Live-Interview mit @rafbuff zur Agentur für Sprunginnovationen – Fragen und Anregungen von Frank H. Witt @amartin171 @MarcWagner1975 @madiko @DrLutzBecker1 @AlexandVerne @HTW_Berlin @foresight_lab @JohannesStock @G_Fehrenbach @IngVersteher @sim_bai @kommlabor

In einem Betrag für die Netzpiloten habe ich mich schon ausführlich mit der neuen Agentur für Sprunginnovationen beschäftigt, die die Innovationsdynamik in Deutschland verstärken und möglichst auf ein Niveau heben möchte, das mit dem Turbokapitalismus des Silicon Valley mithalten kann – aber ohne Systemveränderung.

Das Silicon Valley ist dem politisch Handelnden und Agentur-Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera suspekt: „Diese turbokapitalistischen Silicon-Valley-Systeme wollen ja auch den Staat gleich mit ersetzen. Unsere europäisch-humanistische Antwort darauf sollte sein: Aber bitte schön noch im System. In diesem Kontext kann man aber ganz doll sprunginnovieren – zum Beispiel die turbo-kapitalistischen Plattform-Geschäftsmodelle, die auf Monopolisierung ausgerichtet sind. Lasst uns doch mal die disruptieren und den Wohlstand aus den Monopolen umverteilen, das wäre doch viel cooler“, so Laguna im Interview mit Technology Review.

Innovationen und der europäische Humanismus

Das sei nach Ansicht von Professor Frank H. Witt nicht unsympathisch und Vieles scheint richtig. Ein erfahrener Gründungsdirektor und immerhin eine Milliarde Euro an Finanzmitteln könnten schon eine Hebelwirkung auslösen. Die Unterstützung durch Business Angels und die Bereitstellung einer GmbH im Besitz der Agentur sollen ein problem- und angstfreies Gründen und Wachsen für die Innovatoren mit potentiell disruptiven Ideen ermöglichen. Adressiert werden Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen. Kann das funktionieren?

„Das übergreifende Paradigma moderner empirischer Wissenschaften besagt, dass sich alle Prozesse, physikalische, chemische, biologische, psychische und soziale, wesentlich als Daten darstellen und durch Algorithmen abbilden lassen. Die Biowissenschaften haben Leben bereits als basierend auf Code DNA und DNA-Replikation definiert, Neurowissenschaften und Computer Science konvergieren beim Machine Learning, der bisher erfolgreichsten und folgenreichsten Basistechnologie für Künstliche Intelligenz, auf der sowohl die Silicon Valley-Version von Geschäftsmodellen, Internet und Gesellschaft der Zukunft beruhen, als auch die chinesische Version. Mit Europäischem Humanismus hat das alles leider nicht viel zu tun“, erläutert Witt.

Daher brauche die Innovationsdynamik der Gegenwart und Zukunft neue Konzepte. Eine staatliche Innovationsagentur sollte hier konkreter werden, fordert Witt.

Marc Wagner, Analyst der Detecon und China-Experte, ist der Meinung, dass wir in Europa und gerade in Deutschland die Chance haben, eine Alternative oder eine Art dritten Weg zu bieten. „Der Staat sollte hier definitiv eine entscheidende Rolle spielen und in disruptive Innovationen investieren und ein geeignetes Umfeld für Innovationen bieten. Zudem gilt es, einen engen Schulterschluss aus Unternehmen, Politik und Bildungseinrichtungen zu erzeugen und das Thema stärker Ende-zu-Ende zu betrachten. Letztlich ist dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dies funktioniert ja gerade in China extrem gut – hier entstehen viele erfolgreiche Unternehmen direkt aus den Universitäten heraus“, so Wagner.

Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Einen entscheidenden Nachteil sieht der Detecon-Berater auch in der Risikokapital-Landschaft. Das sollte sich schnellstmöglich ändern. (Gab es eigentlich irgendeine Sprunginnovation, die über das TV-Format Höhle der Löwen hervorgebracht wurde? Kleine Scherzfrage am Rande. Am erfolgreichsten sind da wohl eher Produkte, die sich über Verkaufssender wie QVC verticken lassen).

