Ein Fünf-Euro-Text: Lust auf Livestreaming am 28. November, liebwerteste Bonnerinnen und Bonner? @ruhrnalist


Livestreaming

Damit nicht noch der Johannes Mirus anklopft, um fünf Euro für die Ironblogger einzutreiben, schreibe ich nach dem ganzen Orga-Stress für die Next Economy Open schnell noch einen Text. Die #NEO15 ist vorbei. Jetzt wieder Kräfte sammeln, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, Rückmeldungen aufzunehmen, Vorschläge für die #NEO16 zu sammeln und Statements für die Next Economy journalistisch zu beackern. Ja, liebe Netzpiloten, ich schicke Euch heute im Laufe des Tages wieder ein Opus. In einer ordentlichen Dokumentation, die wir für alle NEOs und künftigen NEOs zettelkastenmäßig digital kuratieren, werden wir uns noch einmal bei allen Akteuren bedanken.

In dem ganzen Trubel bin ich nicht dazu gekommen, auf den nächsten Livestreaming-Workshop hinzuweisen, den wir – also der Kai Rüsberg aka @ruhrnalist und icke – am Samstag, den 28. November machen wollen. Start 11 Uhr. Ende: Wie Ihr lustig seid.

Um die Technik nicht durch die Gegend schleppen zu müssen, machen wir dat Janze einfach bei uns Zuhause. Bibliothek ist groß genug. VDSL ist vorhanden mit 12 Mbit/s Upload, wenn gewünscht auch Käsekuchen und sonstige Nervennahrung. Auf Facebook gibt es bislang eine Anmeldung – meine eigene. Klaro, hab ja auch die Eventseite kreiert. 8 bis 10 Teilnehmer wären optimal. Weniger geht auch, dann bekommt der Kai komplett die Einnahmen, denn er muss sich ja von Bochum in die Bundesstadt begeben. 50 Euro haben wir als Unkostenbeitrag angesetzt für den Tagesworkshop. Hoffe, dass ist ok.

Programm bestimmen die Teilnehmer – wir können für Euch Formate entwickeln, Moderationen und Interviews trainieren, Dinge live ausprobieren, in Duisdorf Reportagen produzieren, in Gadgets wühlen und uns mobile Studios für den Hausgebrauch basteln.

Hier nur eine kleine Richtschnur für den Workshop:

Kommunikation mit Laptop und Smartphone. Einführung: Wie gehe ich auf Sendung.

  • Aus der Praxis für die Praxis. Zeit für Experimente.
  • Abschluss-Diskussion: Zwischen Hochformat, Schlaf-TV und mobilen Einsätzen.

Die Anmeldung ist verbindlich.

Referenten:

Kai Rüsberg (Bochum): Diplom Sozialwissenschaftler (Ruhr-Universität). Freiberufler. Seit 1993 beim WDR Hörfunk und Fernsehen, Ressorts u.a.: Politik, Wirtschaft, Investigativ. Schulungsleiter für “mobile journalism”. Privatdozent an der Westfälischen Hochschule für Kommunikationspolitik im Wirtschaftingenieurswesen. Freier Videoproduzent;

Gunnar Sohn (Bonn): Diplom-Volkswirt (FU Berlin). Freiberufler. Wirtschaftspublizist, Buchautor, Blogger, Moderator und Kolumnist. Leidenschaftlicher Barcamper und Wanderer zwischen den Welten.

Warum ich Livestreaming-Formate so mag, habe ich im The European-Debattenmagazin beschrieben:

Der TV-Journalist Richard Gutjahr hat die Devise aufgebracht, dass Livestream der neue Mainstream sei. Mit den mobilen Diensten Periscope – von Twitter aufgekauft – und Meerkat hat sich in diesem Jahr in der Tat einiges verändert. Man startet mit dem Smartphone die App, drückt auf Senden und schon geht die Übertragung los. Mit Dritt-Anbietern wie katch.me lassen sich die „Stream your Life“-Aufnahmen speichern, ohne die eigene Mediathek in Anspruch zu nehmen und wertvollen Speicherplatz auf den mobilen Geräten zu blockieren sowie ohne Notwendigkeit des Hochladens auf Youtube oder Facebook – das Einloggen läuft über den eigenen Twitter-Account.

