Verbindungen schaffen – Zur Philosophie der Next Economy Open #NEO16


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In der Plattformökonomie geht es bekanntlich um die Verbindung von Neigungen und Interessen. Eigene Ressourcen und Kompetenzen reichen dabei nicht aus. Sie entfalten sich erst durch den Zugang zu Netzwerken. Nur so erreicht man ein neues Qualitätsniveau, das vergleichbar ist mit den Aufgaben eines Kurators, der sich nicht auf das Sammeln und Sortieren beschränkt. Es geht um „curare“ im Sinne von kultivieren, anbauen, in Form bringen und dafür sorgen, dass Menschen und ihr gemeinsames Umfeld gedeihen. Ein wahrer Meister des Kuratierens ist Hans Ulrich Obrist, einer der einflussreichsten Ausstellungsmacher im internationalen Kunst- und Kulturbetrieb.

Er beginnt seine Arbeit immer mit einem Gespräch, in dem er die Künstler nach ihren nicht realisierten Projekten fragt und versucht, die Mittel zu deren Realisierung zu finden:

„Die Aufgabe des Kuratierens ist es, Verbindungen zu schaffen, dafür zu sorgen, dass verschiedene Elemente miteinander in Berührung kommen, selbst wenn es bisweilen schwierig ist, die Wirkung solcher Gegenüberstellungen exakt nachzuzeichnen.“

Obrist bezeichnet das Kuratieren als den Versuch einer Art kulturellen Befruchtung oder als eine Form der Kartographie, die neue Wege durch eine Stadt, eine Kultur oder eine Welt eröffnet.

Während seiner Recherchen für die Ausstellung „Cities on the Move“ meinten die Künstler Rita Donagh und Richard Hamilton, man könne unmöglich eine Schau über die Veränderung von Städten machen, ohne mit Cedric Price gesprochen zu haben. Sie stellten eine Verbindung her. Das war der Anfang jahrelanger fortlaufender Gespräche, die Obrist und Price mitunter wöchentlich, mitunter zweimal im Monat führten. Die schlichte Tatsache, dass man zwei oder mehr Menschen miteinander bekannt macht, von denen man glaubt, sie sollten sich kennen, kann nach Ansicht von Obrist enorme Auswirkungen auf die künstlerische Praxis haben, ob nun durch den Einfluss, den sie auf die Arbeit des jeweils anderen nehmen, oder durch ganz neue Kooperationen.

„Es handelt sich um eine weitere Form des Kuratierens, die ich seither immer wieder pflege“, schreibt Obrist in seinem Opus „KURATIEREN“, erschienen im C.H.Beck-Verlag.

NEO16 ruft zum Uni-Club in Bonn - direkt am Rhein
NEO16 ruft zum Uni-Club in Bonn – direkt am Rhein

Das beschreibt sehr schön die Konzept-Idee der Next Economy Open und des Netzökonomie-Campus mit seinen Käsekuchen-Diskursen. Es geht um Paarbildungen zwischen Netzszene und Wirtschaft, um Brücken für neue Ideen, Kombinatorik, überraschende Verbindungen und Erkenntnisse, dauerhafte und fortlaufende Gespräche sowie offene Begegnungen. All das steht in diesem Jahr wieder auf dem Programm.

Am 1. und 2. Dezember im Universitätsclub Bonn.

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