Über Normmöbel und Kinder-Yoga erschließt man sich nicht neue Welten

Das Thema Sprunginnovationen findet nach Ansicht von Lutz Becker in schwierigen gesellschaftliche Bedingungen statt. „Wenn man in einer Welt aufwächst, in der man wegen des Verkehrs nicht auf der Straße spielen kann und nine to five mit pädagogisch geprüften Spielzeug auf Normmöbeln im Hort verbringt, wenn man von der Schule zum Ballett zum Kinder-Yoga kutschiert wird, um den Urlaub im klimatisierten Club am Pool zu verbringen und in der Schule noch darauf konditioniert wird, Arbeitszettel und standardisierte Test auszufüllen, wird man es schwer haben, sich neue Welten zu erschließen oder sich solchen zu stellen“, so der Studiendekan der Hochschule Fresenius. Toleranz für Ambiguität, also Mehrdeutigkeit, lerne man so jedenfalls noch nicht.

Wenn junge Menschen aber die Chance haben, durch Ferienjobs, Auslandsaufenthalte oder als Teilnehmer im Bundesfreiwilligendienst in andere Lebenswelten einzutauchen, kann viel positives dabei herauskommen. Ich kenne gefühlt mehr junge Unternehmerinnen und Unternehmen, die mit Start-Ups auf anderen Kontinenten erfolgreich sind, als im wohl behüteten und mikro-regulierten Europa“, erklärt Becker.

Kann der Staat innovative Ideen groß herausbringen?

Nach Einschätzung von Julian Kawohl ist nicht ganz klar, warum eine staatliche Planwirtschaft für Innovationen besser funktionieren sollte als Venture Capital. „Ich bin da skeptisch, denn der Vorteil, Ideen groß machen zu können, liegt aufgrund deutlich höherer Erfahrung und Finanzmacht auf der Marktseite. Dazu glaube ich ebenfalls nicht, dass man einen solchen Job in Teilzeit machen kann und sollte. Wenn das Setup steht und Auswahlprozesse, Coaching, Mentoring und dergleichen etabliert sind, dann ist das möglich. Aber gerade zu Beginn ist solch ein Part-Time-Ansatz kritisch, um Strukturen zu etablieren, die nachhaltig sind und für sich funktionieren, wenn hier überhaupt was rauskommen soll“, so Kawohl, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Gegen Bedenkenträger und Schonimmergewußthaber durchsetzen

Ob sich Innovationen überhaupt fördern lassen, ist eine der großen Fragen. „Da wurde schon eine Menge Geld ausgegeben, ohne das sich der Erfolg des Investments wirklich klären konnte“, so der Unternehmer Gabriel Fehrenbach. Der Agentur gibt er drei Punkte auf den Weg:

„Die innere Freiheit über den Tellerrand zu schauen, ganz neu zu denken und Verbindungen zu sehen, die vorher niemand gesehen hat. Den Mut, nicht nur aus dem bisherigen Denken auszubrechen, sondern seine Sicht auch gegen Bedenkenträger und Schonimmergewußthaber zu vertreten. Und die Ausdauer, dabei zu bleiben, immer wieder neu anzufangen und sich selbst zu vertrauen. Geld und staatliche Strukturen zählen nicht dazu. Denn sie ziehen allzuoft den Fokus vom Wesentlichen ab.

Johannes Stock, Global Head of Design bei Futurice, sieht das größte Potential bei der Förderung von radikaler und riskanter Innovationsarbeit: „Nach unserer Erfahrung ist es nicht der Mangel an guten Ideen, an denen bahnbrechende Innovationen scheitern. Es fehlt an der Risikobereitschaft.“

Damit das gelingt, sei ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entscheidend. Das zeigt ja das häufig zitierte Beispiel MP3 sehr gut: Eine Erfindung selbst ist noch keine Innovation. Erst wenn die neue technische Möglichkeit aus dem Blickwinkel eines echten Nutzens für Kunden betrachtet und weiterentwickelt wird, entsteht daraus ein echter Wert. Die Agentur sollte also nicht bei der Förderung technologischer Neuerungen stehen bleiben, sondern den besten Ideen auch zum Durchbruch in neuen wie alten Märkten verhelfen, etwa bei der Verfügbarkeit und Sicherheit von Daten. Und hier könnte das deutsche und europäische Konzept smarter sein, indem es von Anfang an Innovation als Wertschöpfung in einem Ökosystem sieht, statt einseitig nur von der Technologie her zu denken.“

