Introducing WordPress.com for Google Docs: A New Way Forward for Collaborative Editing

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We are happy to announce WordPress.com for Google Docs, a new add-on that lets you write, edit, and collaborate in Google Docs, then save it as a blog post on any WordPress.com or Jetpack-connected WordPress site. Your images and most formatting will carry over too. No more copy-and-paste headaches!

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#Adblocker und der neoklerikale Ablasshandel

Nervige Online-Werbung zu blockieren, ist verständlich. Sich über generelle Verbote von Adblocker-Systemen aufzuregen, kann ich nachvollziehen.

Genauso zweifelhaft ist es allerdings, wenn Unternehmen aus der Blockade ein höchst zweifelhaftes Geschäft machen wollen.

Was Adblock Plus macht, wirkt wie ein neoklerikaler Ablasshandel, um nicht in der Reklame-Hölle zu landen. Ein willkürliches Hausmeister-System zur Abwehr von Cookie-Attacken. Denn mit dem so genannten „Whitelisting“ kann man sich als Publisher von der Werbeblockade freikaufen. Beim Axel Springer Verlag wertet man dieses „Geschäftsmodell“ als erpresserisches Vorgehen und geht gerichtlich gegen die Kölner Eyeo GmbH als Betreiber von Adblock Plus vor. Und da könnte es eine Überraschung geben. Eine Rolle spielt der neue Paragraf 4a im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, der „aggressive geschäftliche Handlungen“ verbietet:

„Unlauter handelt, wer eine aggressive geschäftliche Handlung vornimmt, die geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die dieser andernfalls nicht getroffen hätte.“

Im Berufungsverfahren des Axel-Springer-Verlags gegen die Firma Eyeo vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln deuteten die Richter an, dass diese Vorschrift beim Whitelisting von Anzeigen greifen könnte. Das sagte der Chefjurist von Eyeo, Kai Recke, auf Anfrage von Golem.de. Damit könnte erstmals ein deutsches Gericht dieses „Geschäftsmodell“ für unzulässig erklären, ohne jedoch Werbeblocker als solche zu verbieten. So sieht es ja auch der Bundesgerichtshof: Als „Gatekeeper“ habe die Beklagte durch die Kombination aus „Blacklist“ und „Whitelist“ eine so starke Kontrolle über den Zugang zu Werbefinanzierungsmöglichkeiten, dass werbewillige Unternehmen in eine Blockadesituation gerieten, aus der diese sich sodann freikaufen müssten.

Mein Kommentar ist ausführlich in der März-Ausgabe des PR-Magazins nachzulesen.

@DieTechniker Schlumpf-Figuren haben meinen Schreibstil verbessert

„Lieber @IlloSZ – können sie uns saubere, wissenschaftliche Studien nennen, die die Nicht-Wirksamkeit von Homöopathie belegen?“

Die Replik der Krankenkasse „Die Techniker“ ist nicht nur ein hübsches Beispiel, wie man auf Twitter untergehen kann, sondern generell mit Zahlen, Daten, Fakten oder Studien nicht umgehen sollte. Als Versicherter muss ich also die Nicht-Wirksamkeit der Homöopathie belegen. So ist man schön aus dem Schneider. So macht es ja auch die Theologie: Wenn ich die Nicht-Existenz Gottes nicht beweisen kann, ist es der Beweis für die Existenz Gottes.

Und was schiebt die Krankenkasse nach?

„Seit März 2013 arbeiten wir mit der Charité in Berlin an einer wissenschaftlichen Studie. Ergebnisse 2018.“

Also liegen wohl keine Befunde vor.

Auf Twitter gibt es schon herrliche Reaktionen, die die „Beweisführung“ der Versicherung ad absurdum führen:

Helmut Schmidt hätte mit der These antreten können, dass sein kettenrauchender Konsum von Menthol-Zigaretten dazu beigetragen hat, seinen 96. Geburtstag in relativ guter Verfassung zu feiern. Körperlich hatte er einige Beschwerden, aber geistig war Schmidt noch in bester Verfassung und konnte mit unterschiedlichen Geistesgrößen kenntnisreich über die weltpolitischen Entwicklungen diskutieren.

Oder: Seitdem ich Himbeer-Marmelade esse, bin ich ein glücklicher Mensch. Versucht da mal, den Gegenbeweis zu erbringen.

Als Orientierungsmaßstab für solche Debatten eignet sich der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper und die Theorie des Kritischen Rationalismus: Den Geistesblitz für seine Erkenntnisse bekam Popper in der Wiener Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche des Individualpsychologen Alfred Adler. Dass alles menschliche Handeln durch einen tiefverwurzelten Minderwertigkeitskomplex beherrscht sein soll, konnte Popper in seiner Tätigkeit für Adler nicht überzeugen. Er berichtete Adler im Jahre 1919 über einen Fall in der Beratungsstelle, der nicht in das Schema „Inferioritätskomplex“ passte. Adler aber hatte nicht die geringste Schwierigkeit, ihn im Sinne seiner Theorie als einen Fall von Minderwertigkeitsgefühlen zu diagnostizieren, obwohl er das Kind nicht einmal gesehen hatte.

„Ich war darüber etwas schockiert und fragte ihn, was ihn zu dieser Analyse berechtigte. Meine vieltausendfältige Erfahrung, war seine Antwort; worauf ich mich nicht enthalten konnte zu erwidern: ,Und mit diesem Fall ist Ihre Erfahrung jetzt eine vieltausend-und-einfältige‘“, so Popper.

In den folgenden Jahren arbeitete er am Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere an einem Kriterium, das zwischen Wissenschaft und Scheinwissenschaft unterscheidet. Adler, Freud und Co. ging es ausschließlich darum, nach Bestätigungen ihrer Theorien zu suchen – also eine induktive oder positivistische Vorgehensweise, die damals Standard war. Man schließt vom Einzelnen auf das Allgemeine. Schon Ende des Jahres 1919 kam Popper zu dem Schluss, „dass die wissenschaftliche Haltung die kritische war; eine Haltung, die nicht auf Verifikationen ausging; sondern kritische Überprüfungen suchte: Überprüfungen, die die Theorie widerlegen könnten.“

Beim Tweet der Krankenkasse handelt es sich sogar noch um eine verschärfte Variante der Unwissenschaftlichkeit. Niemand ist in der Lage, die Nicht-Wirksamkeit oder Nicht-Existenz zu beweisen. Man kann nur den Effekt oder die Wirksamkeit belegen. So sehen es auch Annette von Zumbusch und Johannes Ring in ihrem Buch „Neurodermitis – Ursachen und Therapien“.

Man müsse den Beweis für die Wirksamkeit einer Methode erbringen, wenn man erwartet, dass andere die Methode übernehmen und sogar die Solidargemeinschaft die Kosten tragen soll. In einem dreijährigen Versuch konnte beim Einsatz der Homöopathie kein Unterschied zu einem Placebo-Mittel festgestellt werden. Also keine positive Wirkung. Nur auf so einer Basis kann man seriös diskutieren.

Aber eines ist klar. Seitdem Schlumpf-Figuren auf meinem Schreibtisch stehen, schreibe ich bessere Beiträge auf ichsagmal.com 🙂