#Mediakraft und das stahlharte Gehäuse von „Hipster-Unternehmen“ #Freiheit @unge


Ritter

Was habe ich noch in meiner The European-Mittwochskolumne geschrieben:

Selbst wenn Konzerne, Mittelständler und Verwaltungen im modischen Duktus von Diversity oder Work-Life-Balance faseln und eine politisch korrekte Prozentzahl von Frauen in Entscheider-Gremien einführen (selbst das gelingt nur selten), ändert sich mit diesen Mimikry-Programmen wenig. Es werden Symptome bekämpft, während hinter verschlossenen Türen die alten Seilschaften und Machtmechanismen weiterwirken. „Das stahlharte Gehäuse bekommt lediglich einen neuen Anstrich. Der Frust wird im Zweifel größer, weil sich Missstände mit schönen Namen schwerer kritisieren lassen. Die Länge des eigenen Urlaubs selber zu bestimmen, wie bei einigen großen Unternehmen ab einer gewissen Managementebene üblich, führt häufig dazu, dass gar kein Urlaub mehr gemacht wird, weil die alten informellen Karriereregeln immer noch gelten“, schreiben die Dark-Horse-Autoren. Tischkicker, Kuschelecken, Kühlschränke vollgestopft mit Hipster-Brause und Social-Media-Duzerei ändern nicht wirklich die Arbeitswelt….Junge Mitarbeiter bekommen immer schönere Titel, gestylte Büros, Fitnessräume, Ruhezonen und Obstkörbe – in den Köpfen der Führungskräfte bleibt alles beim Alten.

Von Demokratisierung, Kultur der Beteiligung, Verflüssigung der Orga-Strukturen und Offenheit sind die meisten Unternehmen noch meilenweit entfernt. Das war auch das Credo der Pilotsendung von Kompetenzgespräche, die ich in Kooperation mit Competence Site produziere.

Was der Youtuber Simon Unge gegen das so genannte Netzwerk Mediakraft rausgehauen hat, bestärkt meine Analyse sogar im Social Web-Umfeld. Auf Barcamps, den Video-Days oder beim Bewegtbild-Stammtisch gerieren sich die Mediakraft-Macher cool und laufen hipstermäßig durch die Gegend, hinter den Kulissen geht es knallhart zu. Wenn es kritisch wird, agieren da wohl einige wie Abmahnvereine.

Sollte das Mediakraft-Management weiter wie die Axt im Walde agieren, dürfte der Shitstorm, der sich gerade auf Twitter und Facebook entfaltet, nur ein kleiner Vorgeschmack auf weitere Empörungswellen sein, die das Netzwerk-Unternehmen wohl nicht überstehen würde.

Simon hat sein Video übrigens noch auf Facebook hochgeladen, falls Mediakraft auf Youtube den Zensor spielt.

Siehe auch:

Einer der größten Youtuber stoppt seine Kanäle.

Hier geht es zum neuen Youtube-Kanal von Simon Unge. Hab ihn natürlich sofort abonniert 🙂

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