„Enjoy Racism“ erhält 15.000 Euro dotierten Preis von der Bundeszentrale für politische Bildung #reich

Am 11. November ging die 10. Ausgabe von Politik im Freien Theater in München zu Ende. Die Jubiläumsausgabe des von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb initiierten Festivals wurde in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und dem Spielmotor München e.V. / Spielart Festival ausgetragen. Es stand unter dem Motto „reich“.

Die Macher ziehen nach elf Festivaltagen eine positive Bilanz:

„Politische Bildung und Freies Theater sind eine produktive Allianz eingegangen und qualifizieren innovative Theaterformen als Kommunikationsräume öffentlicher Angelegenheiten“, so Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die knapp 140 Veranstaltungen im Haupt- und Rahmenprogramm erfreuten sich eines regen Publikumszuspruches. Die 14 Gastspiele aus der Freien Theaterszene waren fast ausnahmslos ausverkauft und boten dem Publikum die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit dem Begriff des Politischen auf eine teilweise verstörende und gleichzeitig äußerst produktive Art und Weise.

„Es ist gelungen, ein aktuell brennendes politisches Thema auf der Bühne und in zahlreichen Veranstaltungen des Rahmenprogramms so aufzubereiten, dass es den Nerv des Publikums getroffen hat. Das freut uns sehr“, so Krüger.

Zum Abschluss wurde der mit 15.000 Euro dotierte Preis, der als Zuschuss für eine Gastspieltournee in Deutschland dient, an die Schweizer Gruppe Thom Truong vergeben. „Enjoy Racism“ ist eine Provokation, die selten zu erleben ist. Die Show führt vor, wie einer privilegierten Mehrheitsgesellschaft oft gänzlich das Verständnis dafür verschlossen bleibt, was Rassismus für die Betroffenen bedeutet und dadurch auch selbst Rassismus reproduziert.

„Diese Selbsterkenntnis ist bitter, aber ein erster Schritt zu einer konsequenten Auseinandersetzung mit Diskriminierung“, begründete die Preisjury bestehend aus der Autorin Katharina Adler, der Schauspielerin Julia Riedler und dem Regisseur Rudi Gaul ihre Wahl.

„Wir sind sehr erfreut über den großartigen Besuch des Festivals ‚Politik im Freien Theater‘. Umso mehr unterstreicht das die Notwendigkeit eines Produktionshauses für die freie Szene in München, wie es für das Kreativquartier in Planung ist. In den Nullerjahren hat sich das Freie Theater gleichberechtigt neben das Stadttheater gestellt. Jetzt geht es darum, dafür ein Netzwerk zu schaffen, das in allen großen Städten vertreten ist. Die eingeladenen Produktionen zeigen auch, dass es ein Angebot gibt, das es lohnt, gezeigt zu werden“, so so Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele.

Ein umfangreiches Jugend- und Schulprogramm sowie zahlreiche Rahmenveranstaltungen begleiteten die Theateraufführungen. So forschten z.B. im Rahmen des interdisziplinären Schulprojektes München XXL, gefördert durch die PwC-Stiftung, knapp 250 Kinder und Jugendliche bereits ab September zu Wert(en) und dem Leben in einer wohlhabenden Stadt.

Das Resümee von Festival-Kurator Christoph Gurk:

Preisverleihung:

Reichtum und Eliten:

Soziaethiker über Armut und die Rolle der Großkirchen

#FestivalFrühschicht mit Daniel Kraft:

Vorkaufsrecht oder Mietpreisbremse, Kapitalanlage oder Spekulationsobjekt: Die Mieten steigen unaufhörlich und der akute Mangel an Sozialwohnungen bringt viele Menschen in existentielle Bedrängnis. Vielerorts stehen Bund, Länder und Kommunen für eine verfehlte Wohnungspolitik. Wenn Wohnraum mehr und mehr zur Ware wird, müssen wir über alternative Modelle für die Zukunft nachdenken:

#FestivalUpdate Anne Paffenholz zum Jugend & Schulprogramm:

#FestivalUpdate Schnippelparty:

#FestivalUpdate mit Milena Mushak, Festivalleiterin:

#Weltbewusst – Konsumkritische Stadtführung

Drohnen-Fotografie:

Rechte Räume in München:

#FestivalUpdate Science Slam:

Unequal Scenes: Interview mit Johnny Miller #Photography:

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