Videokommunikation, Sendungen mit der Computer-Maus und Tipps von Sohn@Sohn @gsohn @constantinsohn

Was vollmundig in Frankfurt als „Buchmesse 2020“ bezeichnet wurde, simuliert nur den traditionellen Betrieb, kritisiert FAZ-Redakteur Andreas Platthaus. Und das gilt nicht nur für die Frankfurter Buchmesse. Krampfhaft versuchen Messe-Organisatoren und Event-Agenturen mit schlechten Konzepten aus den 1990er Jahren mehr oder weniger geschlossene Welten in missratenen Second Live-Umgebungen zu bieten. Da stolpern kaum erkennbare Wunsch-Avatare über XXL-Bühnen herum und halten in schlechter Tonqualität Teleprompter-Reden bei der Übergabe irgendwelcher Preise.

Jede Bewegung der kaum erkennbaren Grafikfiguren muss der Administrator händisch auslösen, so dass das Ganze eher zu einer peinlichen Sendung mit der Computer-Maus mutiert. Was soll es bringen, wenn man digital menschenleere Innenansichten des Luxushotels „Frankfurter Hof“ animiert, in dem sich sonst die illustren Verleger- und Agentenzirkel zu treffen pflegten?

Interessierte bewegen sich isoliert in virtuellen Räumen und klicken sich dann in die Hotelbar, um sich vor Frust die Birne voll zu kippen. Messeverantwortliche und Veranstalter setzen allzu sehr auf derartige Mätzchen, mit denen sie Digitalkompetenz beweisen wollen, anstatt Gedanken darauf zu verschwenden, welche Eindrücke zurückbleiben, moniert Platthaus. Entscheidend ist die Vermittlung von Fachkompetenz.

Besser ist es, die Vorteile der digitalen Kommunikation auszuspielen. Erreichbarkeit, Dialog, Verlängerung von Content, Möglichkeiten der Beteiligung, Community-Gedanke, dauerhaft abrufbare Videos und das in exzellenter Qualität.

Unternehmen sollten sich nicht mit irrelevanten Spielzeug von überforderten Programmierern der Atari-Zeit herumschlagen, sondern gute und leicht zugängliche Übertragungen sicherstellen: Video und Audio.

Im mobilen Einsatz auf dem Bonner Münsterplatz

Tipps aus dem Sohn@Sohn-Studio:

  1. Eine gute Internetanbindung mit einem Upload von mindestens 10 mbit pro Sekunde ist unabdingbar. Vielfach verlässt man sich auf die Angaben des Netzbetreibers und hat überhaupt keine Kenntnis, wie
    schnell das eigene Netz wirklich ist. Einfach einen Speedtest durchführen. Kabelverbindung zum Router (LAN) herstellen, wenn möglich. Andere Geräte, die Leistung ziehen, wie Fernseher und Handys vorher vom Netz trennen.
  2. Mikrofon-Qualität prüfen und Einstellungen in den Diensten wie Skype, Zoom Teams und dergleichen fein justieren. Der Lautsprecher muss auf jeden Fall aus sein. Kopfhörer und Mikrofon oder Headset benutzen. Sicherstellen, dass sowohl das Eingangs- und Ausgangssignal vom eingesetzten Dienst angesteuert werden. Externe Web-Cam mit Stativ einsetzen. Kamera in Breitbild-Einstellung auf Augenhöhe positionieren Auf den Bildausschnitt achten. Die Lichtquelle darf nicht auf die Kamera gerichtet sein.
  3. Häufigster Fehler: Fenster im Rücken / Kamera auf Fenster gerichtet.
  4. Auf Blur (Weichzeichner) verzichten – verschlechtert den Kontrast.
  5. Für akustische Ungestörtheit sorgen, Telefon leise stellen.
  6. Signalton für eintreffende Emails abstellen, Fenster schließen.
  7. Im Browser darauf achten, dass beim Livestream keine Videos anspringen können.
Studioaufbau im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Wer diese Ratschläge beherzigt, kann sich dann so langsam zu weiteren Dingen wie Greenscreen-Studios, Einspielern, Außenreportagen und weiteren Experimenten vorwagen: Üben, üben, üben. Auf die Empfehlungen von Avatar-Regisseuren und virtuellen Raumgestaltern des vergangenen Jahrhunderts kann man verzichten. In der YouTube-Generation ruft das nur ein lautes Lachen hervor.

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