Beethoven und der „adelsfürchtige“ Goethe – Musik zu Goethes Werken in der Bundeskunsthalle

Zum 270. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe veranstaltete die Bundeskunsthalle gemeinsam mit dem Bonner Beethoven-Haus und der Klassik Stiftung Weimar einen Abend, der sich neben Beethoven auch anderen Komponisten widmet, die Musik zu Goethes Werken geschrieben haben. Dazu zählen neben bekannten Namen wie Schubert, Zelter und Reichardt auch weniger populäre Musiker wie Breitkopf, Sterkel, Ries oder von Mosel. Der Festabend fand zur sehenswerten Ausstellung „Goethe. Verwandlung der Welt“ statt, die noch bis zum 15. September in der Bundeskunsthalle zu sehen ist. Ihr solltet da noch reingehen – auch der Ausstellungskatalog lohnt sich. Zugleich bildete der Abend einen ersten Vorgeschmack auf jene große Schau, die am 16. Dezember in Bonn eröffnet wird. Zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020, also zum 250. Geburtstag des Komponisten, zeigt die Bundeskunsthalle unter dem Titel „Beethoven. Welt.Bürger.Musik“ die erste umfassende Ausstellung, die sich dem Leben und Werk des berühmtesten deutschen Komponisten widmet. Da werde ich im Vorfeld hoffentlich einige Interviews machen.

Goethe und der etwa 20 Jahre jüngere Beethoven waren zwar Zeitgenossen, kannten einander und schätzten sich künstlerisch sehr. Doch könnte man kaum unterschiedlichere Persönlichkeiten beschreiben, die in ihrem Temperament wie auch in ihrer politischen Haltung so wenig gemein hatten. Der ungestüme, eigensinnige Beethoven bewunderte den weltbekannten Dichter, schickte ihm Noten und fieberte einem Treffen mit ihm entgegen. Dieses sollte im Juli 1812 stattfinden, wurde aber für beide zur Enttäuschung. Beethoven missfiel die adelsfürchtige Haltung Goethes, der sich seinem Geschmack nach stärker unterordnete, als es einem Künstler gebührte. Goethe wiederum hielt über den jungen Komponisten fest: „Er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit.“ Die beiden trennten sich nach wenigen Tagen wieder, und es blieb bei dieser einen Begegnung. Künstlerisch aber machte sich Beethoven das Werk Goethes auf besondere Weise fruchtbar, vertonte eine ganze Reihe von Gedichten und schrieb die Musik zu dem Trauerspiel Egmont.

Konzert in der Bundeskunsthalle mit der Pianistin Camilla Köhnken und dem Bassbariton Patrick Cellnik. 

Begleitet wurde das Konzert von Thorsten Valk (Klassik Stiftung Weimar) und Julia Ronge (Beethoven-Haus Bonn).

Der gelungene Abend in der Bundeskunsthalle fand in Kooperation mit den Goethe-Gesellschaften der Städte Köln, Bonn, Siegburg und Bergisch-Gladbach statt. Tolle Musiker und fundierte Moderation.

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