wurde auf abenteuerliche Weise wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Nicht nur das Werk selbst erscheint, dessen Inhalt recherchiert, überprüft und bis in Details belegt wurde, sondern auch der hochinteressante Werdegang des Autors und seines Buches bereichern diese historische Erstausgabe nach 87 Jahren.

Frank Arnau, Sohn des Hoteliers Charles Schmitt (Beau Rivage – Genf, Baur au Lac – Zürich), war nicht nur Autor, sondern auch Journalist und Großindustrieberater auf der Vorstandsebene von Unternehmen wie Daimler-Benz, BMW, Deutsche Kabelwerke und der Dresdner Bank, sowie nach dem Krieg Präsident der Liga für Menschenrechte. Als sozialengagierter Mensch, musste er direkt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten1933 aus Deutschland fliehen. Auf dieser Flucht entstand sein möglicherweise wichtigstes Werk „Die braune Pest“, welches bis in die Führung des Dritten Reiches hinauf hohe Wogen schlug. Erschienen war der Roman nur als Vorabdruck in einer sozialdemokratischen Zeitung im noch nicht zu Hitler-Deutschland gehörigen Saarland mit der Unterstützung des damaligen dortigen SPD-Vorsitzenden Max Braun.

Doch das war genug, um die Verfolgung des Autors durch das Regime erheblich zu verschärfen. Mit der Saar-Abstimmung fiel dasSaarland allerdings 1935 ans Reich zurück, die SPD wurde aufgelöst und die Zeitung vernichtet – ein weiterer trauriger Erfolg der Nationalsozialisten.Nun steht das einzigartige Werk durch die unermüdliche Recherche eines pensionierten Kriminalkommissars, Hans-Christian Napp, und der akribischen Aufarbeitung eines Unternehmensberaters, Autors und Verlegers, Adrian Jesinghaus, nach 87 Jahren endlich vor seiner überfälligen Veröffentlichung als Buch im Klingen-Verlag, in Erinnerung an dessen erstes Lebenszeichen im Saarland, mit einem Vorwort der heutigen SPD-Vorsitzenden Anke Rehlinger. Darüber hinaus wird das Projekt von der Else-Lasker Schüler Gesellschaft unterstützt und das Zentrum für verfolgte Künste wird dem Projekt im kommenden Jahr eine Ausstellung widmen. „Die braune Pest“ weist alle Spuren der Flucht Arnaus auf und belegt, dass bereits zu der Zeit seiner Entstehung ein tiefer Einblick in die politische Situation, die skrupellosenMachenschaften in der zusammenbrechenden Weimarer Zeit und die unrühmliche Rolle derGroßindustrie offenkundig möglich war. So hat Arnaus Werk auch noch heute die Aktualität eines Mahnmals gegen zügellose Radikalisierung und naives Stillhalten, aber für die Menschlichkeit.

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