SPIEGEL blamiert sich mit Social Media-Schelte für @RegSprecher


Auf den Punkt gebracht 🙂

JENS REHLÄNDER

Im Zuge der Deinstallation des Chefredakteurs Wolfgang Büchner im vergangenen Jahr wurde mir als externem Beobachter nochmal deutlich, dass sich das SPIEGEL-Universum in zwei Sphären teilt, die augenscheinlich wenig Berührungspunkte haben und ganz gewiss keinen Transfer an Know-how: Oben ist Print, unten ist Online. An dieser Hierarchie haben 15 Jahre Medienkonvergenz nichts geändert, zumindest nicht beim SPIEGEL.

Und auch nur vor dem Hintergrund dieses unbeirrbaren gegenseitigen Ignorierens lässt sich meines Erachtens erklären, wie es der Artikel ins Heft geschafft hat (Nr.47 vom 13.11.2015), um den es hier geht: „Revolutionäre Grüße ;-)“ (Seite 42).

Im Vorspann heißt es: „Regierungssprecher Seibert baut die Facebook-Seite des Presseamts zu einer Art Staatsfernsehen aus. Die Opposition zweifelt, ob das erlaubt ist.“

Um eine Pointe gleich vorwegzunehmen: Die Zweifel der Opposition sind natürlich nur vorgeschoben (was soll eine Opposition denn anderes tun, als an der Regierung zu zweifeln?). In Wahrheit ist es der SPIEGEL, der es blöd…

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Über gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.
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2 Antworten zu SPIEGEL blamiert sich mit Social Media-Schelte für @RegSprecher

  1. Anke Bührmann schreibt:

    Puh, das tut weh. Diese Arroganz wird mir immer ein Rätsel bleiben. Guter Journalismus kann auch im Netz stattfinden. Es gibt keinen Grund, dass sich Print-Redakteure für die besseren Medienmenschen halten, bloß weil sie ein traditionsreicheres Medium nutzen.

    Vielleicht hilft es, wenn jene Kritiker sich einen naturwissenschaftlichen Blick auf die Welt erlauben – es gibt sowas wie Evolution und die, die sich am besten an neue Verhältnisse anpassen, überleben. So entsteht Fortschritt. Seit einiger Zeit heißt es, dass nicht unbedingt „Survival of the fittest“, sondern vielmehr Kooperation eine gute Strategie im Sinne der Evolution war. Das würde – übertragen auf die Medienwelt – heißen: Print und Online könnten voneinander lernen und zusammen arbeiten. Ich bin mir sicher, dann hat auch Print eine Zukunft.

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  2. isaacascii schreibt:

    Es geht in KEINSTER Weise darum, dass man Online-Medien nicht verstanden hat, sondern um Zentralisierung der Macht…und am Kiosk oder der Tanke bekommt man nach wie vor die meisten “Views”.

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