Bildungsziel: Weltverbesserungskompetenz #iw7 @KlausMJan


Dient auch der Bildung :-)

Dient auch der Bildung 🙂

Der Silicon Valley-Überflieger KaiSebastian Thrun haut ja ab und zu genauso dümmliche anarcho-kapitalistische Sprüche raus wie der unsägliche Trump-Fan Peter Thiel.

Aber in einem Punkt hat er recht: Wer in der Arbeitswelt nicht unter die Räder kommen will, muss sich kontinuierlich mit frischem Wissen versorgen. Und da sind die klassischen Bildungsinstitutionen wohl nicht mehr der richtige Partner – vor allem in deutschen Institutionen, die immer noch im Kreidezeitalter verharren. „In einer Welt, die sich so schnell dreht, hat es keinen Sinn mehr, fünf Jahre lang zu studieren und dann lebenslang bei der gleichen Firma zu arbeiten“, so Thrun gegenüber dem Spiegel.

Letzteres ist ohnehin die Ausnahme – es sei denn, man arbeitet im öffentlichen Dienst. Nach seinem Google-Ausstieg gründete Thrun die Online-Akademie Udacity, bei der Absolventen ihre Fähigkeiten aktualisieren können.

„Die Teilnehmer arbeiten mit Praktikern an konkreten Projekten und Produkten. 200 Dollar pro Monat kostet das Programm, es dauert meist sechs Monate, am Ende bekommt man einen so genannten Nanodegree“, schreiben die Spiegel-Autoren in der Titelstory „Mensch gegen Maschine“.

Thrun sieht uns in einem Wettrennen mit der Künstlichen Intelligenz – gut, da haut er wieder etwas prahlerisch auf die Pauke:

„Wenn wir als Menschen nicht schneller werden, gewinnen die Maschinen.“

Generell ist es sinnvoll, aus der Stoff-Büffelei von Schulen und Hochschulen auszusteigen. Was die klassischen Bildungsanbieter leisten müssten – und das wäre die Grundlage für die Auffrischungskurse von Udacity und Co. – beschreibt Lutz Becker in seinem Beitrag „Education 2.0 – Lernen für die Transformation“:

„In einer Welt mit geradezu explodierender Informationsmenge und ubiqitär verfügbarem Wissen, kommt es nicht auf Reproduktion von Stoff, sondern in der Tradition Immanuel Kants (1724-1804) auf die Urteilskraft sowie auf die Fähigkeit an, Möglichkeiten zu schaffen, um aus ihnen auswählen zu können.“

Wichtig sei es, Wissen zu rekonstruieren, zu verknüpfen, neu zu konfigurieren.

„Lernen muss einer sich drehenden Welt in der Lage sein, neues Wissen erzeugen“, führt Becker aus.

Er spricht sich gegen lineares und algorithmisiertes Lernen aus: Lernen setze Freiheit voraus und schafft Freiheit. Da wird Thrun wohl eher ein kybernetisches Verständnis von Bildungsvermittlung haben.

Besonders sympathisch finde ich das Lernziel-Plädoyer von Lutz Becker für „Weltverbesserungskompetenz“ als Veränderung „in der Welt“ – nicht im Sinne von „Reengineering“ an der Welt.

Genügend Stoff für die Podiumsdiskussion der Kölner Internetwoche am Montag, den 24. Oktober, um 18 Uhr.

Siehe auch: Stoff-Bulimie statt Regelbruch – Reinschaufeln, auskotzen, vergessen

Ich selbst mische am Dienstag in Köln mit: Wie digitaler Wandel Systeme verändert, die unseren Alltag bestimmen.

Generell gilt: Bisschen mehr Hirn

Nachtrag: Urheber der Weltverbesserungskompetenz ist Jean-Pol Martin.

Siehe auch seinen Blog.

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Über gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.
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Eine Antwort zu Bildungsziel: Weltverbesserungskompetenz #iw7 @KlausMJan

  1. gsohn schreibt:

    Hat dies auf http://www.ne-na.me rebloggt.

    Gefällt mir

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