Medienresonanz der #StreamingKonferenz #AktionstageNetzpolitik


Das geniale Team der StreamingKonferenz

Noch mal für die Statistik zur Wirkung der #StreamingKonferenz der Bundeszentrale für politische Bildung: 46 Sprecherinnen und Sprecher, 40 Konferenzschaltungen, 31 Standorte von Tiflis bis Berlin sowie Bonn, rund 20 Stunden Videomaterial, 12 Stunden Livestreaming mit Moderation, 4 Außenreportagen in Bonn und rund 30.000 Abrufe der Videos (Status am Abend der StreamingKonferenz – sind natürlich noch viele Klicks dazu gekommen).

Was noch wichtiger ist, sind die Botschaften von der StreamingKonferenz, die den Weg in die Medien fanden:

Zum Auftakt der „Aktionstage Netzpolitik und Demokratie“ veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung eine Konferenz, die komplett im Internet übertragen wird. Interessierte können von 10.00 bis 22.00 Uhr bundesweite Veranstaltungen, Gespräche und Interviews zu netzpolitischen Themen live verfolgen, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.

Um das Thema Netzpolitik stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, starten die Bundeszentrale und Landeszentralen für politische Bildung die „Aktionstage Netzpolitik & Demokratie“. Gemeinsam mit Partnern aus Bildung, Medien, Politik und Zivilgesellschaft werden vom 7. bis 9. Juni 2018 in ganz Deutschland Veranstaltungen rund um Netzpolitik, digitale Bürgerrechte und Internetkultur stattfinden.

Hass im Netz ist nach Einschätzung des Rechtsextremismus-Experten Flemming Ipsen noch nie so stark verbreitet und aktuell gewesen. Mit professionalisierten Strategien gelinge es Rechtsextremisten, öffentliche Debatten zu beeinflussen, sagte der Experte der Organisation jugendschuz.net. Auch das „Feld des Sagbaren“ habe sich verschoben. Auf manchen Plattformen dominiere gar ein „vergiftetes Kommunikationsklima“ (Video ab 1:00:40):

Politische Beteiligung über das Internet sollte nach Ansicht der Bonner Medienwissenschaftlerin Caja Thimm mehr wertgeschätzt werden. Aktuell würden Partizipationsformen wie Online-Petitionen oft abgewertet. Zudem wendeten sich Bürger von der Partizipation im Netz ab, weil sie Informationen und Quellen nicht vertrauten. Das Internet biete verstärkt einen „digitalen Lebensraum“, so Thimm. Alle Generationen zeigten ein großes Interesse an Beteiligungsformen im Netz. Ziel müsse daher auch die Ausbildung einer „digitalen Zivilgesellschaft“ sein. In der Kommunalpolitik gebe es einige gute Beispiele. Allerdings gehe es oft um Disskussionen im Vorfeld einer Entscheidung. „Nur zu diskutieren ist aber unbefriedigend. Letztendlich wollen wir auch mit entscheiden“, so die Medienwissenschaftlerin (Video ab 1:00:30):

Mehr Sachlichkeit wird Probleme im Umgang mit Hassrede im Internet nach Einschätzung des Kommunikationsforschers Martin Emmer nicht alleine lösen. „Gerade der Versuch, sehr sachlich zu sein, kann eine bestehende Polarisierung verstärken.“ Das Bemühen um Neutralität werde von Personen, die stark polarisiert seien, oftmals als gegnerisch wahrgenommen. Es gelte, Menschen wieder für Debatten zu gewinnen, so Emmer. Dies könne etwa durch mehr Transparenz gelingen: „Journalismus darf Position beziehen“, es müsse jedoch erkennbar sein, was Sachinformation und was persönliche Meinung sei. Zudem müssten verschiedene Positionen abgebildet werden und Gehör finden. In Deutschland gebe es bereits eine starke Zivilgesellschaft und Graswurzelinitiativen, die sich etwa gegen Hate Speech positionieren.

Die Vorsitzende der Stiftung Digitale Chancen, Jutta Croll, sieht im Umgang mit Kinderrechten in der digitalen Welt eine Herausforderung. Schutzrechte müssten mit dem Recht auf Information, freie Meinungsäußerung oder Spiel und Freizeit ausbalanciert werden. Kinderrechte würden erst nach und nach zu einem wichtigen Thema der Netzpolitik, sagte Croll. Eine Herausforderung bestehe darin, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum digitalen Raum und einen kompetenten Umgang damit zu ermöglichen. Hier seien bei kleinen Kindern die Eltern, später auch die Schule gefragt (Video ab 01:00):

Der Politikwissenschaftler Christoph Bieber sieht eine Schieflage bei den öffentlichen Debatten um Künstliche Intelligenz (KI). Ethische Aspekte würden stark diskutiert, seien in der technischen Entwicklung allerdings nicht vordringlich. Viele Politiker wollten den Trend KI nicht verpassen, so Bieber. Wer zuständig sei und die Initiative ergreifen solle, sei in Deutschland allerdings noch nicht ganz klar. In Frankreich und Großbritannien gebe es bereits konkretere Schritte. Hierzulande werde teils vernachlässigt, dass das Ganze nicht nur eine technische Dimension hat, sondern auch eine soziale. Deutschland brauche eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, aber auch eine entsprechende sozialpolitische Architektur. Dabei gehe es nicht nur darum, Forschungszentren und Entwicklungsstandorte zu unterstützen, sondern auch um Rahmenbedingungen und Normen. Mittelfristig müsse man sich etwa Gedanken um eine verträgliche Interaktion zwischen Mensch und Maschine machen, so Bieber, seit 2011 Inhaber der Welker-Stiftungsprofessur Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft der NRW School of Governance, Universität Duisburg-Essen.

Soweit einige Botschaften, die medienöffentlich wurden. Kann sich sehen lassen. Vielleicht greift Ihr auch noch ein paar Gespräche der StreamingKonferenz auf. Wäre fantastisch.

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