Kommt jetzt auch der #Flugtaxi Bundesverkehrswegeplan? #Fliegenstattsurfen #FutureWatchDe #D2030

Sie hat bei meinem ciokurator.com-Kollegen Stefan Pfeiffer persönlich keinen guten Start hingelegt, also die designierte Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär von der CSU. In der Sendung #9vor9 haben wir das aufgegriffen.

„Im heute journal war sie aus meiner Sicht nur bissig und unprofessionell im Interview mit der sicherlich scharf nachfragenden Marietta Slomka, vor der die CSU-Granden sicherlich nach einigen Demontierungen gehörig Respekt haben. Vielleicht waren diese Pleiten auch ein Grund, warum Bär so reagiert hat“, schreibt Stefan Pfeiffer.

Nach meinem Dafürhalten hat Bär auf die kritischen Fragen von Slomka, die übrigens als Moderatorin immer besser wird in solchen Interviews, mit den üblichen Leerformeln geantwortet.

Sie wolle sich nicht in „Klein-klein-Szenarien verlieren“ verlieren. Breitbandausbau sei zwar wichtig, Digitalisierung sei jedoch viel mehr:

„Kann ich auf dieser Infrastruktur, die wir haben, autonom fahren. Habe ich die Möglichkeit, zum Beispiel mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu kommen.“

Nein. Kann ich nicht. Ich mache mich hier nicht lustig über das Flugtaxi, sondern über die Akzente, die eine Staatssekretärin setzt, die im Verkehrsministerium von Dobrindt tätig war.

Zu Visionen gehört auch das Brot-und-Butter-Geschäft der Realpolitik. Und die kann man im Bundesverkehrswegeplan von CSU-Minister Dobrindt nachlesen. Teer, Beton und keine Infrastruktur für autonome Mobilität. Das sind Tatsachen, die Dobrindt, Bär und Co. geschaffen haben.

„Da werden bis 2030 fast 300 Milliarden Euro in Teer und Beton investiert. Nur 500 Millionen Euro gehen in die vernetzte Infrastruktur für autonome Mobilität. Da stimmt das Bild nicht“, kritisiert Klaus Burmeister von der D2030-Initiative.

Es gehe darum, bis 2030 ein vernetztes Mobilitätssystem zu erfinden, welches intermodal mit allen Verkehrsträgern in der Lage ist, weltweit zu konkurrieren. Auf diese Herausforderungen hat die fossile Partei namens CSU keine Antworten. Außer vielleicht das Airbus-Flugtaxi-Projekt. Siehe auch meine Kolumne: Schwarm-Mobilität statt Schmieröl-Weisheiten im Land der Autobauer.

„Immerhin besteht mit Bär ein Hoffnungsschimmer, dass es mit der Digital Transformation in Deutschland doch noch einmal vorangeht“, meint Dr. Ulrich Kampffmeyer.

Das glaube ich nicht. Da ist mit der von Lobbyinteressen durchtränkten CSU wenig zu machen. Visionen gehen da schon gar nicht.

Siehe auch:

Dorothee Bär fordert mehr Tempo bei der Digitalisierung

Flugtaxis, Programmieren, Datenschutz, Frauen: der massive und schnelle PR-Ausbau der digitalen Dorothee Bär

Fliegen statt surfen – Digitalministerin Bär plant Flugtaxis für Deutschland – und erntet Spott im Netz

Kleiner Programmtipp: Schaut heute doch mal extra 3 – Der Irrsinn der Woche 😉 Um 22:50 Uhr.

5 Gedanken zu “Kommt jetzt auch der #Flugtaxi Bundesverkehrswegeplan? #Fliegenstattsurfen #FutureWatchDe #D2030

  1. Dorothee Bär gibt eine gute Projektionsfläche ab 🙂 Immerhin schafft sie es, das Thema Digitalisierung in Funk, Fernsehen, Boulevard-Presse, Medien, Internet usw. bekannt zu halten. Es liegt an uns, dies zu nutzen, um so mehr Leute zu erreichen und die Notwendigkeit der Digitalen Transformation deutlich zu machen 🙂 https://www.project-consult.de/comment/6187

  2. Alfred Fuhr

    Was Doro Baer zu Frau Miosga und Frau Slomka hätte sagen können – bzw. was diese auch hätten fragen können

    Ich hätte mir gewünscht, dass die designierte Regierungsbeauftragte für Digitalisierung ihren Wählern und dem ZDF-Publikum mal etwas Grounding verschafft hätte, statt von großen Dingen für Deutschland und ihre Klientel in Bayern zu schwadronieren. Sie hätte – Achtung, persönliche Referent*en und Berater* der CSU – einfach mal ihren eigenen großen Vorsitzenden Franz Josef Strauß zitieren können. Dieser schrieb im Januar 1968 das Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches „Die amerikanische Herausforderung“ des Franzosen Jean-Jaques Servan-Schreiber. Schon damals war klar, wie Franz Josef Strauß schrieb, dass den amerikanischen Herausforderungen mit ihren Computern nur von einem vereinten Europa begegnet werden könne. Ohne ein Kontinentaleuropa mit einem gesamteuropäischen Breitbandnetz und einem europäischen Bildungsprogramm, wo es ein Schulfach Programmieren gibt, und ohne in europäischen Laboren entwickelten Technologien, meinetwegen auch Flugtaxis, würden wir dieser Challenge (im Sinne der Geschichtsphilosophie Arnold Toynbees) nichts entgegenzusetzen haben.

    Frau Baer, die europäischen Digitalcluster, die Internetknotenpunkte wie wir in Frankfurt einen haben, müssen gleichermaßen an das Land von Laptop und Lederhosen und an die Mark Brandenburg angebunden werden. Doch dass das ohne Europa nicht geht, das sagen Sie leider nicht. Sie hätten unter Berufung auf keinen Geringeren als FJS sagen können, „Europa, liebe Frau Slomka, ist herausgefordert, aufgefordert, aufgerufen, auf dieses Challenge ein Response zu finden. Deshalb habe ich als erstes mit meinen französischen Partnern telefoniert, damit wir die Digitalisierung Europas gemeinsam voranbringen. Wir stehen vor der Entscheidung, ob wir fähig sind, den Übergang vom analogen Nationalstaat zu einem digitalen Kontinentalstaat zu vollziehen. Wer aber wie bisher diesen Übergang nicht bewältigt, der wird wie Franz Josef Strauß es uns schon 1968 prophezeit hat, im „planetarischen Zeitalter, dass auf uns zukommt, nicht mehr mitzureden haben“. Was brauchen wir dafür? Strauß forderte damals über diese Vision nachzudenken: „Über die Zollunion hinaus ein Einheitliches Steuer- und Rechtssystem, ohne das es zu keiner Wirtschaftsunion kommen wird, den Aufbau eines europäischen Kapitalmarktes, und die Fähigkeit von ihm Gebrauch zu machen,“ … „was zurzeit bevorzugt die Amerikaner“ täten. Frau Baer, liebe Frau Slomka, Frau Miosga, ein Job für die Beauftragte für Digitalisierung ist es, ein Denken – und eine Bewusstseinshaltung – für die Digitalisierung in Europa zu schaffen,“ eine neue Dimension zu schaffen, die den wirklichen Lebensraum aller europäischen Nationen darstellt“, der entstehen werde, wenn Europa und die Deutschen begreifen, „dass wir nur dann Franzosen, Deutsche, Italiener Engländer und was auch immer bleiben können, wenn wir wirklich und rechtzeitig Europäer werden- urgentibus imperii fatis, würde Tacitus sagen.“

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