Literaturkritik: Alles Willkür, oder was?


brasch & buch

FeuilletonDie reflexartige Zustimmung auf Jörg Sundermeiers Lamento im Buchmarkt und im Freitag über den miserablen Status der heutigen Literaturkritik in den Feuilletons erinnerte mich doch sehr an die Debatte über die deutsche Bildungspolitik, ausgelöst durch einen naiven Tweet einer 17jährigen Gymnasiastin (Ein gute Zusammenfassung der Reaktionen auf Sundermeier gibt es bei Lesen-mit-Links) Beide Male kommen die Mahner aus der Ecke der Kulturpessimisten, die sich hartnäckig verweigern, das stetig anwachsende Angebot an Bildung, Informationen und Verbreitungsmöglichkeiten zu honorieren. Die altväterliche Sehnsucht nach Orientierung durch honorige Instanzen eint sie. Sie erachten die mediale Vielfalt als Tor zur Einfalt und sehen die Kultur ohne Vermittlung von anerkannten Kuratoren und Kritikern der Beliebigkeit ausgesetzt.

Reich-RanickiDiese pessimistische Grundhaltung ist wohl so alt wie die Kulturgeschichte. Und sie korreliert immer auffällig mit dem zunehmenden (geistigen) Alter ihrer Repräsentanten – aktuell beispielsweise Peter Sloterdijk mit seinem Buch „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“. All diesen Kulturpessimisten entgegne…

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