Über Identität und den Ideenraum des Netzes #EinBuchfuerKai @jkorten


EinBuchfuerKai

Die Frage nach der Identität, der eigenen und der kollektiven, ist nach Auffassung von Johannes Korten ein entscheidender Punkt in einer kleinen Erfolgs­ge­schichte, in der ein 10 Jahre altes selbst verlegtes Buch über Nacht zum Bestseller avancierte und den Autor, Kai-Eric Fitzner, und seine Familie über eine schwere Zeit rettete.

Nach der schweren Erkrankung von Kai, die nicht nur lebensbedrohlich war, sondern zu einer existenziellen Krise seiner Familie führte, tat Johannes Korten das, was er als Kommunikator und Banker am besten kann: Ideen zu Geld machen. Er setzte auf die Kraft des Netzes und verbreitete einen Aufruf von Kais Ehefrau weiter. Auf Face­book, auf twitter.

„Und wie kollektive Identitäten gemeinsame Werte oder Merkmale brauchen, so brauchte auch dieser Aufruf ein verbindendes Element. Eine weitere Idee kam ins Leben. Das Hashtag #EinBuchfuerKai“, sagte Johannes Korten in seinem Vortrag auf der TEDxKoeln-Konferenz.

Über Nacht kletterte „Willkommen im Meer“ von Verkaufs­platz 60.755 auf Platz 2 der Bestsellerliste. Keine 24 Stunden nach dem Aufruf verdrängte es sogar die Biographie von Thomas Gottschalk und war fortan für zwei Wochen auf Platz 1.

„Das Hashtag #EinBuchfuerKai wurde binnen kürzester Zeit zum Synonym für Mitmenschlichkeit im Netz. Zahlreiche Menschen verbreiteten den Aufruf weiter. 21.000 Menschen teilten den Facebook-Aufruf, fast 40.000 Menschen lasen einen Blogartikel, den ich geschrieben habe, bei twitter erreichte das Hashtag rund 12 Millionen Menschen. Klassische Medien wurden aufmerksam, berichteten“, so Johannes Korten.

Das Buch von Kai hat auch das Leben von Johannes verändert und zu wichtigen Lektionen beigetragen – für sein privates und berufliches Leben: Ideen, die im Netz diskutiert werden, müssen mit Identität aufgeladen werden und sie müssen sichtbar sein.

„Was machen Unternehmen mit ihrer Identität, um für die digitale Welt gerüstet zu sein“, fragt Johannes Korten.

Das habe vor allem etwas mit den individuellen Identitäten zu tun. Die Identität der gesamten Organisation werde weniger wichtig, die Identität einzelner Mitarbeiter spiele hingegen eine viel größere Rolle.

Man benötige also auch Personen, die sichtbarer werden. Um aus einer individuellen Identität dann eine kollektive Identität zu schmieden, braucht es so simple Mechanismen wie Hashtags.

Hashtag Ökonomie

Man braucht aber vor allem gute Ideen, untermauert von Identitäten, die nicht gekünstelt oder aufgesetzt kommuniziert werden – weltweit führend und das übliche Plastikdeutsch der Firmen-PR.

Ideen müssen offen und vorurteilsfrei in den Ideenräumen des Netzes diskutiert werden.

Den verschriftete Vortrag von Johannes Korten findet Ihr unter „TEDx Köln-Talk: Das Netz ist ein guter Ort“.

Siehe auch:

Hashtag-Ökonomie vs. Organisation.

Wir suchen den #NextChallenger – Präsentiert Eure Idee für die Next Economy #NEO15

Die Sichtbarkeit von individuellen Identitäten in Unternehmen ist sehr wichtig: Wenn Chefs twittern und normal reden #NEO15

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Über gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.
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2 Antworten zu Über Identität und den Ideenraum des Netzes #EinBuchfuerKai @jkorten

  1. gsohn schreibt:

    Hat dies auf http://www.ne-na.de rebloggt.

    Gefällt mir

  2. Pingback: #Consociality – Eine Hashtag Soziologie | Netnographie & Digitaler Wandel

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