#Datendiebstahl – Es war wohl doch nur ein Schüler, liebwerteste Investigativreporter der Bild-Zeitung und @jreichelt @gaborsteingart

Wer überlegt, ob er lieber mit dem Bundesinnenminister oder dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung über die Daten-Affäre sprechen möchte, sollte sich gegen Horst Seehofer entscheiden, schreibt Gabor Steingart martialisch in seinem Newsletter-Opus zur Frühstückszeit: „Julian Reichelt, der 38-jährige ehemalige Kriegsreporter, war früher dran. Er sitzt mit einer Truppe hochspezialisierter Investigativreporter auf dem riesigen Datenschatz der Hacker, der nun nach allen Regeln der Kunst gesichtet und analysiert wird. Es gilt das Motto der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: ‚Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar‘.“ 

Ne Nummer kleiner geht es wohl nicht.

Und dann wird das Datenklau-Arkanum von Steingart noch 007-mäßig auf die Spitze getrieben:

„Das waren nicht ein oder zwei Jungs, die bei Pizza und Cola light im Keller gesessen haben. Das muss eine größere Struktur gewesen
sein.“
„Das Wahrscheinlichste ist, dass es zumindest staatliche Unterstützung – von welcher Seite auch immer – für diesen Hack gab.“
„Wir wissen ja, seitdem wir uns damit beschäftigen: Es wird nicht gehackt und geleakt, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, sondern es wird gehackt und geleakt, um eine politische Agenda zu verfolgen.“
„Ich glaube, dass in unserem Informationszeitalter das Zurückhalten von Informationen nicht funktionieren wird und schon gar nicht wird es beruhigend oder stabilisierend wirken. Das heißt, wenn ich zu dem Schluss komme, dass es ein überragendes öffentliches Interesse gibt, dann wird man nicht umhinkommen, Dinge zu veröffentlichen.“

Der Hacker und Unternehmer Adrian Janotta hatte gestern im Interview schon die Vermutung geäußert, dass es sich wohl um eine Melange von unterschiedlichen Aktivitäten eines Doxing-Protagonisten handelt, der die Doofheit vieler Persönlichkeiten ausnutzte beim Zugang zu heiklen Daten. Etwa über das Eindringen in Windoof, um als Co-Pilot dann Social Web-Accounts zu übernehmen.

Und nun das: „Nach SPIEGEL-Informationen wurde bereits am Sonntag ein 20 Jahre alter Mann aus Mittelhessen festgenommen. Er steht im Verdacht, Hunderte Datensätze von Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht zu haben. In ersten Vernehmungen zeigte sich der Mann geständig.“ Wird jetzt wohl doch keine 007-Story.

3 Gedanken zu “#Datendiebstahl – Es war wohl doch nur ein Schüler, liebwerteste Investigativreporter der Bild-Zeitung und @jreichelt @gaborsteingart

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  2. Klaus E. Jopp

    Ein 20-Jähriger, der Hacker-Kriegs-Fantasien auslöst und beim Hacken wahrscheinlich ganz genüsslich an einer Cola genuckelt hat…kurioses Ende einer nur halb so dramatischen Story!

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