Radikal neue Ideen

Eine staatliche Innovationsförderung könne dann als Katalysator radikal neuer Ideen wirken, wenn sie mit falschen Erwartungen aufräumt und dem Wunsch nach schnellen Ergebnissen eine klare Absage erteilt. Der Staat habe hier einen längeren Atem als andere Akteure und sollte das auch nutzen. „Das hätte eine schöne, optimistische Signalwirkung für den Glauben an die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas“, so Stock, der auf mehr als zehn Jahre Design-Erfahrung zurückblickt, in denen er mit Marken wie Porsche, Daimler, Audi, BMW, Deutsche Telekom, eBay, ThyssenKrupp, Hugo Boss, BMW und Vodafone zusammengearbeitet hat.

Frei nach Ginni Rometty „Growth and comfort do not coexist“ werden Sprunginnovationen nach Analysen von Andrea Martin wohl nur klappen, wenn man bereit ist, die bestehenden Abläufe und Geschäftsordnungen zu hinterfragen und auch radikal zu ändern. Das gelte für alle Akteure im staatlichen, privaten und wissenschaftlichen Sektor. Sprunginnovationen ohne Mut werden nicht funktionieren: „Zuerst auf die Risiken zu schauen und was alles schiefgehen könnte, wäre der ‚Killer‘ für Sprunginnovation“, so Martin, Leiterin des Watson IoT Center von IBM in München und Mitglied der Enquete Kommission des Bundestages für Künstliche Intelligenz.

Der transformative Kampf für das Bessere

Nicht zu vernachlässigen sind bei Sprunginnovationen die sozialen und kulturellen Faktoren. Wer sich bei Innovationen auf Joseph Schumpeter beruft, sollte dabei nicht die Arbeiten des österreichischen Wirtschaftswissenschaftler über die Erosion des Unternehmertums außer Acht lassen. Erste Akzente setzte er bereits in seiner Zeit an der Bonner Universität im Jahr 1929. Etwa im Aufsatz „Unternehmer in der Volkswirtschaft von heute“: So kritisierte Schumpeter die Mechanisierung und Bürokratisierung in großen Organisationen. Später schrieb er in Anlehnung an Karl Marx über die Folgen der Konzentration und Zentralisation des Kapitals. Wer sich also heute von staatlicher Seite mit Sprunginnovationen beschäftigt, sollte in der Tat Akzente setzen, die sich vom Turbokapitalismus des Silicon Valley und vom Überwachungskapitalismus in China absetzen.

Professor Reinhard Pfriem bringt Neugründungen ins Spiel, die die Welt wirklich besser machen. Nicht nur marktschreierisch, wie es Google & Co. im Gebetsmühlen-Jargon betonen. Pfriem setzt auf Social und Sustainable Entrepreneurship. Transformative Unternehmen sollten nicht-nachhaltiges Wirtschaften aus der Welt schaffen. Automobilindustrie, Energiewirtschaft und auch die Ernährungs- und Landwirtschaft verweigern sich, hier die nötigen schöpferischen Zerstörungen durchzuführen. Das Zerstörerische muss zerstört werden, bessere additive Technologien reichen nicht aus“, kritisiert Pfriem. Diesem transformativen Kampf sollte sich auch die Agentur für Sprunginnovationen stellen.

Schließlich beruht die Schumpetersche Innovationstheorie nicht nur auf Technologie. Darauf verweist Lars Immerthal. Die Arbeiten von Schumpeter seien tief in der europäischen Kultur verwurzelt. „Wer bei Schumpeter danach fragt, wird beispielsweise Nietzsche, Hölderlin oder Hegel finden, wenn er/sie sich mit der schöpferischen Zerstörung oder Kondratjew Zyklen auseinandersetzt. Also Philosophie und Literatur als Referenz. Der Begriff Disruption, so wie ihn Christensen nutzt, führt diese Fähigkeit nicht mit sich und fällt hinter Schumpeters Begriff der Innovation sogar zurück. Wenn wir also Träume, Poesie und Kunst als Basis unserer Imagination begreifen, dann kann etwas Wunderbares daraus entstehen. Sowohl theoretisch als auch ganz praktisch.“ Wir haben diese Form des Denkens, Handelns und Kommunizierens schon lange in unserer Kultur. „Und noch nie war die Gelegenheit und auch die Notwendigkeit größer, Mathe und Poesie, KI und Philosophie oder Open Source und soziale Verantwortung zusammen zu denken“, resümiert der Schumpeter-Forscher Immerthal.

