Ökointelligenz in der #Kreislaufwirtschaft – Die neuen Labore und Technologien des @Fraunhofer_IWKS

In Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung arbeitet und forscht das Fraunhofer IWKS an den Standorten Alzenau (Bayern) und Hanau (Hessen). IWKS steht für Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie, Zwei Gebäude wurden und werden jetzt eingeweiht, um die Forschungsarbeit in neuen Laboren und mit neuen Technologien voranzutreiben.

Da die Region über naturwissenschaftlich, materialwissenschaftlich und ingenieurtechnisch ausgerichtete Universitäten und Hochschulen verfügt, wurde mit dem Fraunhofer IWKS ein Zentrum eines Kompetenznetzwerkes für Ressourcenstrategie, Wertstoffkreisläufe und Substitution entwickelt, womit auch eine strukturelle Stärkung der Forschungslandschaft erreicht werden soll.

Zur Thematik Kreislaufwirtschaft findet Ihr ja auf ichsagmal.com einiges – sozusagen berufsbedingt.

Einen Ansatz beim IWKS finde ich besonders interessant: Die materialwissenschaftliche Komponente, die schon bei der Produktion ansetzt. Wiederverwertung und Wiederverwendung ist ja nur ein kleiner Teil der Kreislaufwirtschaft. Den anderen Teil hatte ich mal als Ökointelligenz der Produkte bezeichnet. Und da könnte auch die Digitalisierung helfen: Was passiert, wenn Produkte mit digitaler Öko-Intelligenz aufgeladen werden?

In der netzökonomischen Debatte sollten wir es nicht versäumen, uns auch mit dem Kern der Ökologie zu beschäftigen: Oikos war in der Antike die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft, die Orientierung an der Nachbarschaft – verbunden mit dem Verzicht auf Supersysteme, die das Himmelreich auf Erden versprechen, sich aber kaum steuern lassen. Konzentriere Dich auf das, was Du selbst gestalten kannst. Übernehme Verantwortung für Dein eigenes Handeln und delegiere es nicht auf kommende Generationen.

So ist auch das politische Ziel zu verstehen, vollständig aus der Beseitigungswirtschaft auszusteigen und alle Deponien zu schließen. Damit verabschieden wir uns endgültig vom menschlichen Archetypus, Dinge nach dem Verlust individueller Wertschätzung einfach zu vergraben, zu verbrennen oder vor Altkleider-Container auszuschütten nach dem Motto: Aus dem Auge, aus dem Sinn. Das ökologische Anforderungsprofil für das 21. Jahrhundert hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) trefflich formuliert:

„Funktional, langlebig und damit kostengünstig, ressourcenleicht und emissionsarm, reparaturfreundlich, wiederverwertbar, risikoarm, fehlerfreundlich und rückholbar.“

Dabei geht es nicht nur um neue Produkte, sondern auch um Dienstleistungen und soziale Innovationen wie Carsharing oder Repair Cafés. Wenn es gelingt, dass alle Gegenstände des Alltags im „Internet der Dinge“ digital vernetzt werden, könnte man sie auch mit ökologischer Intelligenz aufladen. Dann würden sie über ihre Herkunft und Ökobilanz informieren sowie Empfehlungen über eine sinnvolle Weiterverwendung zum Ende ihres Lebenszyklus geben.

So fänden die Produkte allein ihren Weg von der Produktion bis zur Kundschaft und wieder zurück zum Recycling oder zur Wiederverwendung. Dann würden 99 Prozent der mobilen Endgeräte nicht mehr in der klassischen Müllentsorgung verschwinden, sondern spezialisierten Logistikern signalisieren, wo man sie findet und wie man ihre verborgenen Schätze aus Gold, Platin, Kupfer, Aluminium und seltenen Metalle heben kann.

Man darf gespannt sein, wie der Gesetzgeber die hoheitlichen Aufgaben der Müllentsorgung gestalten wird, wenn gar kein Müll zur archaischen Beseitigung mehr anfällt. Das ist nur ein kleiner Aspekt, der in den Debatten über Digitalisierung stärker beachtet werden sollte.

Hier nun die von Sohn@Sohn produzierte Eröffnubngsfeier des IWKS in Alzenau:

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