Wie viel Zukunft steckt im Forschungsministerium? #BMBF #Zukunftskurator

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bezeichnet sich gern als das „Zukunftsministerium“ der deutschen Bundesregierung. Was bedeutet, in der Forschungsadministration länger als nur eine Legislaturperiode vorauszudenken und zu planen. In diesem Monat hat das BMBF einen neuen Zukunftsbeirat eingesetzt, in dem externe Experten nach den großen Langfristtrends Ausschau halten sollen. Es ist der dritte „Foresight“-Zyklus, den das Ministerium gestartet hat. Bislang mit wenig Wirkung auf die Politik der Bundesregierung. So sieht es der Berliner Zukunftsexperte Klaus Burmeister, Mitautor der Studie „Deutschland D2030“. Die ersten beiden Foresight-Zyklen seit 2007 seien „hinter ihren Möglichkeiten und Erwartungen zurückgeblieben“.

Bereits ihre organisatorische Konstruktion weise Defizite aus, da die Foresight-Vorschläge nur „als add-ons und nicht als integrierter Bestandteil der strategischen Ausrichtung des BMBF“einbezogen werde, sagt Burmeister gegenüber der taz. „Zukunftsforschung hat auch nach zwei Zyklen keinen geachteten und keine anerkannte Stellung in der Wahrnehmung des BMBF.“

Wirklich ernst genommen werden dagegen die Big Player der Forschung wie die Fraunhofer Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft oder die Akademie der Wissenschaften acatech.

Foresight brauche nach Ansicht von Burmeister Mut und Unabhängigkeit: „Ob das in einem Ministerium realisiert werden kann, muss bezweifelt werden.“ Foresight, die Vorausschau in die Zukunft, müsse Diskurse führen und Themen besetzen.

„Hierzu braucht es eine Wissenschaftskommunikation auf der Höhe der Zeit“, fordert Burmeister.

Wie sollte die Wissenschaftskommunikation aussehen?

2 Gedanken zu “Wie viel Zukunft steckt im Forschungsministerium? #BMBF #Zukunftskurator

  1. Manfred Ronzheimer

    Wie sollte die Wissenschaftskommunikation aussehen? Seit mehr als einem Jahr sucht das BMBF eine Antwort auf diese Frage und schreibt an einem Konzept, das noch keinen zufriedenstellenden Status erreicht hat. In dieser Woche gab es eine erneute Reflektionsrunde auf Leitungsebene. Ich melde mich , wenn ich Genauers erfahren habe. Die Szene rätselt, warum es bei diesem Thema nicht vorangeht.

  2. Pingback: #Zukunftstaucher – Kescher Nr. 2 | Aktuelle Zukunftsmeldungen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft vom 18.10.2019 - cooppa

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