Live-TV aus jeder Lebenslage: #Meerkat App rockt zur Zeit das Social Web


Merkat

Mein Credo bei Videos lautet ja bekanntlich quick-and-dirty. Ohne großen technischen Aufwand, ohne High-End-Geräte und ohne aufwändige Nachbereitung in jeder Lebenslage Bewegtbilder produzieren. Das ist einer der Vorteile von Diensten wie Hangout on Air. Nachteil des Google-Dienstes: Man kann als Operator keine Livestreams via Hangout-App starten – oder nur mit einigen Tricks. Deshalb eignet sich für den mobilen Einsatz die Bambuser-App. Man aktiviert die Applikation und kann sofort mit einem Klick via Tablet oder Smartphone live senden.

Nachteil: Wenig Interaktion, weil kaum einer die Anwendung kennt. Die Entwickler der Meerkat-App (in Anlehnung an die putzigen Erdmännchen) haben einen besseren Weg gewählt: Login erfolgt mit dem Twitter-Account. Will man das Livestreaming sofort starten oder für später planen, reicht ein kurzer Titel, der sofort als Tweet in der eigenen Twitter-Timeline erscheint. Jeder Zuschauer wird am oberen Rand des Videos mit dem Account-Foto von Twitter angezeigt. Jeder Kommentar im Chat erscheint wiederum als Tweet der zuschauenden Follower und erhöht somit die Netzwerk-Wirkung sowie die Wahrscheinlichkeit, auf Twitter wahrgenommen zu werden.

Dank des Beitrages von Daniel Fiene im Zeitgeist-Blog der Rheinischen Post bin ich auf den knuffigen Livestreaming-Service gestoßen und habe direkt einen kleinen Versuch unternommen. Erster Eindruck: Ton und Bild sind exzellent. Die Interaktion mit den Zuschauern war sehr intensiv – das erreicht man mit dem Fragebutton auf der Google Plus-Eventseite bei Hangout on Air bislang nicht so richtig.

Bei Meerkat zählt das Echtzeit-Erlebnis, was man direkt mit anderen teilen kann. Nach der Liveübertragung ist es wohl möglich, einen kleinen Ausschnitt des Videos runterzuladen. Das hat bei mir allerdings nicht geklappt. Die App ist ja noch nicht so lange auf dem Markt und muss wohl erst kräftig getestet sowie verbessert werden.

Da ich Live-Videos mit der Möglichkeit der Speicherung sehr schätze, würde ich mir eine Wahlmöglichkeit bei Meerkat für die Archivierung wünschen. Aber da scheiden sich die Geister.

Test von Roman Rackwitz
Test von Roman Rackwitz

Roman Rackwitz betont den Live-Charakter und die direkte Dialogmöglichkeit über die Chatfunktion. Ich selbst sehe auch spontane Einsätze, die aber auch als Flaschenpost für die Zukunft noch Nachrichtenwert besitzen. Also das, was Hangout on Air auszeichnet und der Kommunikation ein Gedächtnis gibt.

Klar ist auch, das für jeden Livestream, der über die eigene Twitter-Timeline rauscht, ein interessanter Anlaß vorhanden sein muss. Sonst langweilt man sehr schnell die eigene Community. Das sieht Life On Air-Firmenchef Ben Rubin ähnlich:

„Vielmehr sollen Übertragungen dann stattfinden, wenn jemand glaubt, dass etwas Interessantes zu sehen ist. Dass er eine spannende Geschichte zu erzählen hat. Es geht also nicht darum, wer Meerkat nutzt, sondern warum er es tut“, sagt Rubin im kress.de-Interview.

Durchs Planen von Streams müssten sich die Nutzer im Vorfeld Gedanken darüber machen, wann sie live gehen wollen und was sie dann sagen. In der nächsten Woche werde ich das noch mehr ausprobieren, direkt aus der Cebit-Mittelstandslunge in Halle 5. Mal schauen, ob hier der nächste heiße Scheiß im Social Web aus dem Boden gestampft wird.

Ach ja, die Videos laufen nur hochkant. Aber das kennt man ja schon von der Vine-App und macht die Sache nicht schlechter.

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