„Heute noch programmiere ich und habe Ideen für Neues“: Zum 94. Geburtstag von Herbert W. Franke

Entwurf des Buchumschlags – der Text auf der Rückseite fehlt noch

Am Rande der Verleihung der Ehrendoktorwürde für seine außerordentlichen Verdienste im Brückenschlag von Wissenschaft, Philosophie und Kunst an Herbert W. Franke (Jahrgang 1927) durch die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) im Jahr 2018 führte ich ein längeres Gespräch mit dem Wissenschaftler, Computerkünstler und Schriftsteller. Bei einem Teil des Gespräches ging es auch um unser Utopie Projekt #KönigvonDeutschland, das im Spätsommer im Klingen-Verlag erscheinen wird. Hier ein kleiner Appetitmacher zum heutigen 94. Geburtstag von Professor Franke:

Er ist Physiker, Informatiker, Höhlenforscher, Kakteen-Erkunder, Entdecker der Mars-Höhlen, Science-Fiction-Autor, Philosoph, Physiker, Pionier der Computerkunst, Hörspielautor, Musikexperimentator und ein leidenschaftlicher Sammler von Kaleidoskopen. Es gibt kaum etwas, in dem der Wiener Naturwissenschaftler und Professor Herbert W. Franke kein Experte zu sein scheint. Mit uns sprach er über seinen Einstieg in die amerikanische Filmindustrie, wieso er die Computerkunst aktuell allem anderen vorziehen würde und aus welchem Grund er den Titel als König von Deutschland partout ablehnen würde.

GUNNAR SOHN: Wenn Sie sie Ihr ihr Werk im Gesamten sehen. Also von der Literatur über das Wissenschaftliche, von der Höhlenforschung, dem Interdisziplinären bis hin zur Computerkunst. Was bewegt Sie sie heute noch von diesen Disziplinen, was ist für Sie sie heute noch der Antriebsmotor? Kurzum: Was bewegt Sie sie heute?

HERBERT W. FRANKE: Was mir den größten Spaß macht und wo ich am glücklichsten bin? Ja, das ist eigentlich doch die Kunst. Ich habe da doch einige neue Methoden gefunden – sie sehen Einiges bereits davon. Ich war ja auch damals beteiligt an der Einführung des digitalen Computers in die Filmindustrie. Dabei habe ich in Amerika Firmen versuchen können und habe auch mit einigen Autoren Freundschaften geschlossen. Heute noch programmiere ich und habe Ideen für Neues, was man in die Kunst einbringen kann, wenn man den Computer verwendet. Ich muss aber auch sagen, dass die Science-Fiction mich zwar nach wie vor interessiert. Nur komme ich mit der Computerkunst schneller zu Ergebnissen. Da kann es sein, dass ich mit dem Auto unterwegs bin und dabei fällt mir etwas ein. Dann setze ich mich später an den Computer und am Abend habe ich dann schon neue Stile und stilistische Möglichkeiten für Computerarbeiten, Bilder und Animationen, entworfen, die dann schon fix und fertig sind.

GUNNAR SOHN: Mit Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius
mache ich einen Utopie-Podcast. Das ist ein Audio-Format, wo wir uns mit Utopien beschäftigen. Und da fragen wir Experten, wie sie die Zukunft sehen. Und deswegen meine Frage an Sie, welche Zukunft sehen Sie sie persönlich?

Soweit ein kleiner Auszug aus dem Gespräch mit Professor Franke. Ich möchte Euch ja nicht den Kaufanreiz nehmen 😉

Was Euch in dem Utopie-Band erwartet:

Einleitung mit Lutz Becker und Gunnar Sohn 7
Neue Ökonomie mit mehr demokratischer Beteiligung mit Reinhard Pfriem 19
Mehr Fantasie für die Postwachstumsgesellschaft mit André Reichel 36
Veränderungen experimentieren mit Uwe Schneidewind 55
Wir haben in Deutschland ein Mentalitätsproblem – Teil 1 81
Warum wir Rulebreaker brauchen mit Sven Gabor Jánszky 104
Digitale Lebensräume mit Chris Smedley 127
Wir brauchen wieder Akteure, die etwas verändern
mit Klaus Burmeister 143
Ideen wider dem technologischen Totalitarismus mit Dirk Helbing 161
Es fehlen die Utopien mit Frank H. Witt 180
Wir müssen euch auf eine Welt vorbereiten, die weder ihr kennt
noch die wir kennen… und ein Gespräch,
das so nie stattgefunden haben wird… 206
Aus der Geschichte lernen mit Torsten Kathke 218
Ein kurzes utopisches Gespräch mit Herbert W. Franke 230
Über Neoliberalismus im Weltall mit Hans Esselborn 233
Liebeserklärung an die Stadt voller Utopien
mit Ute Atzpodien und Christian Hampe 253
Wir haben in Deutschland ein Mentalitätsproblem – Teil 2 281
Die Zeit des Unperfektseins und Funktionierens mit Sabria David 301
Deutsche Politik und die Angst vor Veränderung
mit Marina Weisband 316
Post-Covid Gesellschaft als Triumph des Anti-Utopischen? 336
Platz für Ihre/Eure Utopien 346

Da ist der Lese-Sommer und Lese-Herbst doch gut bestückt 🙂

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