#Notizzettel: Wie ein europäisches Innovationsökosystem gelingen kann @Breitseiten

Es laufen schon Anmerkungen und Fragen auf für das #DigitalXStudio am Mittwoch, den 7. Juli um 11 Uhr. Livetalk mit Marco-Alexander Breit, Leiter Stabstelle Künstliche Intelligenz im Bundeswirtschaftsministeirum.

Auf Facebook wurde gerade gepostet:

Erika Mann, das würde ich gerne ausführlicher beantworten. Nicht jetzt, das braucht Zeit. Einige Hinweise, wie ich es anpacken würde: A) Sektoren (der Einsatz von AI/AR/VR im Automobilbereich kann in Europa gelingen, allerdings nur eingepasst in ein Entwicklungssystem mit Taiwan (Chip Production), mit China (Batterien u.a.) und USA (AI/AR und Services). B.) Realismus (der Zug für eine neue ChipProduktion a la Taiwan ist abgefahren. Die Kosten wären gigantisch. Das Personal würde auch nicht ausreichend international angeworben werden können. Die Maschinen dafür sind auf dem internationalen Markt dafür nicht im ausreichenden Ausmaß erhältlich. Das Know-how kann nicht aus dem Stand heraus aufgebaut werden.C) Europa sollte sich auf seine Stärken besinnen, dies allerdings radikal und international anpacken. Welche wären dies: GesundheitsBereich (zusammenbringen von Pharma – Forschung – neue Themen). AutomobilBereich. Maschinenbau. Moderne Landwirtschaft. Intelligente Retail/Logistik/Warehouse/Lösungen. Software. D) RegulierungsDichte zurückfahren.Gute Uebersicht ueber Europa’s Stärken: https://ec.europa.eu/com…/presscorner/detail/en/ip_20_2458

Auf Twitter:

Das ist schon mal ein guter Start.

Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes listete die fünf Irrtümer deutscher Innovationspolitik auf:

Irrtum 1: Es sei effizienter, wenn sich der Staat bei großen Innovationen komplett heraushält. Fakt ist: „Es gibt kaum einen großen Technologiesprung, an dem der Staat nicht in irgendeiner Form beteiligt war. Wesentliche Bausteine des Internets wurden zwar im Silicon Valley entwickelt, aber vom US-Militär finanziert – eine ähnliche Geschichte ließe sich über das GPS-System erzählen. Tesla hat ebenfalls viele Millionen an direkter und indirekter staatlicher Unterstützung erhalten. Und den hochwirksamen Covid-19-Impfstoff von Biontech hätte es niemals gegeben, wenn der deutsche Staat nicht die Grundlagenforschung für die mRNA-Technik bezahlt hätte. Womit wir beim nächsten Irrtum wären.“

Irrtum 2: Dass der Staat eine aktive Rolle spielen müsse, bedeutet keinesfalls, dass sich Innovationen wie eine Behörde organisieren lassen. „Der Staat sollte zwar strategisch wichtige Technologiefelder identifizieren, Gelder bereitstellen und Ziele vorgeben. Sobald er aber versucht, die Innovationen selbst zu steuern, wird es teuer und funktioniert oft nicht. Dann entstehen nicht selten subventionsgetriebene Konglomerate, die am Bedarf der Märkte vorbeiproduzieren.“

Irrtum 3: „Es gibt genug Geld. Das ist gleich doppelt falsch. Zwar investieren Risikoinvestoren weltweit Rekordsummen in Start-ups mit mehr oder weniger etablierten Geschäftsmodellen. Doch für die großen technologischen Durchbrüche ist zu wenig Geld da- insbesondere in Deutschland“, so Matthes.

Irrtum 4: „Es reicht, mehr Geld bereitzustellen. Auch das funktioniert nicht. Die deutsche Politik muss stattdessen helfen, Netzwerke aufzubauen zwischen Wissenschaftlern und Investoren, CEOs und Forschern. Denn auf diesen Schnittstellen entstehen die großen Ideen von morgen. Dieser Netzwerk-Aspekt ist vielleicht der am meisten unterschätzte. Die Regierung von Taiwan konzentriert sich genau darauf. Um das eigene Hightech-Ökosystem zu stärken, verspricht sie Subventionen, wenn ausländische Chiphersteller Forschungslabore in Taiwan aufbauen. Ein solches Ökosystem, das haben die Taiwanesen im Silicon Valley beobachtet, zieht weitere Spitzenkräfte, Ideen und Innovationen an.“ Geht doch wahrscheinlich in die Richtung von Marco-Alexander Breit.

Irrtum 5: „Innovationen lassen sich von Ministerien organisieren. Sobald die Bundesregierung Innovationsthemen anschiebt und der Medienrummel verflogen ist, verheddern sich die Programme im Kompetenzwirrwarr und dem Ressortegoismus der einzelnen Ministerien und ihrer Abteilungen – ein Beispiel dafür sind die Initiativen rund um das Quanten-Computing. Deutschland braucht deshalb eine Umsetzungsagentur, die ministeriumsübergreifend relevante Innovationsprojekte auf die Straße bringt.“ Diesen Punkt werde ich auf alle Fälle aufgreifen. Vielleicht sollte das ja in Europa angesiedelt werden – also in Brüssel.

So, jetzt seid Ihr an der Reihe. Bis zum 7. Juli könnt Ihr mir Anmerkungen, Fragen, Debattenbeiträge schicken und dann natürlich während der Liveübertragung mitdiskutieren.

2 Gedanken zu “#Notizzettel: Wie ein europäisches Innovationsökosystem gelingen kann @Breitseiten

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