Mehrwertsteuer-Senkung beenden? Fragen zum Konjunkturpaket im #DigitalXStudio mit @AchimTruger vom @SVR_Wirtschaft und @D_Langenmayr

Eine Maßnah­me, die ziel­ge­nau den Unter­neh­men helfen würde, die von der Pande­mie getrof­fen sind, ist eine Auswei­tung des steu­er­li­chen Verlust­rück­trags, so der Vorschlag von Domi­ni­ka Langen­mayr, Professorin für Volks­wirt­schafts­leh­re an der Katholischen Univer­si­tät Eichstätt-Ingolstadt.

„Der Verlust­rück­trag ermög­licht, dass der Verlust dieses Jahres nach­träg­lich vom Gewinn des Vorjah­res abge­zo­gen wird; die zu viel entrich­te­ten Steu­ern werden zurück­er­stat­tet. Entlas­tet werden so die Unter­neh­men, die 2020 oder 2021 Verlus­te machen, aber in der Vergan­gen­heit profi­ta­bel waren – also grund­sätz­lich funk­tio­nie­ren­de Geschäfts­mo­del­le haben. Im ersten Corona-Hilfs­pa­ket wurde die Summe, bis zu der Verlus­te steu­er­lich zurück­ge­tra­gen werden können, von 1 Milli­on auf 5 Millio­nen Euro erhöht“, so Langenmayr in einem Gastbeitrag für die FAZ.

Würde man diese Beschrän­kung ganz aufhe­ben und die Unter­neh­men Verlus­te bis in Höhe des Vorjah­res­ge­winns zurück­tra­gen lassen, würde dies 2020 rund 4 Milli­ar­den Euro Körper­schaft­steu­er­auf­kom­men kosten und einen ähnli­chen Betrag der Einkom­men­steu­er. Da auch 2021 nicht mit einer voll­stän­di­gen Erho­lung zu rech­nen ist, wäre es zudem sinn­voll, den Rück­trags­zeit­raum auf zwei oder drei Jahre auszu­wei­ten. Dann könn­ten die Verlus­te des Jahres 2021 auch mit Gewin­nen aus 2019 oder 2018 verrech­net werden. 

„Zu beach­ten ist, dass sich diese Maßnah­me zu großen Teilen selbst finan­ziert: Verlus­te, die nicht zurück­ge­tra­gen werden können, mindern zukünf­ti­ge Steu­er­zah­lun­gen. Eine Auswei­tung des Verlust­rück­trags würde also jetzt, in der Krise, Unter­neh­men durch die Rück­erstat­tung schon gezahl­ter Steu­ern entlas­ten (und Steu­er­ein­nah­men kosten), aber in den kommen­den Jahren zu höhe­ren Steu­er­ein­nah­men führen, da weni­ger Verlust­vor­trä­ge notwen­dig würden“, so die Wirtschaftswissenschaftlerin.

Wir werden das in unserer Sendung #DigitalXStudio vertiefen. Mit Professor Achim Truger vom Sachverständigenrat und Professorin Domi­ni­ka Langen­mayr.

#DigitalXStudio läuft im Multistream via TwitterFacebook, YouTube und LinkedIn.

Man hört, sieht und streamt sich um 11 Uhr.

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