Entkoppelte CIOs und der zu teure IT-Einkauf #CIODebatte #CIOKurator


Das CIO Kuratorium

Immer häufiger werden Bestellungen oder Aufträge für IT und digitale Services nicht mehr von der Einkaufsabteilung oder der Unternehmens-IT, sondern von den Fachabteilungen direkt ausgelöst, schreibt Axel Oppermann in einem Beitrag für CIO-Kurator:

„Glaubt man den unterschiedlichen Studien, so werden bereits heute in Deutschland je Unternehmensgröße und Organisationsstruktur zwischen 10 und 30 Prozent der Ausgaben für digitale Leistungen vorbei an der IT-Abteilung getätigt. Dies ist, wie die genannten Zahlen zeigen, im internationalen Kontext relativ niedrig, aber dennoch von Bedeutung. In solchen Situationen wird dann oft von der ‚Schatten-IT‘ gesprochen. Die sogenannte Schatten-IT nimmt derzeit in den deutschen Anwenderunternehmen immer größere Ausmaße an. Darunter versteht man in der Regel den Einsatz von Informations- und/oder Telekommunikationstechnologie sowie IT-basierter Prozesse und Organisationsabläufe, die neben der regulären IT-(Abteilung) – und in der Regel ohne deren Wissen – betrieben wird. Dieses Thema, das die IT-Verantwortlichen bereits seit Dekaden beschäftigt, wird zurzeit durch die Anwender noch beschleunigt, bedingt durch Bereitstellungsmodelle wie Cloud-Computing, den Trend zur Diversifizierung von Geräten und Services und den Zugriff auf – sowie das Wissen über – Digitales.“

Eine Konsequenz dieses Wildwuchses: „Fachabteilungen kaufen zu teuer ein“.

Das korrespondiert mit einem anderen Faktum, das Johannes Wiele in einem Fachbeitrag für den Sammelband „Führungsmanagement“ beschrieben hat:

„Externe Berater für Unternehmensanwendungen, Kommunikation und Sicherheit wissen in der Mehrzahl von CIOs zu berichten, die auf Trends lediglich reagieren und ihnen inzwischen geradezu nachlaufen. Ihre Anforderungen erhalten sie von den Fachabteilungen und dem Top-Management, die ihrerseits teils auf wirtschaftlichen, teils auf kulturellen Wandel reagieren oder die Veränderungen kreativ begleiten wollen, ohne dabei alle Implikationen für die Informationstechnik im Haus zu verstehen.“

Der rasante, meist vom Marketing getriebene Einstieg in die sozialen Netzwerke sei ein Paradebeispiel dafür, wie entkoppelt die CIOs und ihre IT-Abteilungen inzwischen von der realen Nutzung der IT-gestützten Kommunikationsmittel sind.

Ist das nun eine zufällige Korrelation zur Thematik von Axel Oppermann oder eher die Ursache für den zu teuren IT-Einkauf? Das diskutieren wir gerade im CIO-Kurator-Blog in unserer #CIODebatte. Heute Abend befrage ich dazu Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius, dem Herausgeber des oben genannten Bandes „Führungsmannschaft“. Am Dienstag nächster Woche folgt der IT-Experte Mark Hayes vom Beratungshaus Harvey Nash.

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Autor: gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

1 Kommentar zu „Entkoppelte CIOs und der zu teure IT-Einkauf #CIODebatte #CIOKurator“

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