Soweit die Anregungen der Experten, die ich in meiner Netzpiloten-Kolumne aufgegriffen habe.

Jetzt aber meine entscheidende Frage an Laguna: Wie können Einzelne die Ökonomie verändern und wie findet man diese Persönlichkeiten für Sprunginnovationen.

Dazu gibt es vorzügliche Erläuterungen in der Doktorarbeit von Jesko Dahlmann „Das innovative Unternehmertum im Sinne Schumpeters: Theorie und Wirtschaftsgeschichte“ (erschienen im Metropolis-Verlag). Schumpeter spricht vom methodologischen Individualismus, der vom Handeln Einzelner ausgeht, um kollektive und gesellschaftliche Phänomene nachvollziehen zu können. Nur die Detailuntersuchung könne beachtenswerte Ergebnisse ergeben. Ökonomen besäßen die unglückliche Neigung, viel zu häufig zu aggregieren und auf diese Weise wichtige Unterschiede zu verschleiern. „Hütet Euch vor Durchschnitten“, sagte Schumpeter gern.

Der Entrepreneur ist kein Homo Oeconomicus

Schumpeters Entrepreneur unterscheidet sich deutlich vom so genannten Homo Oeconomicus der traditionellen Wirtschaftswissenschaft. Der Schumpetersche Unternehmer unterläuft das rein ökonomische Kalkül. Es geht ihm nicht um Zweckrationalität, sondern um das Schaffen des Neuen selbst.

Dahlmann verweist auf die wirtschaftssoziologischen Arbeiten von Euteneuer und Niederbacher, die darlegen, dass es an empirischen Belegen für Schumpeters Unternehmerbild mangelt. Diese Figur werde selbst explizit definiert und nur wenige der in der Forschungspraxis auf den Unternehmer bezogenen Hypothesen stehen auf einer soliden theoretischen Grundlage oder sind durch Fallstudien empirisch abgesichert. Was macht also einen Unternehmer konkret aus, der es vermag, die Wirtschaft in neue Bahnen zu lenken? Heute müsste man fragen, wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann? Es geht dabei um das schöpferische Gestalten und nicht um das passive Konsequenzen ziehen.

Vulgärkapitalisten ohne dauerhaften Erfolg

Dahlmann ist den Schumpeter-Kriterien für den schöpferischen Unternehmer gefolgt und hat neun Persönlichkeiten der zweiten industriellen Revolution ausführlich untersucht. Seine Ergebnisse führen zu Überraschungen, die den vulgärkapitalistischen Lemuren im Silicon Valley wohl überhaupt nicht gefallen werden: Alle ausführlich analysierten Geschäftsmänner haben sich durch ein außergewöhnliches soziales Engagement ausgezeichnet. „Siemens gründete bereits 1872 eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse für seine Angestellten, weitere Maßnahmen folgten. Rathenau war nicht nur jahrzehntelang Mitglied im karitativen Verein ‚Gesellschaft der Freunde’, auch die AEG-Arbeiter profitierten auf verschiedene Weise von seinem sozialen Verantwortungsgefühl. Oetker zahlte zusätzliche Jahresabschlussvergütungen und Weihnachtsgeld an seine Mitarbeiter, organisierte Betriebsausflüge, richtete eine Kaffeeküche ein, zudem waren die kostenlosen Koch- und Backkurse bei der weiblichen Belegschaft außerordentlich beliebt. Troplowitz reduzierte die wöchentliche Arbeitszeit der Beiersdorf-Angestellten bereits im Jahr 1912 auf lediglich 48 Stunden (üblich waren damals 60 Stunden) bei vollem Lohnausgleich.“ So gehen die Aufzählungen weiter.

