Cobol und die Suche nach Computerveteranen – Selbst das Social Web kommt ohne die totgesagten Programmiersprachen nicht aus #Corona @t3n

Fundgrube für Computerveteranen in Berlin-Neukölln

Amerikanische Ministerien, die Finanzwelt und wahrscheinlich auch deine Kreditkarte laufen auf Cobol. Aufgrund der Coronakrise sind Entwickler für die Oma unter den Programmiersprachen jetzt dringend gesucht.“ Das schreibt das t3n-Magazin.

Die Programmiersprache spiele eine Schlüsselrolle in den Datenverarbeitungssystemen des amerikanischen Arbeitsministeriums. „Auch im Finanzsektor verwendete Technologien basieren heute noch zu weiten Teilen auf dem Programmiersprachen-Urgestein.“

Die Systeme von Banken, Versicherungen und des US-amerikanischen Äquivalents zur Agentur für Arbeit basieren in weiten Teilen auf Cobol. „Die Coronakrise rückte den Dinosaurier unter den Programmiersprachen unerwartet in den Fokus der Aufmerksamkeit: Vor allem in den USA mussten sich sehr viele Menschen in sehr kurzer Zeit arbeitslos melden. Ein Ansturm, dem das auf Cobol basierende, 40 Jahre alte Datenverarbeitungssystem des amerikanischen Arbeitsministeriums nicht standhielt: Über das erste Aprilwochenende rief etwa der Gouverneur von New Jersey Freiwillige mit Cobol-Kenntnissen zur Mithilfe bei der Aufrüstung auf. Das Problem dabei: Cobol-Programmierer sind selten. Unter den wenigen Entwicklern, die die Sprache noch beherrschen, befinden sich viele bereits im Ruhestand. Wer von ihnen noch berufstätig ist, arbeitet oft in der Finanzbranche.“

Aber das ist nicht nur ein Problem des Arbeitsministeriums in den USA. Gerade die neuesten Technologien benötigen die alten Fertigkeiten und Gewohnheiten.

Selbst in der Social Web-Welt kommt man ohne die totgesagten Programmiersprachen nicht aus. Sie stecken überall noch in den Großrechnern – also in den Mainframes. Das erläuterte der IBM-Spezialist Andreas Thomasch schon vor drei Jahren:

“Der Mainframe ist eng mit unserem Alltag verwoben, aber wird kaum wahrgenommen. Geld abheben, Kreditkarten-Zahlungen, Flugbuchungen. Fast täglich kommen wir mit einem Mainframe in Berührung – privat und beruflich. Wir sehen es aber nicht, weil wir immer nur das Frontgerät wahrnehmen – etwa das Smartphone. Was dahinter in der Transaktion verarbeitet wird, bleibt verborgen.”

Die Kernsysteme laufen auf Großrechnern und die Anbindung von Anwendungen an diese Systeme wird in den nächsten Jahrzehnten relevant bleiben. Dieses Thema werde in der Ausbildung unterschätzt. Der so genannte Mainframe sei nicht tot, ganz im Gegenteil. 

Allerdings fehlt häufig das Fachwissen, um alte Systeme mit neuen Systemen zu verbinden. Dem erhöhten Bedarf an Mainframe-Spezialisten steht derzeit ein mangelhaftes Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot gegenüber – trotz bester Berufsaussichten.

„Deshalb entwickeln wir beispielsweise in Kooperation mit den Universitäten in Leipzig und Frankfurt eigene Initiativen”, betont Thomasch.

Jugendkult hilft manchmal nicht weiter…..

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tetrade von Herbert Marshall McLuhan – müsste ich mal systematisch untersuchen:

  • Was verbessert das Medium?
  • Was macht das Medium obsolet?
  • Was macht das Medium wieder aktuell, das früher obsolet gemacht worden war?
  • Was löst das Medium aus, wenn es bis zu seinen Extremen überzogen wird? Im Social Web wäre das der Überschuss an Meinungen und Aburteilungen.

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