Hallo, Sicherheits-Gichtlinge von CSU & Co.: Was leisten denn nun Eure Truppen im Cyberkrieg? #9vor9 – @digitalnaiv @axelopp Live-Debatte am Dienstagvormittag

Erinnert sich noch jemand an den Koalitionsvertrag der GroKo, der 2013 beschlossen wurde? Da war ja die CSU mit ihrem damaligen Innenminister Friedrich besonders eifrig bei der Aufrüstung der Sicherheitsbehörden im so genannten „Cyberkrieg“. Da ließ man es so richtig krachen – mit neuem Personal, lukrativen Berateraufträgen und einer opulenten Einkaufsliste für das Beschaffungsamt.

Cyber-Abwehrzentrum klingt toll, hat aber wohl noch nicht das professionelle Niveau erreicht, um Hacks auf Bundesbehörden zu verhindern. Bekommt das BSI überhaupt das Fachpersonal, wenn man nach den Kriterien des öffentlichen Dienstes bezahlt wird?

Alvar Freude hat auf heise.de ein paar weitere Punkte aufgeführt, die man im „Cyberkrieg“ berücksichtigen sollte:

„Stoppt die Windows-Monokultur! Die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist, bis auf wenige Ausnahmen, fest in der Hand von Microsoft.“

Wird Stefan Pfeiffer erfreuen.

Dann noch:

„Weniger Schlangenöl! IT-Sicherheit orientiert sich in der Praxis auch daran, was die Hersteller anbieten. Dies ist oft nur wirkungsloses Schlangenöl, manchmal aber auch richtig gefährlich. So wäre es besser, statt HTTPS-Verbindungen aufzubrechen, den Browser gleich in eine eigene abgeschottete und besonders überwachte Virtuelle Maschine zu packen. Und natürlich ist es sinnvoll, Flash zu deinstallieren, anderes wie regelmäßig erzwungene Passwort-Änderungen gefährdet aber wiederum die Sicherheit.“

Weiterer Punkt von Alvar Freude:

„IT-Sicherheit braucht einen höheren Stellenwert! Trotz aller Lippenbekenntnisse fristet IT-Sicherheit in vielen Bereichen immer noch ein Nischendasein. Die reine Funktionalität ist meist wichtiger, die Sicherheit wird oftmals erst hinterher angehängt statt von Anfang an eingeplant.“

Zentrale Infrastrukturen sollte man vermeiden – klingt logisch:

„Zentrale Infrastrukturen mögen theoretisch relativ einfach zu verwalten sein, sind aber auch eine Methode, um es Angreifern besonders leicht zu machen, denn sie sind zentral angreifbar.“

Und dann kommt der Punkt der Professionalisierung der Behörden:

„Verwaltung muss selbst Kompetenzen aufbauen! In der öffentlichen Verwaltung, aber auch in großen Unternehmen, läuft im IT-Bereich ohne externe Mitarbeiter kaum etwas. Besser wäre, wenn die Unternehmen und Behörden eigene Kompetenzen aufbauen und intern gut qualifizierte Mitarbeiter hätten, die nicht nur im Trial-and-Error-Verfahren so lange herum probieren bis etwas zu funktionieren scheint. Dies muss sich aber auch in der Bezahlung niederschlagen. Gut qualifizierte Mitarbeiter kosten Geld, und sie brauchen Zeit und Gelegenheit zum Lernen.“

Wird auf dem TVöD-Niveau nicht funktionieren – siehe oben.

Auf Bundesebene könnte man das auch ansiedeln bei der BWI Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die können auch Verträge aufsetzen, die über das Niveau der Behörden gehen.

Ich bin ja nun von Stefan Pfeiffer gefragt worden, ob diese Gesamtthematik in einem starken Digitalministerium angesiedelt werden sollte? Jep. Dieses Haus könnte das vielleicht schneller aufgreifen als das BMI. Aber das hat sich ja erledigt. Insofern muss das Innenministerium unter Horst Seehofer jetzt ran (kicher).

In der Live-Sendung #9vor9 werden wir das aufgreifen:

Datenhoheit und -unabhängigkeit – Lieblingsthema von Stefan Pfeiffer. Wird Spotify zum Netflix der Google Cloud Plattform? Hacker-Angriffe auf das Regierungsnetz. Brauchen wir mehr Digitalkompetenz in der Bundesregierung? Wie gut ist denn nun das Cyber-Abwehrzentrum? Fragen über Fragen für #9vor9 von ciokurator.com

Ein Gedanke zu “Hallo, Sicherheits-Gichtlinge von CSU & Co.: Was leisten denn nun Eure Truppen im Cyberkrieg? #9vor9 – @digitalnaiv @axelopp Live-Debatte am Dienstagvormittag

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