Warum ich noch auf #Facebook aktiv bin – Exkurs zur Theorie der öffentlichen Meinung

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Gerade kam die Frage auf, ob es noch sinnvoll ist, auf Facebook aktiv zu sein oder vielleicht doch ein kompletter Wechsel auf die Business-Plattform LinkedIn besser sei. Das wäre fatal, denn man würde einen großen Teil der Netzöffentlichkeit links liegen lassen. Früher beeinflussten klassische Medien die öffentliche Meinung – also Radio, Fernsehen und Printmedien. Was dort veröffentlicht wurde prägte den Diskurs in Themen wie Musik, Kultur, Unterhaltung, Sport, Wirtschaft und Politik. Es gab und gibt eine Domi­nanz bestimmter kontroverser Positionen in den Medien, die auch die Willensbildung der Bevölkerung beeinflusst. Ein Auseinanderfallen von veröffentlichter und öffentlicher Meinung – Elisabeth Noelle-Neumann sprach vom doppelten Meinungsklima – war eher die Ausnahme.

Heute ist es vor allem FACEBOOK mit den bekannten Effekten einer Zersplitterung des Meinungstenors, da ja jeder Sender und Empfänger im Social Web ist. Ob es nach wie vor in den sozialen Medien eine Dominanz von Positionen gibt, müsste etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Wir brauchen eine neue Theorie der öffentlichen Meinung!

Aber das sollten wir gesondert etwas auführlicher

Die Gesamtauflage der deutschen Tageszeitungen ist in den vergangenen Jahren von über 28 Millionen auf rund 12 Millionen geschrumpft. Zieht man die Unter-14-jährigen ab, dann erreichen die Tageszeitungen noch nicht einmal 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Facebook nutzen hingegen über 63 Prozent. Die Facebook-Zahlen hierzulande folgen dem globalen Trend, da das Zuckerberg-Netzwerk nach YouTube und Whatsapp (ebenfalls Facebook) das am meisten genutzte ist, gefolgt von Facebook Messenger und Instagram (auch Facebook).

Facebook ist nach Ansicht des ehemaligen Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann nicht irgendeine Bühne, das ist eine ganz zentrale Bühne und die muss man bespielen können.

„Häufig gibt es noch das Missverständnis in großen Unternehmen und im Mittelstand, dass Facebook und Twitter technische Verlängerungen der Pressestelle sind oder der Marketingabteilung“, erläutert Diekmann. 

Folge: Soziale Netzwerke werden mit Marketing-Botschaften bespielt. Es werde gesendet, gesendet, gesendet und es wird nicht begriffen, dass auch ein Fernsehsender, der 24 Stunden am Tag nur Werbe-Clips zeigen würde, nicht erfolgreich sein könnte. Im Social Web gehe es um Kommunikation, um echtes Storytelling, um Engagement.

Gute Gründe, um auf aktiv Facebook zu bleiben. Auch wenn mir das Geschäftsgebaren des Konzerns auf die Nerven geht. Aber bei Google und Co. ist es nicht anders. Schaut etwa auf YouTube-Werbestrategie.

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