Abschied von der Jägerzaun-Denke: Autorengespräch mit @WolfLotter

Wolf Lotter eröffnet seinen neuen Essay-Band mit einem Zitat des Management-Denkers Peter Drucker: „Um Wissen produktiv zu machen, müssen wir lernen, sowohl den Wald als auch den einzelnen Baum zu sehen. Wir müssen lernen, Zusammenhänge herzustellen.“

Das kommt häufig zu kurz. Gefragt sei Kontext-Komeptenz, so Lotter. Da wird Winfried Felser direkt zu Jubelgesängen ansetzen. Ist ja genau sein Thema:

„Kontext-Kompetenz, die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen, ist in der Wissens- und Netzwerkökonomie eine Grundlage allen Handels und Verstehens. Wer Zusammenhänge erschließt und für andere zugänglich macht, erschließt Lösungen, Antworten, Aussichten. Komplexität ist die wichtigste Ressource der neuen Welt. Es wird Zeit, sie zu respektieren“, schreibt Lotter.

Wissensgesellschaft bedeutet, sich von einem Zusammenhang – der Einheit – abzuwenden und Zusammenhänge – die Vielfalt – zu erkennen.

„Die neue These zur Transformation, ganz gleich, ob es dabei um Energie, Klima, Gesellschaft und Wirtschaft geht, lautet: Bisher wurde Komplexität nur verschieden reduziert, es geht aber darum, sie zu erschließen.“ Und ganz entscheidend: Die Wissensgesellschaft und ihre Netzwerkkultur löse ein besonders starres (und starrsinniges) Gebilde ab, den Industrialismus, der besonders auf Masse, Einheit Reduktion versessen war. Das haben viele Akteure in Wirtschaft und Politik noch nicht kapiert. Etwa die Sozialdemokratie. Sie ist ein Kind der Industrialisierung. Das ist aber Schnee von gestern. Sie müsste sich zum Interessenvertreter derjenigen machen, die den Wandel zur Wissensökonomie nicht so richtig bewältigen. Immerhin rund ein Drittel der Gesellschaft.

„Arbeit und Organisation im Zeitalter der Netzwerke stellen uns vor völlig neue Zusammenhänge. Kontext-Kompetenz bedeutet hier, Organisationen und Netzwerke als Spielfeld für Komplexität und Unterschiedlichkeit zu gestalten, was sie, wie wir sehen werden, ja eigentlich auch sind. Hier spielt die Überwindung des Schrebergartendenkens und der Fachidiotie eine entscheidende Rolle“, führt Lotter aus.

Als Schrebergarten-Kind ersetze ich das mal mit dem Wort #JägerzaunDenke…..

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