Mehr Schöpfer als Zerstörer

Diese Unternehmer waren weitaus mehr Schöpfer als Zerstörer. Sie hatten höhere Ambitionen und starrten nicht einseitig auf Profite. „Ihre Innovationen haben ihren Unternehmen den wenig aussichtsreichen Kampf erspart, stets kostengünstiger als die Konkurrenz sein zu müssen“, so Dahlmann. Es waren eben rebellische Unternehmer, die sich nicht mit Effizienzinnovationen zufrieden gaben oder Gewinn-Exzesse über die Entlassung von Mitarbeitern betrieben. Sie starrten nicht auf utopische Renditen, sondern konzentrierten sich auf langfristige Wettbewerbsvorteile über neuartige und bessere Produkte und neue Produktionstechniken. Es waren Unternehmen, die sich durch Erfindungen einen Vorsprung verschafften und nicht durch Kartellabsprachen im Hinterzimmer.

Kann das mit dem Methodenkasten der Mainstream-Ökonomen überhaupt abgebildet werden? Die das Allgemeine betrachten und Einzelphänomene unterschätzen, die auf exogene Faktoren schielen und Maßnahmen nach dem Gießkannen-Prinzip empfehlen? Kann da eine Agentur für Sprunginnovationen überhaupt Impulse setzen? Der Innovationstheoretiker Schumpeter würde das wohl kritisch beurteilen:

„Ökonomische Entwicklung wird nicht von Organisationen vorangetrieben…“

Weitere Fragen:

Eine ganze Menge Stoff für das Interview am Montag, den 13. Januar, um 18 Uhr mit Rafael Laguna de la Vera.

Übertragen wird das Gespräch via Periscope – dort könnt Ihr weitere Fragen oder Eure Meinung artikulieren – also über die Chatfunktion von Periscope.

Da es immer wieder zu Schwierigkeiten bei den Video-Interviews kommt, hier ein paar Tipps – kurz und bündig.

Netzverbindung

Empfehlenswert ist eine synchrone Bandbreite von mindestens 5 MBit pro Sekunde im Up- und Downstream. 5 Mbit im Upstream sind keine Kleinigkeit, die meisten User in Deutschland haben weniger (mit freundlichen Grüßen an Infrastruktur-Minister Dobrindt). Wenn möglich, sollte man seinen Computer mit einem LAN-Kabel verbinden. Bei einer Funkverbindung via WLAN teilt man die zur Verfügung stehende Bandbreite mit den eingebuchten Nutzern auf – das dürfte beruflich (Kolleginnen und Kollegen) und privat (Familienmitglieder) eher die Regel sein. Ist die Netzverbindung schwach, drosseln die Plattformen automatisch die Übertragungsqualität, damit die Übertragung nicht abreißt. Das gibt Einbußen beim Ton und noch extremer beim Bewegtbild.

Kamera

Die meisten Laptops sind mit Webcam und eingebautem Mikrofon ausgestattet. Noch besser sind allerdings externe Geräte mit USB-Anschluss. Also eine Webcam mit einer HD-Auflösung von mindestens 720p (beispielsweise die Logitech C920) und ein externes USB-Mikrofon wie das Samson Meteor (gibt es mittlerweile für schlappe 69 Euro). Headsets sehen bei den Interviews immer etwas blöd aus. Beim Podcasting sehr sinnvoll, bei Video-Formaten eher nicht.

Licht

Nicht unterschätzen sollte man die Lichtverhältnisse. Häufiger Fehler: Fenster im Rücken, so dass die Webcam Gegenlicht bekommt und der Teilnehmer zum Dunkelmann mutiert. Die Webcam darf generell kein Gegenlicht bekommen – das ist wie beim Fotografieren gegen das Sonnenlicht. Zwei Schreibtischlampen, die man hinter der Webcam platziert. reichen für gute Lichtverhältnisse aus. Auf das Tageslicht sollte man sich nicht verlassen, da es je nach Uhr- und Jahreszeit wechselt. Von den täglichen Wetterkapriolen mal ganz abgesehen.

Und dann noch der Hinweis: Vorher probieren, die Schnelligkeit der Leitung testen (DSL-Speedtest), sich nicht auf die Angaben der IT verlassen, selbst ein paar Aufnahmen machen.

Man hört, sieht und streamt sich am Montagabend 🙂

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