Doppelter Hochmut mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung #KölnerBarcampKontroverse


Netzökonomie-Campus

Doppelter Hochmut kommt vor dem doppelten Fall: Dialogunfähigkeit zwischen Netzszene und Wirtschaft (das war wohl eine sich selbsterfüllende Prophezeiung im Titel) Mit dabei waren Marcus Jacobs (Startup-Unternehmer), Klemens Skibicki (Cologne Business School, Convidera), Ulf Reichhardt (Geschäftsführer IHK Köln), Winfried Felser (Competence-Site, Netskill AG), Thomas Vehmeier (Digital-Stratege und Interim-Manager), Michael Jopen (Telekom), Michael Zachrau (Marketingexperte) und Gunnar Sohn (ichsagmal.com-Blogger, Wirtschaftspublizist und Kolumnist).

So eine Runde macht mir Spaß 🙂

Resümee: Je stärker das Internet die Vernetzung vorantreibt und jeder nicht nur Empfänger von Botschaften ist, sondern auch Sender, desto stärker versuchen sich die alten Eliten abzusetzen, damit es nicht zu einem übermäßigen Vordringen von „gewöhnlichen“ Leuten in die innere Welt der Cliquen und Klüngel kommt. Der Zugang zu den Netzwerken der Herrschenden bleibt versperrt. Nachzulesen im Standardwerk von Manuel Castells „Das Informationszeitalter I – Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft“.

Große Organisationen funktionieren weiterhin wie Klöster: weltabgewandt und den eigenen Regeln folgend, schreibt der Publizist Mark Terkessidis in seinem neuen Opus „Kollaboration“, erschienen in der edition suhrkamp. Er meint dabei vor allem Behörden und Beamtentum. Ähnliches lässt sich in fast allen Machtblöcken beobachten: Konzerne, Kirchen, Gewerkschaften, Stiftungen, Verbände und sonstige Zirkel agieren als geschlossene Systeme. Das Feedback und das Belohnungsszenario – Aufstieg, Ruhm, Kohle – funktionieren primär intern.

Partizipationsrhetorik

Einmal etablierte Routinen werden aufrechterhalten unabhängig von den Veränderungen der äußeren Bedingungen. Patronage und Ochsentour sind wichtiger als echte Partizipation und Transparenz. Wer diese Statik infrage stellt, wird als naiv, primitiv oder esoterisch abqualifiziert. Herrschaft in kleinen Zirkeln funktioniert nur durch das Ausschlussprinzip. Angebote zu einer Kultur des Teilens entspringen eher einer folgenlosen Rhetorik, um die traditionellen Hierarchien nicht zu gefährden.

„Wer Freiräume gewähren will, der muss Kontrolle abgeben, ansonsten wird Freiheit nur simuliert“, so Terkessidis.

Um auch in der digitalen Welt im vertrauten Klüngel-Kreis zu bleiben, gibt es ein paar nette Selfies, Aktivitäten auf Facebook und Twitter – mehr nicht. Opium fürs Netzvolk.

Ausführlich nachzulesen in meiner The European-Kolumne.

Vor der digitalen Kompetenz der politischen Elite muss man sich allerdings nicht fürchten 😉

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Über gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.
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2 Antworten zu Doppelter Hochmut mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung #KölnerBarcampKontroverse

  1. networkfindercc schreibt:

    Ich finde es ja spannend was ihr macht. Warum aber sind es nur Männer? Ich glaube ohne mehr Weiblichkeit wird’s schwer mit der Veränderung unserer Welt. My2Cts

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  2. gsohn schreibt:

    Offenes Format. Jeder kann mitmachen, ob Mann oder Frau.

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