Mindestpreise oder Kartellamt? Zur Preispolitik der Handelskonzerne @PeterBofinger @DrLutzBecker1 @haucap #Merkel

Angesichts der „Kampfpreise“ für Lebensmittel in vielen Supermärkten rief Angela Merkel den Handel zu fairen Bedingungen für die Bauern auf. „Wir haben ein gemeinsames Interesse an einer starken regionalen Versorgung unserer Bevölkerung mit einheimischen Produkten“, sagte die Kanzlerin auf dem „Lebensmittel-Gipfel“ in Berlin. Die Grünen brachten gar Mindestpreise in die Diskussion, um bessere Bedingungen für lokale und regionale Erzeuger zu schaffen. Merkel lehnt das ab.

Beide Positionen gehen an dem Problem vorbei. Die Niedrigpreispolitik ist ein Ausfluss der Oligopole im Lebensmitteleinzelhandel.

Der Wettbewerbsökonom Justus Haucap verweist im ichsagmal.com-Gespräch auf die „Vereinbarungen“ zwischen Handel und Industrie, die in den so genannten Herbstgesprächen getroffen werden. Da werfen die Händler bekanntlich ihre Nachfragemacht in die Waagschale und setzen mehrteilige Tarife durch von Regalmieten über Werbekostenzuschüsse bis zu Zahlungskonditionen. Wer nicht spurt, wird ausgelistet. Für das Bundeskartellamt sei das nur schwer überprüfbar.

All das passiert durch die Einkaufsmacht der großen Handelskonzerne, die 80 Prozent des Marktes für Lebensmittel dominieren. Es wird Zeit, diese Einkaufsmacht zu zerschlagen. Gipfel-Talks helfen da nicht weiter.

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