Leider landen viele Hochschularbeiten in der Schublade

In meiner Dozententätigkeit in Köln sind mir viele Arbeiten aufgefallen, die das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollten – das gilt nicht nur für Masterarbeiten. Entsprechende Hinweise an die Studiendekane habe ich kommuniziert. Jede Hochschule könnte eine entsprechende Veröffentlichungsreihe in eBook-Form auf die Beine stellen. Man würde damit weitere Anknüpfungspunkte für Veröffentlichungen schaffen – Rezensionen, Kommentare, Berichte und Interviews wären die positive Folge. Entsprechend wächst die Reputation der Studierenden und der Hochschule. Meine Vorschläge liefen leider ins Leere.

WHO-Professorin Nadine Kammerlander macht im Interview mit der Wirstschaftswoche darauf aufmerksam, welch wichtige Mosaiksteine an Erkenntnissen jedes Jahr durch schlaue Masteranden generiert werden. „Zusammengenommen können sie durchaus einen sehr wertvollen Beitrag leisten. Leider verschwinden viel zu viele Abschlussarbeiten immer noch in der Schublade und werden kaum gelesen.“

An ihrem Lehrstuhl gab es zumindest eine Initiative, die besten Abschlussarbeiten in einem Sammelband zu veröffentlichen. „Über alle Fachrichtungen hinweg bietet beispielsweise das Junior Management Science Journal (JUMS) die Möglichkeit, die eigene Abschlussarbeit zu veröffentlichen und die Erkenntnisse zu verbreiten“, so Kammerlander.

Sehr löblich.

Bei der Masterarbeit meiner Frau, die für einen Wissenschaftspreis in Österreich nominiert wurde, hatte ich das selbst in die Hand genommen und das Opus als eBook auf Amazon gebracht.

So etwas könnte jede Hochschule hinbekommen.

Ich erinnere an die Vergleichsstudie zum Fleischkonsum in China und Deutschland.

Oder diese Projektarbeit:

Man geht an den Hochschulen zu schnell zur Tagesordnung über und verwertet zu wenig die wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.