Paralyse oder Bereitschaft zum digitalen Wandel: Wie viel Internet-Startup-Geist braucht der Mittelstand? #cebit15 #Mittelstandslounge


Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen
Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen

Viele Unternehmen haben nach einer Mind Business-Studie noch nicht den Einstieg in den digitalen Wandel gefunden. Es fehlt die notwendige Expertise, um die Chancen digitaler Technologien für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen. Fehlender Leidensdruck in den Chefetagen verhindert oder verschleppt den Wandel, der von der Organisation bereits gesehen und gewünscht werde. Es mangelt dabei nicht an der Wahrnehmung der Umbrüche. Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft scheinen jedoch von schwerfälligen und komplexen Business Systemen und Prozessen „paralysiert“ zu sein.

Es liegt vielleicht an den klassischen hierarchischen Führungsmodellen, die in einer vernetzten Ökonomie nicht mehr so richtig greifen:

„Je stärker wir in das digitale Zeitalter kommen, umso stärker werden Unternehmen die Notwendigkeit spüren, Kommunikationsverantwortung und damit Macht zu dezentralisieren. Die Abneigung dem Neuen gegenüber, vor allem im Mittelbau deutscher Unternehmen, ist insofern verständlich, weil es gerade für sie ein mehr an Arbeit bedeutet. Die meisten Firmen werden den Transformationsprozess nur dann schaffen können, wenn sie Personal an wichtigen Stellen austauschen oder den Generationswechsel gestalten“, so die Empfehlung der Studienautoren.

Den Querdenkern müsse mehr Anerkennung entgegen gebracht werden – sie brauchen Freiräume in der Organisation.

„Wer das Nutzenversprechen für die nächste Ära seines Geschäfts entwickeln will, der darf nicht linear denken, sondern muss wie Internet-Startups denken lernen. Viele Unternehmen machten, als sie die Notwendigkeit zur Digitalisierung der Geschäftsmodelle erkannten, den Fehler, ‚analogen Wein in digitalen Schläuchen‘ zu verkaufen“, kritisieren die Mind Business-Analysten.

Die Gefahren einer unsicheren digitalen Zukunft könne man verringern, indem digitale Strategien von Internet-Startups Teil des Szenario-Prozesses werden:

„Das Internet im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen führen dazu, dass ganze Branchen durch Software neu gestaltet werden. Erfahrungswerte und das Wissen über das Bewährte dürfen daher nicht als Wegweiser für die digitale Transformation herangezogen werden. Denn immer dann, wenn Produkte und Dienstleistungen zu Software werden, verlieren sie ihre physikalischen Eigenschaften und Beschränkungen.“

Die Geschäftserfolge der Vergangenheit würden dabei wie Denkfallen wirken. Wer ausschließlich wie eine Hardware-Company denkt, verpasse neue Chancen, weil man ähnlich wie Best Buy versucht, die Neuentwicklung zu bremsen, indem man Störsender in den Verkaufsflächen installiert, anstatt wie in den Apple Stores neue Zahlverfahren per Handy einzuführen, um den vernetzten Kunden besser zu bedienen.

„Eine Erkenntnis bleibt in jedem Fall: Man kann technologische Entwicklung nicht stoppen, man kann sie nur zu seinen Gunsten nutzen“, resümieren die Analysten von Mind Business.

Der von der Mittelstandsinitiative „digitalize your business“ für die CeBIT 2015 entwickelte digiBusiness-Check liefert weitere Erkenntnisse, wo mittelständische Unternehmen in ihren digitalen Strategien stehen. Erste Ergebnisse belegen, dass rund 90 Prozent, die sich bislang an der Schnelltest beteiligt haben, die Relevanz der digitalen Verzahnung aller operativen und strategischen Aufgaben erkannt haben. Auch die Bedeutung der Entscheidungsträger als „Treiber“ der Digitalisierung wird von der überwiegenden Mehrheit (63 Prozent) bejaht. Der Einfluss der Kunden auf die digitale Transformation von Unternehmen wird ebenfalls sehr hoch bewertet.

Was das für das tägliche Geschäft der mittelständischen Unternehmen bedeutet, diskutieren wir am Donnerstag in einem Live-Hangout ab 16:30 Uhr. Thema: Quo vadis – Digitaler Reifegrad des Mittelstands. Gäste: Hannes Häfele von Oracle Deutschland, Hartwig von Saß vom Cebit-Presseteam, Rechtsanwalt Markus Nessler und Andreas Fischer vom G+F-Verlag.

Ihr könnt Euch an der Diskussion während der Live-Übertragung beteiligen: Entweder über die Frage-Anwort-Funktion der Googe Plus-Eventseite oder über Twitter mit dem Hashtag #Mittelstandslounge. Man hört und sieht sich am Donnerstagnachmittag 🙂

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Autor: gsohn

Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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