Aseptische Imagevideos zum Wegklicken

Der Charme dieser Spontan-TV-Applikationen liegt in der Schnelligkeit. Echtzeitkommunikation mit Interaktionsmöglichkeiten: Live, ungeschminkt, ohne Teleprompter und verfälschende Postproduktionen mit Anwendungen wie Final Cut. Viele liebwerteste Gichtlinge in der Unternehmenskommunikation neigen zu Schönwetter-Filmchen, wo die Akteure ihr weltweit führendes und gut aufgestelltes Plastikdeutsch ins Mikrofon stottern. Aseptische Imagevideos zum Wegklicken. Wer gebaute Beiträge mag, kann das ja machen und sich stundenlang mit der Videobearbeitung herumschlagen. Mich interessiert das nicht sonderlich. Bei längeren Gesprächsrunden lade ich ab und zu via ClipGrab die Audiospur herunter und packe die Datei als Podcast für die Badewanne und für längere Bahn- oder Autofahrten auf Soundcloud. Wird immer wieder so gewünscht. Sind Ereignisse planbar, wie die IBM BusinessConnect in Köln oder die Next Economy Open in Bonn, bevorzuge ich nach wie vor den Google Dienst Hangout on Air für die Liveübertragung.

Google könnte mehr tun

Ist das schnell und mobil? Die Hangout-App sicherlich nicht. Sie ist in die Jahre gekommen und wird von Google sträflich vernachlässigt. Videokonferenzen sind wie bei Skype möglich. Schickt man den Zugangslink zum Live-Hangout an ein Smartphone, gehen auch Außenreportagen. Dabei wäre ohne großen Entwicklungsaufwand mehr drin: Mit der Youtube-Anbindung von Hangout on Air, einer Chatfunktion wie bei Periscope oder Meerkat und der Zuschaltmöglichkeit von weiteren Gesprächspartnern könnte Google sehr leicht an die Spitze der mobilen Livestreaming-Apps schießen.

Dennoch eignet sich Hangout on Air auch für mobile Szenarien. Periscope und Meerkat sind exzellent einsetzbar für spontane Stimmungsberichte, schnelle Sendekritik wie bei heute+ oder Making-of-Einblicke. Live-Hangouts punkten bei der nachhaltigen Wirkung von Ereignissen – linear gesendet mit einem Live-on-Tape-Effekt, da beim Start des Livestreams sofort der virtuelle Rekorder auf Youtube anspringt und die Konserve schon während der Ausstrahlung angelegt wird. Wer verspätet einen Hangout als Zuschauer anklickt, kann zurückspulen und danach wieder in den Live-Modus zappen. Mit einem Laptop, vernünftigen USB-Mikrofonen oder einem Audio-Interface wie das Scarlett 2i2 von Focusrite für XLR-Mikrofone, einer externen Webcam, guter Beleuchtung und schnellem Internet ist das Livestreaming-Studio für unterwegs innerhalb von zehn Minuten aufgebaut.

Über Google+ wird die Veranstaltungsseite für die Live-Übertragung eingerichtet und fungiert wie eine Landing-Page. Sehr praktisch ist der Kalender, mit dem man Live-Hangouts terminieren kann. Es ist allerdings noch nicht möglich, eine Sendung für das Jahr 3995 zu fixieren. Zu diesem Zeitpunkt dürften wir das Merkel-Ziel der Gigabit-Gesellschaft erreicht haben, wenn wir uns beim Breitband-Ausbau weiterhin so anstrengen, wie in den vergangenen Jahren….. Für anstehende Konferenzen, Messen, Barcamps, Seminare, Lesungen, Workshops, Podiumsdiskussionen, Webinare und Kundenevents dürfte diese zeitliche Einschränkung kein Hindernis sein.

Eine neue Art der Improvisationskunst

Mich reizt das Unperfekte beim Livestreaming. Es gleicht der Improvisationskunst von Jazz-Musikern, schreibt Umberto Eco. Es werden Bilder erzeugt und zur Ansicht gebracht ohne die Möglichkeit der Wiederholung. Als Operator stürzt man sich in ein Gestaltungsabenteuer. Es geht um Zufall, Handlung und Überraschungen.

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Passt die Meldung, Johannes?

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Autor: gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

4 Kommentare zu „Ein Fünf-Euro-Text: Lust auf Livestreaming am 28. November, liebwerteste Bonnerinnen und Bonner? @ruhrnalist“

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